Versicherung bewusst wählen

Die Allianz SE erzielt weiter Profite aus dem Geschäft mit dem Hunger. Es gibt aber Alternativen: Drei Versicherungen haben erklärt, auf die Spekulation mit Rohstoffen und damit auch auf die Spekulation mit Nahrungsmitteln zu verzichten.

Allianz SE zockt weiter

Die Allianz SE erzielt weiter Profite aus dem Geschäft mit dem Hunger. Die Diskussionen um die negativen Folgen der Spekulation mit Nahrungsmitteln haben bei dem Unternehmen bisher kein Umdenken bewirkt: Die Allianz unterhält weiterhin für diverse Anleger/innen fünf Fonds in Höhe von etwa sechs Milliarden Euro in Agrarrohstoffen. Im Sommer 2012 explodierten die Preise für Grundnahrungsmittel wie Weizen und Mais zum dritten Mal innerhalb von nur fünf Jahren. Die Weltbank meldet bei Weizen einen Preisanstieg von 50 Prozent und Mais legte um 45 Prozent zu. Nicht zufällig hat sich zeitgleich zum Anstieg der Preise zwischen Mitte Juni und Mitte Juli auch das Handelsvolumen an den Warenterminbörsen verdreifacht. Das Ausmaß des neuerlichen Preisanstiegs und die zunehmenden Schwankungen der Preise von Grundnahrungsmitteln sind ohne den Faktor Spekulation nicht zu erklären.

Alternativen sind vorhanden

Im Bankenbereich gibt es mit Instituten wie der GLS Bank oder der Ethik Bank seit Jahren echte Alternativen zu Deutscher Bank und Co. Bei Versicherungen ist das schwieriger. Aber auch hier ist Bewegung in der Debatte. Mehr und mehr Versicherungsinstitute nehmen ihre soziale und ökologische Verantwortung zunehmend ernst.

Auf Initiative von Oxfam haben nun drei Versicherungen erklärt, auf die Spekulation mit Rohstoffen und damit auch auf die Spekulation mit Nahrungsmitteln zu verzichten. In der Erklärung bekennen sie sich dazu, dass

  • … die Prämien unserer Versicherten nicht an Warenterminbörsen investiert werden.
  • … auf Investitionen in Finanzprodukte, deren Rendite in direktem Zusammenhang mit Rohstoffpreisen stehen, verzichtet wird. Dazu gehören z.B. Rohstoffindexfonds oder auf Rohstoffpreisen basierende Zertifikate.

Darunter sind alternative Versicherungen wie die oeco Capital und die transparente. Auch konventionelle Versicherungen erklären, nicht in die Geschäfte mit dem Hunger involviert zu sein. Dazu zählt zum Beispiel der Volkswohlbund.

Versicherung bewusst wählen

Gerade bei konventionellen Versicherungen ist gegenwärtig der Spielraum für ein rein öko-soziales Angebot eingeschränkt. Dabei gilt generell, bei allen Angeboten genau hinzusehen und nachzufragen, um sicherzugehen, dass die Versicherung in keine Geschäfte verwickelt ist, die man nicht unterstützen möchte.

Oxfam möchte weitere Versicherungen ermuntern, dem Beispiel der oben genannten zu folgen. Oxfam ist der Überzeugung, dass Agrarrohstoffe und Agrarderivate in keinem Investmentfonds enthalten sein sollten. Ebenso dürfen Nahrungsmittel nicht als Anlageklasse beworben werden.

Oxfam ist mit weiteren Versicherern im Gespräch. Sobald sie die Erklärung unterschrieben haben, werden sie auf dieser Seite genannt.

Themen

Nahrungsmittelspekulation

Maßlose Spekulationen mit Agrarrohstoffen sind für die starken Preissprünge der letzten Jahre mitverantwortlich und tragen so zu globalen Nahrungsmittelkrisen bei.