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  • 04. März 2013

Arbeit auf den Kakaoplantagen - ein harter Alltag für Frauen

Die meisten Frauen auf Kakaoplantagen in westafrikanischen Ländern wie der Elfenbeinküste oder Nigeria sind schlecht bezahlte Saisonarbeiterinnen. Sie verdienen deutlich weniger als Männer und besitzen zudem seltener Land. Dabei hätte eine Unterstützung der Frauen direkten Nutzen für die Ernährungslage und die Kindergesundheit.

Die Kakao-Ernte in Ländern wie Nigeria ist eine harte Arbeit. In aller Frühe stehen die Frauen auf und machen sich auf den Weg zu den Plantagen. Die Arbeitsbedingungen sind häufig unzumutbar: Ausbeutung und Armut sind allgegenwärtig.

In Nigeria zum Beispiel erhalten Frauen lediglich zwei bis drei US-Dollar Lohn am Tag, Männer dagegen mehr als das Doppelte. So ergeht es auch Jumoke Popoole. Die Arbeiterin pflückt die Bohnen, trägt sie zur Fermentierung und hilft beim Trocknungsprozess. Dafür erhält sie pro Tag 500 Naira, etwas mehr als drei US-Dollar. Außerdem haben die Frauen keinen Zugang zu Bildung oder Krediten.

Nach Informationen von Oxfam schenken die drei weltweit größten Kakao-Verarbeiter Mondelez, Mars and Nestlé der Diskriminierung von Frauen in diesem Sektor keine Beachtung. Dabei zeigen Studien, dass höhere Löhne für Frauen viel eher einen positiven Nutzen für die Gesundheit der Familie und deren Ernährung haben als steigende Einkommen von Männern.

Untersuchung in der Elfenbeinküste kommt zum Ergebnis: Verdient eine Frau zehn US-Dollar mehr, hat das dieselben positiven Auswirkungen auf Kindergesundheit und die Ernährung, als wenn ein Mann 110 US-Dollar mehr bekommt. Oxfam hat deshalb in Ghana die Kooperation Kuapa Kakoo zu fairen Arbeitsbedingungen mitgegründet.

Kakao zum fairen Preis

Mitglied der Kooperative ist Comfort Kumeah aus Mim. Die 50-jährige Witwe hat einfünf Hektar großes Anbaugebiet geerbt, auf dem sie auch Kakao pflanzt und für den sie über die Kooperative nun faire Preise bekommt. „Bevor ich mich an Kuapa Kakoo beteiligt habe, wurde ich betrogen. Leute haben die Waage manipuliert. Früher habe ich nur wenig Geld von den Käufern bekommen.“