Ein Jahr nach dem verheerenden Erdbeben vom 12. Januar 2010 leben in Haiti noch immer knapp eine Million Menschen in Notunterkünften. Der Wiederaufbau des Landes ist ins Stocken geraten. Dies belegt die internationale Hilfsorganisation Oxfam in ihrem am 6. Januar 2011 veröffentlichten Bericht „From Relief to Recovery“. Oxfam fordert in dem Bericht verstärkte Anstrengungen, um den Wiederaufbau des zerstörten Landes voranzubringen und den Menschen in Haiti eine Perspektive zu geben.

2010 war ein Jahr der verpassten Chancen für den Wiederaufbau Haitis. In vielen Bereichen muss dringend gehandelt werden, zum Beispiel bei der Schaffung von Einkommensmöglichkeiten, der Trümmerbeseitigung, der Instandsetzung von Häusern oder bei der Landzuteilung. Der neuen haitianischen Regierung kommt dabei eine zentrale Rolle zu. Die internationale Gemeinschaft und die Nichtregierungsorganisationen müssen den von der haitianischen Regierung koordinierten Wiederaufbau nachhaltig unterstützen, damit er erfolgreich abläuft.

Erst 42 Prozent der Mittel für Wiederaufbau ausgegeben

Bis Ende 2010 wurden nach Angaben der Vereinten Nationen erst 42 Prozent der für den Wiederaufbau Haitis bereitgestellten Mittel in Höhe von 2,1 Milliarden US-Dollar ausgegeben. Für die Trümmerbeseitigung und Instandsetzung von Häusern wurde insgesamt zu wenig Geld zur Verfügung gestellt. So sind ein Jahr nach der Katastrophe nur fünf Prozent der Trümmer beseitigt und nur 15 Prozent der benötigten Häuser gebaut worden. Solange die riesigen Trümmerberge nicht aus dem Weg geräumt sind, kann nicht in großem Stil mit dem Wohnungsbau begonnen werden.

Haitis Regierung muss jetzt die Zügel in die Hand nehmen

Trotz der aktuellen politischen Schwierigkeiten muss der Prozess des Neuaufbaus jetzt begonnen werden und die internationale Gemeinschaft muss ihn unterstützen. Viele der Geberländer haben sich bislang zu sehr auf ihre eigenen Prioritäten konzentriert und nicht ausreichend koordiniert agiert. Das wiederum hat erheblich die Fähigkeit der haitianischen Regierung geschwächt, den Wiederaufbau zu planen und zu steuern.

Oxfam unterstützt in Haiti mehr als eine Million Menschen. Zum einen im Rahmen der Erdbeben-Hilfe, zum anderen bei der Bekämpfung der Cholera-Epidemie, die das Land seit Oktober heimsucht und bereits mehr als 2.600 Todesopfer gefordert hat.

Mehr Informationen

Download: Bericht „From relief to recovery“

Online-Pressemappe zu „Haiti ein Jahr nach dem Erdbeben“

Oxfam-Pressekontakte in Haiti:

  • Julie Schindall, Port-au-Prince, jschindall@oxfam.org.uk / +509 3701 0651 / +1 617 735 5572
  • Ana Caistor Arendar, Port-au-Prince, aarendar@oxfam.org.uk / + 52 1 551320 9949

Spenden

Oxfam nimmt weiterhin Spenden für den Wiederaufbau in Haiti entgegen:

Oxfam Deutschland
Spendenkonto: 13 13 13
Bank für Sozialwirtschaft Köln
BLZ 370 205 00
Stichwort: Erdbeben Haiti

Oxfam Deutschland trägt das Spendensiegel des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI).