Hohe und schwankende Nahrungsmittelpreise werden im nächsten Jahrzehnt die Ernährungssicherheit von Hunderten Millionen Menschen gefährden. Eine heute von Oxfam vorgestellte interaktive Weltkarte erläutert die Ursachen für steigende und schwankende Nahrungsmittelpreise in einzelnen Ländern und ihre Auswirkungen auf die armen Bevölkerungsschichten. Die Karte zeigt damit zugleich eindringlich auf, wo akuter politischer Handlungsbedarf besteht. „Schöne Worte wurden genug gewechselt, nun müssen Taten folgen“, fordert Oxfams Agrarexpertin Marita Wiggerthale. Die Staats- und Regierungschefs der G20 hätten bislang nicht genug getan, um den hungernden Menschen zu helfen. Die Zahl der Hungernden könne bald wieder die Milliardengrenze überschreiten.
 

Die interaktive Weltkarte und den Embed-Code gibt es hier: zur interaktiven Weltkarte


Die interaktive Weltkarte kann in jede Website integriert werden. Nutzer/innen haben einen einfachen Zugriff auf Informationen und können sich an Aktionen rund um das Thema Nahrungsmittelkrisen beteiligen. Die Karte ist Teil von Oxfams internationaler Kampagne „Mahlzeit!“ - Ein Planet. 9 Milliarden. Alle satt.“, mit der Oxfam einen grundlegenden Wandel hin zu einem neuen ökologischen Zeitalter, einer zukunftsfähigen Landwirtschaft und mehr Verteilungsgerechtigkeit bei Nahrungsmitteln fordert. Mehr unter: Mahlzeit!
 

Welche Länder sind betroffen?

Die Weltkarte weist Länder aus, die bei Nahrungsmittel-Preissprüngen besonders krisenanfällig sind, in denen es zu Hungerprotesten kommt oder die unter wetterbedingten Preissteigerungen leiden. Zum Beispiel:
 

  • Pakistan: Fast zwei Drittel der Bevölkerung geben 50 bis 70 Prozent ihres Haushaltseinkommens für Nahrungsmittel aus. Sie sind damit besonders von steigenden Nahrungsmittelpreisen betroffen.
  • Guatemala: Fast die Hälfte aller Kinder unter fünf Jahren in Guatemala ist chronisch unterernährt. In ländlichen Gebieten hungern bis zu 70 Prozent der Kinder.
  • Russland: Im Zeitraum von Juli 2010 bis März 2011 sind die Preise des Nahrungsmittelkorbs durchschnittlich um 20 bis 30 Prozent gestiegen. Auch nach der Einführung eines Exportverbots für Nahrungsmittel verharrten die Preise auf hohem Niveau.

Pressekontakt:

Adréana Peitsch, Oxfam Deutschland e.V., Greifswalder Straße 33a, 10405 Berlin,
Tel.: 030 - 45 30 69 35, E-Mail: apeitsch@oxfam.de, www.oxfam.de
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Oxfam Deutschland ist eine unabhängige Hilfs- und Entwicklungsorganisation, die sich für eine gerechte Welt ohne Armut einsetzt. Im internationalen Verbund Oxfam kooperieren 17 nationale Oxfam-Organisationen mit mehr als 3.000 lokalen Partnerorganisationen in mehr als 90 Ländern.