Rund zwei Drittel der von Oxfam befragten syrischen Flüchtlinge befürchten, nicht mehr in ihre Heimat zurückkehren zu können. An der Umfrage nahmen 151 syrische Familien mit insgesamt 1.015 Angehörigen teil, die in Jordanien Zuflucht vor dem Konflikt in ihrem Land gefunden haben. Während die überwältigende Mehrheit der Befragten sich eine Rückkehr nach Syrien wünscht, hält dies nur ein Drittel für realistisch, von denen wiederum 78 Prozent nicht wissen, wann eine Rückkehr möglich sein wird.

“Millionen Menschen leben in Ungewissheit über ihre Zukunft und kämpfen täglich ums Überleben, doch die internationale Aufmerksamkeit für ihre Not nimmt dramatisch ab“, so Robert Lindner, Kampagnenreferent für Syrien bei Oxfam Deutschland. Abu Mustaffa, siebenfacher Vater aus dem syrischen Governement Haamra, der nun in einer Zeltsiedlung im Jordantal lebt, sagt: “Niemand kann in unser Dorf zurück, es ist zu gefährlich dort. Wir bitten die Menschen auf der Welt, uns zu helfen, damit wir in unser Land zurückkehren können.“ (Fotos und Hintergrundinformationen zur Situation von Abu Mustaffa gibt es hier.)

Oxfam fordert größeres Engagement der Staatengemeinschaft

Drei Jahre sind seit dem Ausbruch der Syrienkrise vergangen. Oxfam fordert die internationale Staatengemeinschaft auf, mehr zu tun, um das Blutvergießen zu stoppen und den betroffenen Menschen finanziell zur Seite zu stehen. Die Nothilfe- und Entwicklungsorganisation erwartet, dass es in Syrien und seinen Nachbarländern zu dramatischen Engpässen bei Nahrungsmitteln, Wasser, Unterkünften, medizinischer Versorgung und Schulbildung kommt, sollten die Geberländer nicht bald das nötige Geld zur Verfügung stellen. Die UN schätzen den Finanzbedarf für das laufende Jahr auf mindestens 6,5 Milliarden US-Dollar.

Kampagne #WithSyria will Politiker/innen wachrütteln

Mehrere Nothilfe- und Menschenrechtsorganisationen, darunter Save the Children, Oxfam, Amnesty International und das International Rescue Committe, haben die Kampagne #WithSyria ins Leben gerufen. Rund um den dritten Jahrestag des Konflikts finden weltweit Aktionen statt (siehe www.with-syria.org). Das Bündnis fordert die führenden Politiker/innen der Welt auf, alles dafür zu tun, dass es keinen weiteren Jahrestag des Blutvergießens gibt. Zudem fordern die Organisationen, dass Flüchtlinge und die Menschen in den belagerten Gebieten innerhalb Syriens Zugang zu Hilfsleistungen erhalten.

Oxfam bittet um Spenden

Oxfam hat bisher rund 900.000 Menschen unterstützt, die von dem Konflikt in Syrien betroffen sind. In Jordanien kümmert sich die Organisation darum, dass Flüchtlinge Zugang zu Wasser, sanitären Anlagen und Hygieneartikeln haben und die Müllentsorgung funktioniert. Im Libanon bereitet Oxfam derzeit die Verteilung von Bargeld und Gutscheinen vor und in Syrien selbst stellt die Organisation für rund 500.000 Menschen sauberes Trinkwasser bereit. Um diese Arbeit fortzusetzen und auszubauen, bittet Oxfam um weitere Spenden: http://www.oxfam.de/informieren/syrien.

Fotos und Berichte (auf Englisch) zur Situation syrischer Flüchtlinge: