• Pressemitteilung
  • 2. Dezember 2015
  • Berlin/Paris

Oxfam: Die reichsten 10 Prozent verursachen die Hälfte der weltweiten Treibhausgase

Emissionen in den Schwellenländern dienen oft dem Konsum der Menschen in den reichen Ländern

Es sind weltweit vor allem die reichen Menschen, die durch ihren extremen Konsum zum Klimawandel beitragen. Das geht aus dem heute veröffentlichten Bericht „Extreme Carbon Inequality“ der Entwicklungsorganisation Oxfam hervor, der die konsumbedingten Emissionen der Menschen in armen und reichen Ländern vergleicht. Zwar wächst der Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase vor allem in den Schwellenländern, dient dabei aber großenteils der Produktion von Waren, die in reichen Ländern konsumiert werden.

Dem Bericht zufolge ist damit die ärmere Hälfe der Weltbevölkerung – dreieinhalb Milliarden Menschen – für nur zehn Prozent des weltweiten Ausstoßes klimaschädlicher Treibhausgase verantwortlich, werden aber von Stürmen, Dürren und anderen Folgen des Klimawandels besonders hart getroffen. Den reichsten zehn Prozent der Weltbevölkerung, so der Bericht weiter, ist die Hälfte der CO2-Emissionen zuzuschreiben.

Oxfam-Klimaexperte Jan Kowalzig kommentiert: „Klimawandel und soziale Ungleichheit sind untrennbar verknüpft  und bilden eine der größten Herausforderungen des 21. Jahrhunderts. Die zehn Prozent der Weltbevölkerung, die für die Hälfte der weltweiten Treibhausgase verantwortlich sind, dürfen sich ihrer Verantwortung nicht entziehen – egal, wo sie leben. Zwar müssen auch Schwellenländer ihren fairen Beitrag zur Begrenzung des Klimawandels leisten, allerdings trägt auch ein reicher Inder immer noch wesentlich weniger zum Klimawandel bei als beispielsweise ein durchschnittlicher Amerikaner. Zudem wird oft vergessen, dass in den Schwellenländern auch die Mehrheit der ärmsten Menschen lebt, die überhaupt nicht zum Klimawandel beitragen, aber extrem unter den Folgen leiden.“

Der Bericht „Extreme Carbon Inequality“ zeigt, wie die Verantwortung für Emissionen über Grenzen hinweg, aber auch innerhalb einzelner Länder mit sozialer Ungleichheit verknüpft ist:

Ein Angehöriger des reichsten Prozents der Weltbevölkerung ist demnach für 175mal mehr Treibhausgase verantwortlich als ein Angehöriger der ärmsten zehn Prozent.
Ein Angehöriger der reichsten zehn Prozent Indiens verursacht nur ein Viertel des CO2-Ausstoßes eines Angehörigen der ärmeren Hälfte der US-Bevölkerung; und ein Angehöriger der ärmeren Hälfte der indischen Bevölkerung nur ein Zwanzigstel.
Der gesamte Treibhausgasausstoß der ärmeren Hälfte der chinesischen Bevölkerung (rund 600 Millionen Menschen) beträgt nur ein Drittel der Emissionen, die den 30 Millionen reichsten US-Amerikanern zuzuschreiben sind.

Jan Kowalzig: „ Bei den Verhandlungen in Paris wird jedes Land für die Emissionen verantwortlich gemacht, die auf seinem Territorium entstehen – dass für den Konsum in anderen Ländern produziert wird, fällt unter den Tisch. Das führt dazu, dass sich manche reiche Länder mit Klimaschutz brüsten, obwohl sich lediglich die Produktion verlagert hat, der Konsum aber unverändert hoch ist.“

Der Bericht „Extreme Carbon Inequality“ steht zum Download bereit unter https://www.oxfam.de/oxfam-extreme-carbon-inequality-20151202-engl.pdf.

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