• Pressemitteilung
  • 9. Juli 2018
  • Berlin/Mossul

Oxfam: Auch ein Jahr nach der Befreiung ist Mossul kein Ort zum Leben

Hilfsorganisation berichtet von zerstörten Häusern, Gefahr durch Blindgänger, und katastrophalen hygienischen Zuständen
Auch ein Jahr nach der Befreiung von der Herrschaft des sogenannten Islamischen Staates (IS) scheuen sich Tausende ehemalige Einwohner/innen der irakischen Stadt Mossul, dorthin zurückzukehren. Darauf weist die Nothilfe- und Entwicklungsorganisation Oxfam hin. Viele Häuser sind vollständig zerstört, in einigen Gegenden mangelt es weiter an Elektrizität und fließendem Wasser.
Zerstörte Straßen und Gebäude in West-Mosul

Im Irak warten über zwei Millionen Menschen darauf, in ihre Heimatorte zurückkehren zu können. Tausende trauen sich nicht zurück nach Mossul, das vor einem Jahr von der Herrschaft des IS befreit wurde.

Die dichtbesiedelte Altstadt Mossuls wurde in den letzten Tagen der Kämpfe schwer beschädigt und birgt Gefahren durch nichtexplodierte Bomben und Munition. Über 3000 Häuser, Schulen und Geschäfte wurden zerstört, Wasser- und Abwasserleitungen beschädigt. Bis heute gibt es in der Altstadt kein fließendes Wasser.

Andres Gonzalez, Oxfams Landesdirektor im Irak, erklärt: „Teile von Mossul liegen in Schutt und Asche. Aufräumarbeiten haben begonnen, aber die zweitgrößte Stadt des Irak wieder aufzubauen, braucht Zeit. Wir müssen uns um die Menschen kümmern, die im Kampf gegen den IS alles verloren haben – junge Leute, die mehrere Jahre nicht zur Schule gehen konnten, Frauen und Männer, deren Freiheit stark beschnitten war.“

Oxfam arbeitet in der Altstadt von Mossul an der Wasserversorgung und den Abwassersystemen, repariert Pumpstationen und versucht, die bisher 130.000 Rückkehrer/innen mit fließendem Wasser zu versorgen. Der Sommer im Irak, mit Temperaturen von bis zu 45 Grad Celsius, macht eine funktionierende Wasserversorgung äußerst dringlich.

Abdulaziz Aljarba, Leiter von Oxfams Partnerorganisation „Al Tahreer Association for Development“, ergänzt: „Die internationale Gemeinschaft muss zusammen mit den irakischen Behörden vor allem die Armut bekämpfen. Dabei ist es wichtig, die betroffenen Gemeinschaften vor Ort einzubinden, damit auch die ärmsten Familien von den Hilfsmaßnahmen profitieren.“

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