Rund 80 Prozent der Millionär*innen sind der Meinung, dass Superreiche politischen Einfluss kaufen

Millionär*innen sehen negative Auswirkungen von Präsident Trump auf die globale Stabilität

77 Prozent der Millionär*innen weltweit sind der Ansicht, dass Superreiche politischen Einfluss kaufen. Das zeigt eine neue Umfrage im Auftrag der Patriotic Millionaires, die heute während des Weltwirtschaftsforums in Davos erscheint. Zusammen mit den Patriotic Millionaires veröffentlicht Oxfam einen offenen Brief von rund 400 Millionär*innen aus 24 Ländern. Sie fordern die Politik auf, die extreme Vermögenskonzentration zu bekämpfen sowie Superreiche stärker zu besteuern. Zu den Unterzeichner*innen gehört unter anderem der US-amerikanische Schauspieler und Regisseur Mark Ruffalo und Blinkist-Gründer Sebastian Klein.  

Die wichtigsten Ergebnisse der Umfrage:

  • 77 Prozent der befragten Millionär*innen sagen, dass Superreiche politischen Einfluss kaufen.
  • Sechs von zehn Befragten sagen, dass Donald Trump sowohl die globale wirtschaftliche Stabilität als auch die Lebenshaltungskosten für die breite Bevölkerung negativ beeinflusst hat.
  • 81 Prozent glauben, dass extrem wohlhabende Personen durch ihren Reichtum Zugang zu Politiker*innen erhalten können.
  • 82 Prozent sind der Meinung, dass es eine Obergrenze dafür geben sollte, wie viel Geld Politiker*innen und politische Parteien von Einzelpersonen erhalten dürfen.
  • 62 Prozent halten extremen Reichtum für eine Bedrohung der Demokratie.
  • 71 Prozent glauben, dass Menschen mit extrem großen Vermögen Wahlausgänge maßgeblich beeinflussen können.

Mark Ruffalo, preisgekrönter US-amerikanischer Schauspieler und Regisseur:

Donald Trump und die einzigartige Bedrohung, die er für die amerikanische Demokratie darstellt, sind nicht über Nacht entstanden. Extreme Vermögensungleichheit hat jeden seiner Schritte ermöglicht und ist die eigentliche Ursache des Trends hin zum Autoritarismus, den wir in den USA und weltweit beobachten. Wenn die Politiker*innen und Wirtschaftsvertreter*innen in Davos die Bedrohung für Demokratie und Rechtsstaatlichkeit ernst nehmen, müssen sie den Kampf gegen die extreme Konzentration von Reichtum ernsthaft aufnehmen. Dazu gehört auch, reiche Menschen wie mich zu besteuern.

Amitabh Behar, Geschäftsführer von Oxfam International: „Im vergangenen Jahr war der Anstieg des Vermögens von Milliardär*innen beispiellos. Den Superreichen wird völlig freie Hand gelassen. Es ist kaum zu begreifen, dass das reichste Prozent inzwischen dreimal so viel besitzt wie das gesamte öffentliche Vermögen der Welt zusammen. Das verdeutlicht, wie absurd groß die Kluft zwischen Superreichen und dem Rest der Menschheit geworden ist. Regierungen müssen jetzt Steuern für die Superreiche einführen und der Verringerung von Ungleichheit höchste Priorität einräumen. Die Welt kann diesen gefährlichen Kurs nicht fortsetzen.“

Redaktionelle Hinweise

  • Die von Survation zwischen Dezember 2025 und Januar 2026 durchgeführte Umfrage wurde von Patriotic Millionaires in Auftrag gegeben. Befragt wurden 3.900 Personen aus den G20-Ländern mit Vermögenswerten von über eine Million US-Dollar (ohne Immobilien). Patriotic Millionaires ist ein Zusammenschluss reicher Amerikaner*innen, die ein faires Steuersystem fordern.
  • Den offenen Brief „Time to Win“ von 400 Millionär*innen hat Patriotic Millionaires gemeinsam mit Oxfam, Millionaires for Humanity und taxmenow initiiert (Liste der Unterzeichner*innen).
  • Daten zu öffentlichem und privatem Vermögen stammen aus der World Inequality Database (WID). Das weltweite Gesamtvermögen des reichsten Prozent belief sich laut WID im Jahr 2024 auf 223 Billionen US-Dollar, während das weltweite Nettovermögen des öffentlichen Sektors rund 70 Billionen US-Dollar betrug. 
  • Mitarbeiter im Presseteam: Sebastian Danz.

    Sebastian Danz

    Pressereferent Soziale Ungleichheit, Steuern, humanitäre Krisen, Oxfam Shops