Bericht zur sozialen Ungleichheit 2026
Milliardär*innen besitzen so viel wie nie zuvor. Im letzten Jahr ist ihr Vermögen um weitere 2,5 Billionen US-Dollar gewachsen – dieser Anstieg entspricht fast dem gesamten Vermögen der ärmeren Hälfte der Weltbevölkerung.
Der neue Ungleichheits-Bericht zeigt: Die Macht der Superreichen gefährdet die Demokratie. Wir müssen ihren extremen Reichtum angemessen besteuern, in soziale Gerechtigkeit investieren und Mittel für Entwicklungszusammenarbeit wieder erhöhen.
Wir befinden uns in der Ära der Milliardär*innen – und das ist keine gute Nachricht für die Welt.
Die Wirtschaftsmacht der Superreichen schlägt sich immer deutlicher in politischer Macht nieder und höhlt die Demokratie immer weiter aus. Das sehen wir zum Beispiel in den USA, wo der Milliardär Donald Trump mit seiner reichenfreundlichen Agenda die Ungleichheit immer weiter anfacht, mit weltweiten Folgen.
Die Unsummen-Uhr der Milliardenvermögen
Armut und Hunger
Während die Ungleichheit in vielen Regionen wächst und eine privilegierte Minderheit immer reicher wird, sind Milliarden von Menschen mit Armut und Hunger konfrontiert:
- Fast die Hälfte der Weltbevölkerung – 3,77 Milliarden Menschen – leben in Armut, also von weniger als 8,30 US-Dollar pro Tag.
- Rund 2,3 Milliarden Menschen sind von moderater oder schwerer Ernährungsunsicherheit betroffen. Diese Zahl stieg zwischen 2015 und 2024 um 42,6 Prozent.
Frauen sind überproportional stark von Armut betroffen, auch weil sie einen Großteil der unbezahlten Care-Arbeit leisten und deshalb eine geringere soziale Absicherung haben.
Ungleichheit in Deutschland
Auch in Deutschland wächst der Superreichtum:
- 2025 ist die Gesamtzahl der Milliardär*innen um ein Drittel auf 172 gestiegen. Deutschland hat die viertmeisten Milliardär*innen weltweit.
- Ein*e deutsche*r Milliardär*in verdient in weniger als anderthalb Stunden das durchschnittliche Jahreseinkommen in Deutschland.
- Das Gesamtvermögen aller deutschen Milliardär*innen stieg 2025 inflationsbereinigt um 30 Prozent auf 840,2 Milliarden US-Dollar.
Die Median-Gehälter von CEOs in Deutschland sind zwischen 2019 und 2024 30-mal so stark gestiegen wie die Reallöhne von Beschäftigten. Gleichzeitig lebt etwa ein Fünftel der Menschen in Deutschland in Armut.
Und wer arm ist, bleibt arm; wer reich ist, bleibt reich: Generell ist die Chance auf sozialen Aufstieg in Deutschland geringer geworden.
Ungleichheit gefährdet Demokratie
Der Ungleichheits-Bericht zeigt, wie sich Superreiche mit ihren beispiellosen Ressourcen politische Macht sichern und die öffentliche Meinungsbildung beeinflussen, um die Regeln von Wirtschaft und Gesellschaft zu ihrem eigenen Vorteil zu gestalten. Sie nehmen finanziell Einfluss auf Politik, Eigentum und Kontrolle von Medien und verschaffen sich direkten Zugang zu politischen Ämtern.
Viele Menschen erleben zunehmende Unsicherheit und Armut. Eine Politik auf Kosten der Mehrheit führt daher dazu, dass immer mehr Menschen das Vertrauen in demokratische Institutionen verlieren. Das spielt antidemokratischen, rechtsextremen Parteien in die Hände, die vielerorts an Unterstützung und Macht gewinnen und die Zerstörung der Demokratie vorantreiben.
Um die Demokratie zu schützen, muss die Bundesregierung endlich entschieden gegensteuern und eklatante Gerechtigkeitslücken schließen:
Während Durchschnittsverdienende ordentlich Steuern und Abgaben zahlen, tragen Milliardär*innen oft zu wenig zum Gemeinwohl bei. Das ist Gift für die Demokratie.
Milliardär*innen besteuern, Gerechtigkeit schaffen!
Regierungen müssen dafür sorgen, dass Superreiche einen angemessenen Beitrag zum Gemeinwohl leisten und dass ihre Macht sowie der Einfluss von Konzernen beschränkt werden. Gleichzeitig müssen Regierungen in allgemein zugängliche, geschlechtergerechte und inklusive Bildungs-, Gesundheits- und soziale Sicherungssysteme sowie einen sozial gerechten Klimaschutz investieren.
Unterstützen Sie unseren Aufruf: Milliardär*innen besteuern, Gerechtigkeit schaffen!
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Deutsche Analyse: „Die Zerreißprobe: Wie extreme soziale Ungleichheit die Demokratie gefährdet“