Der Preis der Kürzungen

Die Folgen sinkender Ausgaben für Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe

Weltweit ist ein Rückgang der Mittel für Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe zu beobachten, dem auch Deutschland mit seinen aktuellen Haushaltsentscheidungen folgt. So sind die deutschen Ausgaben für Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe in den vergangenen Jahren deutlich gesunken. Bereits heute unterschreitet Deutschland das international vereinbarte Ziel, 0,7 Prozent des Bruttonationaleinkommens für öffentliche Entwicklungsleistungen (ODA-Quote) bereitzustellen. Im Jahr 2025 lag die deutsche ODA-Quote bei lediglich 0,56 Prozent. Mit den geplanten weiteren Kürzungen setzt sich dieser Trend fort.

Gleichzeitig nimmt der Bedarf an internationaler Unterstützung weltweit zu. Bewaffnete Konflikte, Hungerkrisen, die Folgen des Klimawandels und anhaltende Armut betreffen Millionen Menschen. Frauen, Kinder, LGBTQIA+-Personen und andere benachteiligte Menschen sind besonders gefährdet.

Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe leisten einen wichtigen Beitrag zur Bewältigung dieser Herausforderungen:

  • Entwicklungszusammenarbeit setzt auf die langfristige Überwindung von Armut und Ungleichheit, stärkt die Widerstandsfähigkeit von Gesellschaften und unterstützt den Aufbau tragfähiger Strukturen. Sie fördert den Zugang zu Bildung und Gesundheitsversorgung, stärkt soziale Sicherungssysteme und schafft wirtschaftliche Perspektiven.
  • Humanitäre Hilfe trägt dazu bei, Leben zu retten und die Folgen akuter Krisen zu begrenzen.

Die geplanten Kürzungen drohen nun die Entwicklungsfortschritte der vergangenen Jahre zunichtezumachen. Sie treffen insbesondere die Menschen, die ohnehin unter den Folgen von Armut, Konflikten und Krisen leiden.

Bis 2030 könnten die deutschen und internationalen Kürzungen zu schätzungsweise 9,4 bis 22,6 Millionen zusätzlichen vermeidbaren Todesfällen führen, darunter rund fünf Millionen Kinder unter fünf Jahren.

Dieses Dossier zeigt anhand von Fakten und Zahlen, welche Auswirkungen sinkende Mittel für Krisen und Menschenrechte sowie für die Bereiche Hunger, Bildung, Gesundheit und die Rechte und Chancen von Frauen und Mädchen haben können.

 

Wenn Gesundheitsstationen schließen und Frauenrechtsorganisationen ihre Arbeit einstellen müssen, hat das einen Preis: Frauen verlieren ihr Leben, Mädchen ihre Perspektiven.

Deutschland muss dieser Entwicklung entgegentreten, anstatt sie durch Kürzungen zu verschärfen. Internationale Solidarität mit Frauen und Mädchen darf in unserer angespannten Weltlage nicht zur Streichmasse werden.

Charlotte Becker, Vorständin von Oxfam Deutschland
Charlotte Becker, Vorständin (interim) des Oxfam Deutschland e.V.
  • Dossier: „Der Preis der Kürzungen. Die Folgen sinkender Ausgaben für Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe“

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