2 Menschen stehen vor zwei Trinkwasserautomaten, aus denen Wasser in ihre Flaschen läuft.

Ukraine

Die Situation vor Ort

Seit dem 24. Februar 2022 herrscht in der Ukraine Krieg. Die Folgen für die Zivilbevölkerung sind verheerend. Häuser werden zerstört, Familien getrennt und Menschen getötet. Zudem tragen Granatenbeschuss und Luftangriffe regelmäßig zur Zerstörung wichtiger Infrastruktur bei. Davon sind Gesundheitseinrichtungen, Wasserversorgung und Schulen betroffen.

Eine verschneite Straße in Kyiv. Es ist dunkel. Auf dem Gehweg ein Mensch mit Rucksack, auf der Straße die Scheinwerfer eines Autos.

Blackouts (Stromausfälle) bei bitterer Kälte sind für die Menschen in der Ukraine aktuell an der Tagesordnung.

Winter als Waffe

In der Ukraine ist Winter – der vierte Kriegswinter. Die Temperaturen liegen im Januar und Februar 2026 weit unter Null, örtlich teils bei bis zu Minus 20 Grad Celsius.

Bei dieser eisigen Kälte sind viele Menschen ohne Strom, Heizung und Wasser. Denn Russland greift immer wieder gezielt die Energieinfrastruktur und Kraftwerke an – und setzt so den Winter als Waffe im Angriffskrieg gegen die Ukraine ein.

Ziel ist es, die Menschen zu zermürben und zur Flucht zu treiben. Blackouts (Stromausfälle) bei bitterer Kälte sind für die Menschen in der Ukraine aktuell an der Tagesordnung. Das verschärft die humanitäre Situation der Zivilbevölkerung kurz bevor sich der Tag des Angriffs von Russland auf die Ukraine am 24. Februar zum vierten Mal jährt.

Der Krieg verschärft den Hunger

Die Ukraine und Russland sind die wichtigsten Weizenproduzenten für den Weltmarkt. Infolge des Krieges sind Lebensmittelpreise, die ohnehin schon hoch waren, noch weiter gestiegen.

Länder wie Eritrea, Somalia und Jemen, in denen bereits Millionen von Menschen hungern, sind in hohem Maße auf diese Weizenimporte angewiesen. Der Krieg hat die Ernährungskrise verschärft, sodass Nahrungsmittel für Millionen von Menschen unerreichbar geworden sind.

Nadiya Pavlenko steht vor ihrer neuen Latrine aus Holz. Sie strahlt in die Kamera.

Nadiya Pavlenko hat eine Latrine von Oxfam erhalten. „Ich habe mich mit meiner Tochter und meinem Schwiegersohn seit Beginn des Krieges bis zum 8. März in meinem Keller versteckt. Nachts hörten wir die Flugzeuge, und wir bedeckten unsere Köpfe mit den Händen. Es war eine schreckliche Erfahrung. Als mein Haus getroffen wurde, war ich nicht zu Hause. Ich habe mein ganzes Leben lang gearbeitet, jetzt habe ich nichts mehr. Aber wir haben harte Zeiten überlebt. Wir müssen weiterleben.“

Millionen von Menschen auf der Flucht

Ein Drittel der Gesamtbevölkerung der Ukraine ist durch den Krieg gewaltsam vertrieben worden. Die betroffenen Menschen sind entweder in weniger gefährliche Gebiete innerhalb der Ukraine oder aber in Nachbarländer geflohen.

Die Lage der Zivilbevölkerung ist durch den Rückzug der US-amerikanischen Entwicklungsbehörde „USAID“ aus mehreren Projekten Anfang 2025 noch prekärer geworden. Außerdem kommt es in manchen Regionen zu einem vorsichtigen Rückzug ukrainischer Truppen. 

Vladislav Kubrak steht in einem Waschraum vor einem großen Paket Hygienepapierrollen. Hinter ihm befinden sich weitere Kartons mit Hygieneartikeln.

Oxfam-Mitarbeiter Vladislav Kubrak überprüft Hygieneartikel zur Unterstützung einer Unterkunft für Vertriebene in Nowoselivka.

Was wir dank Ihrer Hilfe erreicht haben

Dank der großen Unterstützung und Spendenbereitschaft unmittelbar nach Kriegsbeginn, konnten wir gemeinsam mit unseren Partnerorganisationen hunderttausende Menschen mit lebenswichtiger humanitärer Hilfe erreichen. Dazu gehören die Bereitstellung von Wasser und Sanitäranlagen (WASH), sicheren Unterkünften und Lebensmitteln.

Seit Kriegsbeginn hat Oxfam an Projekten in der Ukraine, aber auch in Polen, der Republik Moldau und Rumänien gearbeitet. Denn viele Menschen, die aus der Ukraine geflohen sind, haben Schutz in den drei Nachbarstaaten gesucht. Mit der Verfestigung des Konflikts haben wir unseren Fokus auf die Ukraine gerichtet. 

Wir konzentrieren uns besonders darauf, Schutz und Unterstützung für gefährdete und marginalisierte Bevölkerungsgruppen zu bieten. Dazu zählen Rom*nja, LGBTQIA+-Personen, Frauen, Drittstaatenangehörige und Menschen mit Behinderungen.

Unsere Arbeit vor Ort

Insgesamt umfassen unsere Projekte folgende Bereiche:

  • Schutz vor Menschenhandel und sexualisierter Gewalt
  • Wasser-, Sanitärversorgung und Hygiene (WASH), dazu gehören beispielsweise die Reparatur von Sanitäranlagen, Bereitstellung von Latrinen und Duschen sowie die Verteilung von Hygienesets
  • Zugang zu Nahrungsmitteln und Sicherung der Existenzgrundlagen
  • Rechtliche und psychosoziale Unterstützung für Menschen, die geschlechtsbasierte und sexualisierte Gewalt erlebt haben
  • Stärkung der Rechte von Migrant*innen, Frauen und anderen marginalisierten Gruppen

Beispielprojekte

WASH

In der Region um die Großstadt Mykolaiv im Süden der Ukraine wurden Wasseraufbereitungsanlagen mit Solarenergie ausgestattet, um Ausfälle bei Strommangel zu verhindern.

Zusätzlich konnte in Novoselivka ein Brunnen repariert und modernisiert werden. Die Stadt war zeitweise von der Trinkwasserversorgung abgeschnitten – in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung hat Oxfam hier Dutzende Entnahmestellen für sauberes Wasser installiert – für mehrere Zehntausend Menschen. 

Sicherung der Existenzgrundlagen

Die zu Beginn des Krieges schwer bombardierte Stadt Mykolaiv war monatelang unsicher. Etwa die Hälfte der 500.000 Einwohner*innen ist geflohen. Diejenigen, die geblieben sind, haben einen Trolleybus/Taxi-Anbieter für Menschen mit Behinderung eingerichtet. Gemeinsam mit der Shchedryk-Stiftung konnten wir die Eröffnung des neuen Taxidienstes sowie die Ausbildung der Taxifahrer*innen finanziell unterstützen.

Eine junge Frau im Rollstuhl schaut selbstbewusst in die Kamera. Im Hintergrund stehen Tische und Stühle eines industriell eingerichteten Lokals.tergrund

Anastasia* und ihr Geschäftspartner Ivan* haben einen kleinen Zuschuss von der Shchedryk-Stiftung erhalten, um einen speziellen Taxidienst für Menschen mit Behinderungen in der Stadt Mykolaiv einzurichten.

*Name zum Schutz der Person gekürzt oder geändert. 

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Aktuelles

Ansprechpartner*innen

  • Stefanie Möller

    Stefanie Möller

    Clusterleitung Programme (interim) und Teamleitung Institutionelle Partnerschaften