Am 25. April 2015 wurde Nepal, eines der ärmsten Länder der Welt, von einem gewaltigen Erdbeben der Stärke 7,8 erschüttert. Gut zwei Wochen später richtete ein zweites schweres Beben weitere Zerstörungen an. Fast 9.000 Menschen kamen ums Leben, über 22.000 wurden verletzt. Mehr als 600.000 Gebäude stürzten komplett ein, weitere 290.000 trugen Schäden davon. Hundertausende von Familien wurden kurz vor Beginn der Monsunzeit obdachlos.   

Lebensrettende Nothilfe hatte für Oxfam direkt nach dem Erdbeben oberste Priorität. Obwohl sich die humanitäre Situation verbessert hat, bleiben Notunterkünfte, Lebensmittel, Einkommensmöglichkeiten, Wasser- und Sanitärversorgung sowie Schutz für die Betroffenen von höchster Wichtigkeit. Das kalte und feuchte Monsunwetter hat die Situation für einen Teil der Bevölkerung verschärft, und es ist nach wie vor eine Herausforderung, die Menschen in abgelegenen Bergdörfern zu erreichen. Angesichts der bevorstehenden kalten Jahreszeit liegt ein Schwerpunkt nun auch auf der Winterhilfe.

530.000 Menschen sind weiterhin auf die Unterstützung mit Nahrungsmitteln angewiesen (Stand: Ende September 2015). 81.000 Haushalte mit insgesamt 400.000 Menschen in den Höhenlagen benötigen Hilfsgüter und Materialien, um ihre Häuser winterfest zu machen.

Insgesamt hat Oxfam in Nepal bislang über 445.000 Kinder, Frauen und Männer unterstützt. Unsere Teams haben über 54.000 Bausätze zur Instandsetzung beschädigter Häuser verteilt (sogenannte „Emergency Shelter Kits“ und „Improved Shelter Kits“). Mehr als 35.000 Menschen wurden mit sauberem Wasser versorgt. Knapp 8.000 von Oxfam errichtete Latrinen werden von über 116.000 Menschen genutzt. Rund 17.000 kleinbäuerliche Haushalte erhielten Reissaat, um das Saatgut zu ersetzen, das beim Erdbeben zerstört wurde.

Aktuell befinden wir uns in der Übergangsphase von der akuten Nothilfe zum langfristigen Wiederaufbau. Dieser muss sich nach den Bedürfnissen der Bevölkerung richten – zum jetzigen Zeitpunkt wie auch vor allem mit Blick auf die Zukunft.

Wir bedanken uns herzlich bei allen Spenderinnen und Spendern, die uns ermöglicht haben, die Menschen in Nepal zu unterstützen!