Im Wein liegt die Wahrheit: Ausbeutung auf Traubenfarmen in Südafrika

Die Trauben- und Weinindustrie in der westlichen Kap-Provinz erwirtschaftet jährlich Milliardenbeträge, doch die Arbeiterinnen bei der Ernte leiden unter ausbeuterischen Verhältnissen. Was tun? Boykott ist keine Lösung, aber unser Partner „Women on Farms Project“ hat eine bessere Idee.

Zu Weihnachten wollen viele Menschen mit einem Glas Wein anstoßen. Dabei sind Weine aus Chile, Argentinien oder Südafrika auch in Deutschland sehr beliebt. Unter welchen Bedingungen sie produziert werden, weiß aber kaum jemand. In der westlichen Kap-Provinz, wo die süßen Trauben für Südafrikas berühmten Wein und Tafeltrauben für deutsche Supermarktketten geerntet werden, hat Oxfam hinter die Kulissen geschaut.

Die Trauben- und Weinindustrie in der westlichen Kap-Provinz erwirtschaftet jährlich Beträge in Milliardenhöhe. Die Arbeiter/innen, die Wein- und Tafeltrauben ernten, haben davon kaum etwas. Sie gehören zu den am schlechtesten bezahlten Beschäftigten in Südafrika und leiden unter ähnlich ausbeuterischen Verhältnissen wie Arbeiter/innen in der tropischen Fruchtproduktion in Ecuador und Costa Rica.

Von einem Leben am Existenzminimum berichteten uns nicht nur die Arbeiter/innen selbst, sondern auch unser Partner Women on Farms Project (WFP). Gemeinsam mit Oxfam unterstützt WFP Farmarbeiterinnen dabei, für ihre Rechte einzustehen. Denn Frauen, die auf Farmen arbeiten, leiden noch immer häufig unter Diskriminierung. In Gewerkschaften sind sie so gut wie gar nicht vertreten und auch sonst bekommen sie kaum Unterstützung.

Beim Einkaufen nachfragen

Konsument/innen in Deutschland sollten wissen, woher der Wein kommt, den sie trinken – und unter welchen Bedingungen er produziert wird.
Colette Solomon, Women on Farms Project

Ein Boykott von Wein und Weintrauben aus Südafrika sei jedoch keine Lösung für die Farmarbeiter/innen, meint Colette Solomon, Leiterin des Women on Farms Project. Schließlich stelle die Arbeitslosigkeit ohnehin schon ein riesiges Problem dar.

Entscheidend ist: Regierung und Industrie vor Ort müssen die Situation auf den Plantagen verbessern und die anhaltende Diskriminierung von Frauen beenden! Dabei hilft es, wenn Verbraucher/innen in Europa Druck machen und mehr Transparenz über Herkunft und Arbeitsbedingungen im Anbau einfordern.

Warum gibt es eigentlich keine fair gehandelten Weintrauben?

Unser Vorschlag: Fragt doch beim nächsten Einkauf von Wein oder Trauben persönlich nach, warum es beispielsweise keine fair gehandelten Weintrauben zu kaufen gibt und ob die Händler wissen, unter welchen Bedingungen der Wein und die Tafeltrauben in ihren Regalen produziert werden.

Wissen Sie, unter welchen Bedingungen dieser Wein produziert wurde?

Nur, wenn viele Leute sich nach den Produktionsbedingungen von Wein- und Tafeltrauben erkundigen, wächst der Druck auf den Handel, sich gegenüber Zulieferern und Produzenten für die Einhaltung von Arbeits- und Menschenrechten einzusetzen.

Oxfam wird im kommenden Jahr auf jeden Fall dran bleiben und ebenfalls nachhaken. Über die Ergebnisse halten wir Euch natürlich auf dem Laufenden.

Rezepte zur Inspiration

Für alle, die jetzt noch Inspiration für ein Weihnachtsessen suchen, hat Kampagnenbotschafter und TV-Koch Ole Plogstedt zwei Rezepte zusammengestellt:

Mit der Einkaufs- und Fragenliste seid Ihr für Euren nächsten Einkauf gewappnet.

Viel Spaß beim Aktivwerden und lasst es Euch schmecken!

Länder und Regionen

Frauen erhalten Informationsmaterial zu ihren Arbeitsrechten.

Südafrika

Oxfam fördert in Südafrika lokale Organisationen, die über HIV/Aids informieren und sich um erkrankte Menschen kümmern. Mit einer weiteren Partnerorganisation machen wir uns für Rechte von Farmarbeiter/innen stark.

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