Cholera im Jemen – Die häufigsten Fragen

Jemen: Die fünf Monate alte Chulud litt unter Cholera-Verdacht
Jemen: Die fünf Monate alte Chulud wurde in einem Krankenhaus behandelt, da sie unter starkem Durchfall litt. Leider hat nicht jeder diese Möglichkeit. Im Jemen sind bereits mehr als 2.000 Menschen an Cholera gestorben.

Niemals zuvor sind auf der Welt so viele Menschen in einem einzigen Jahr an Cholera erkrankt wie derzeit im Jemen. Mehr als 2.000 Menschen sind an Cholera gestorben. Dabei muss die schwere Durchfall-Erkrankung nicht immer tödlich verlaufen. Wer rechtzeitig medizinische Hilfe bekommt, hat eine gute Chance zu überleben.

Wir erklären, was Cholera überhaupt ist, warum die Erkrankung vor allem in Krisengebieten gefährlich ist, wie schlimm die Epidemie im Jemen tatsächlich ist und wie wir helfen können!

Was ist Cholera?

Cholera ist eine Krankheit, die durch das Bakterium Vibrio cholerae verursacht wird. Die bakterielle Infektion des Darmes ist durch akuten, wässrigen Durchfall sowie Erbrechen gekennzeichnet. Wenn betroffene Menschen nicht sofort und angemessen behandelt werden, kann der Verlust von Flüssigkeit und Salzen zu schwerer Dehydrierung und innerhalb von Stunden zum Tod führen.

Warum ist Cholera in Krisengebieten besonders gefährlich?

Cholera ist extrem ansteckend. Üblicherweise steckt man sich über verunreinigtes Wasser, Nahrung oder Körperkontakt an. Aufgrund der kurzen Inkubationszeit (zwischen zwei Stunden und fünf Tagen) kann die Anzahl der Erkrankten sehr schnell steigen. Die Krankheit verbreitet sich am einfachsten in überbevölkerten Gemeinden, innerhalb vertriebener Personengruppen oder in Flüchtlingsunterkünften – dort, wo es unzureichende sanitäre Anlagen gibt, wo Wasser und Nahrung verschmutzt sind und wo viele Menschen aufeinander treffen.

Wie schlimm ist die Cholera-Epidemie im Jemen?

Niemals zuvor sind auf der Welt so viele Menschen in einem einzigen Jahr an Cholera erkrankt wie derzeit im Jemen. Seit Ende April gab es über 630.000 Verdachtsfälle. Mehr als 2.000 Menschen sind an der schweren Durchfallerkrankung bereits gestorben – ein Viertel davon waren Kinder. Die Weltgesundheitsorganisation schätzt, dass ca. 7,6 Millionen Menschen in Gebieten leben, in denen ein hohes Ansteckungsrisiko besteht.

Die Menschen können der Epidemie nichts entgegensetzen. Durch Krieg, Not und Hunger sind sie geschwächt und demoralisiert. Es herrscht Arbeitslosigkeit. Trinkwasser und Nahrungsmittel sind Mangelware. Es gibt kaum Zugang zu Hygieneeinrichtungen, der Abfall stapelt sich auf den Straßen. Die Zustände im Jemen sind erschütternd.

Wie kann man Cholera bekämpfen?

Um Cholera in den Griff zu bekommen, braucht es im Prinzip nicht viel: sauberes Wasser, Seife, Latrinen und andere Hygienemaßnahmen. Deshalb ist Oxfam im Jemen vor Ort und leistet eben genau das:

  • Wir richten die Wasserversorgung wieder her und desinfizieren die Wasserspeicher mit Chlor. Das hilft, die Anzahl der Bakterien zu reduzieren bzw. sie zu töten.
  • Wir stellen Haushalten Wasserreinigungsanlagen zur Verfügung und verteilen Hygiene-Sets mit Seife, sauberen Eimern und Wasserbehältern.
  • Wir bauen Latrinen und bieten eine zuverlässige Abfallwirtschaft, damit Fäkalien sicher beseitigt werden und nicht in Kontakt mit anderen Menschen kommen.
  • Wir bilden Freiwillige aus, die andere in ihren Gemeinschaften im Umgang mit Hygiene beraten. Sie lernen beispielsweise, wie man sich richtig die Hände wäscht und wie man Wasserspeicher reinigt.
  • Wir führen öffentliche Gesundheitskampagnen durch, um das Bewusstsein dafür zu schärfen, was jeder bei sich zu Hause tun kann, um Cholera vorzubeugen bzw. zu bekämpfen.

Wie kann man helfen?

Cholera kann man zwar einfach vorbeugen und behandeln, allerdings wird die Aufgabe durch die laufenden Kämpfe im Jemen erschwert. Dennoch konnten wir bereits mehr als 1,2 Millionen Menschen mit sauberem Wasser und sanitärer Hilfe erreichen. Im Jemen sind allerdings noch immer mehr Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen als irgendwo sonst auf der Welt.

Mit einer Spende helfen Sie uns, die Cholera-Krise im Jemen zu bekämpfen und das Leben vieler Menschen zu retten! Unterstützen Sie unsere Arbeit im Jemen:

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Cholera Epidemie im Jemen, Sufian Ahmed aus Aden

Jemen

Oxfam unterstützt seit über 30 Jahren die Menschen im Jemen. Seit Ausbruch der jüngsten Krise hat Oxfam dort bereits mehr als eine Million Menschen erreicht. Wir stellen vor allem Trinkwasser bereit und verteilen Bargeld, mit dem Familien Nahrungsmittel und andere lebenswichtige Güter erwerben können.

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