Malkanthi, was können Sie uns über Ihre Familie sagen?

Wir leben hier zu sechst, meine Schwiegermutter, mein Mann, ich und die drei Kinder. Der Kleinste ist ein Jahr alt. Mein Mann ist Reisbauer und Dorfverteidiger, eine Art Hilfspolizist. Ich komme ursprünglich aus der Nähe von Kandy und bin hierhergezogen, als ich meinen Mann geheiratet habe. Die Ehe wurde arrangiert, wie es bei uns üblich ist, und der Anfang hier war schwer für mich wegen des Krieges, ich hatte viel Angst. Aber jetzt lebe ich gerne hier und bin glücklich.

Was war Ihr Hauptmotiv, sich am Projekt zu beteiligen?

Ich habe mir schon seit einiger Zeit Sorgen um die Gesundheit meiner Familie gemacht: In der Nachbarschaft leiden viele Leute an Nierenbeschwerden, einige wurden sogar operiert. Wir denken, dass das mit dem hohen Einsatz von Pestiziden zu tun hat. Ich habe nach einer Alternative gesucht, und da kam das Projekt zum nachaltigen Wiederaufbau der Landwirtschaft gerade Recht.

Was hat sich für Sie durch das Projekt verändert?

Zunächst einmal habe ich ganz viel gelernt. Ich habe an allen Fortbildungen teilgenommen, die Oxfams lokale Partnerorganisation  RRI (Rainforest Rescue International) direkt oder durch die CET (Community Extension Trainer, vom Projekt ausgebildete landwirtschaftliche Berater/innen auf Dorfebene) angeboten hat, insgesamt 10 Trainings. Ich kenne jetzt den gesamten Zyklus des organischen Anbaus, von der Kompostzubereitung bis zur Herstellung von natürlichen Pestiziden und der Samengewinnung und fühle mich in der praktischen Umsetzung so sicher, dass ich andere anleiten kann.

Wir haben über das Projekt Spaten, Schattennetze, Samen und Setzlinge bekommen. Dadurch habe ich neue Gemüsesorten und Kräuter kennengelernt. Ich habe vorher kaum Gemüse angebaut und musste es kaufen, wenn wir genügend Geld hatten. Jetzt baue ich selber genug für den Eigenbedarf an und kann den Überschuss sogar  verkaufen.

Warum sind Sie Mitglied im 5-köpfigen Vermarktungskomitee der Gemüsebäuer/innen in Ihrem Dorf geworden?

Das Dorfkomitee hat mich für diese Aufgabe ausgewählt und nach Rücksprache mit meinem Mann habe ich gerne zugesagt. Es hat mit Spaß gemacht, in der letzten Saison in dem kleinen Raum an der Straße, den wir provisorisch als Laden gemietet haben, unsere Produkte zu verkaufen und dabei zu erklären, was organischer Anbau ist und wo die Vorteile liegen. Nun wollen wir mit Unterstützung des Projekts an der Straßenkreuzung ein richtiges Zentrum zur Lagerung, Weiterverarbeitung und für den Verkauf unserer Produkte bauen und außerdem noch zweimal in der Woche auf nahegelegenen Märkten verkaufen. Ich bin sicher, dass wir so den Absatz weiter steigern und gut verdienen können.

In Ihrem Garten bauen Sie auch Reis an, obwohl Ihr Mann Reisfelder bewirtschaftet. Warum?

Ich baue hier den Reis für unseren Eigenverbrauch mit natürlichem Dünger und ohne Pestizide an. Ich habe dieses Jahr mit zwei Sorten experimentiert: Eine moderne und eine traditionelle. Beide haben gleich gut getragen, aber die traditionelle ist viel schmackhafter. Mein Mann baut moderne Sorten an und benutzt Pestizide – der Reis ist unsere Haupteinnahmequelle und er traut sich noch nicht, dort die Chemie wegzulassen. Aber auch das kann sich vielleicht noch ändern.

Was hat sich durch das Projekt sonst noch geändert und was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Wir sind im Dorf näher zusammengerückt, ich habe neue Freundinnen gefunden. Wir besuchen uns gegenseitig in unseren Gärten, unterstützen uns bei Problemen und zeigen einander, was gut funktioniert. Ich möchte weiter organisch anbauen, unser Vermarktungszentrum aufbauen und dazu beitragen, dass wir alle vom Verkauf unserer Produkte profitieren.