Benin: Förderung junger Menschen durch digitale Teilhabe

Nur 16 Prozent der jungen Generation in Benin haben Zugang zu einem Computer, nur 8 Prozent einen Internetzugang. Das ist ein Problem. Denn individuelle Entwicklungschancen hängen immer stärker vom Zugang zu Technik und von digitalem Know-how ab. Das „Bambus Digital“-Zentrum in Cotonou will für junge Menschen nun gleichberechtigten Zugang zu digitalem Wissen, zu Kultur und Berufsbildung schaffen.

Cotonou ist das wirtschaftliche Zentrum Benins. Die westafrikanische Hafenstadt ist geprägt von jungen Menschen, die hier die Mehrheit der Stadtbevölkerung bilden. Die neue Generation strebt nach Berufs- und Zukunftsperspektiven. Auch in afrikanischen Städten wie Cotonou hängen die individuellen Entwicklungschancen für junge Menschen immer stärker vom Zugang zu Technik und Know-how ab, um die neuen digitalen Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) für sich nutzen zu können. Doch in Benin hat die junge Generation keinen gleichberechtigten Zugang zur Informationsgesellschaft: Nur 16 Prozent haben Zugang zu einem Computer, nur 8 Prozent einen Internetzugang. Viele junge Menschen sind nicht „digital alphabetisiert“, das heißt, ihnen fehlen die Nutzungskompetenzen, um die digitalen Möglichkeiten für sich beruflich und privat in Wert zu setzen.

Gleichberechtigter Zugang zu digitalem Wissen, Kultur und Berufsbildung

Oxfam unterstützt die innovative Arbeit seiner lokalen Partnerorganisationen CDEL (Centre de développement économique local) und Bénin Slam, um 50.000 jungen Menschen zwischen 12 und 30 Jahren, davon 60 Prozent Frauen und Mädchen, einen gleichberechtigten Zugang zu digitalem Wissen, zu Kultur und Berufsbildung zu schaffen. Dafür geht das Projekt direkt zu den zentralen Treffpunkten der Jugendlichen und jungen Erwachsenen: auf die öffentlichen Plätze der Stadt, nahe Schulen und Universitäten.

Dort bilden kleine Blockhäuser und ausgebaute Schiffscontainer ein digitales Zentrum. An Online-Arbeitsplätzen können die Nutzer/innen arbeiten und recherchieren; die online und offline nutzbare Bibliothek bietet ihnen einen aufbereiteten Zugang zu kulturellem und berufsrelevantem Wissen. Regelmäßig werden Workshops angeboten, in denen die Teilnehmer/innen unter anderem lernen, soziale Netzwerke und Onlineplattformen effektiv für ihre berufliche Zukunft zu nutzen sowie Grafik- und Webdesign-Programme anzuwenden. Andere Workshops vermitteln Berufsinformationen zur Jobsuche und Existenzgründung oder vermitteln Unternehmer- und Führungskompetenzen. Freie Onlinekurse und das individuelle Coaching der Mitarbeiter/innen ergänzen das breite Angebot.

Zentraler Treffpunkt und Lernort

Zentraler Ort für Begegnung, Austausch und Vernetzung der Nutzer/innen ist das „Bambus Digital“-Café, das auch der jungen Kulturszene einen Treffpunkt bietet. Zu den regelmäßigen kulturellen Veranstaltungen gehören unter anderem Lesungen, Poetry Slam Wettbewerbe und Schreibworkshops. Hier werden auch aktuelle soziale Fragen des Landes wie Gewalt gegen Frauen, Umweltschäden und Jugendarbeitslosigkeit thematisiert.

So entsteht mit dem Projekt „Bambus Digital“ ein zentraler Treffpunkt und Lernort der neuen Generation mit gleichberechtigtem Zugang zur Informationsgesellschaft. Damit leistet „Bambus Digital“ einen nachhaltigen Beitrag zur Stärkung der Arbeitsmarktchancen sowie der kulturellen und politischen Teilhabe einer neuen Generation digital ausgebildeter, informierter und vernetzter Bürger/innen in Benin.

Das Projekt wird durch Oxfam Deutschland e.V. sowie einen Eigenbeitrag von CDEL und Bénin Slam finanziert.

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