Mali: Langsame Rückkehr zur Demokratie (Projekt abgeschlossen)

Zwanzig Jahre lang galt Mali als Musterbeispiel gelungener Demokratisierung in Westafrika. Doch der Militärputsch im März 2012 warf den Staat in eine tiefe Krise und erschütterte das Vertrauen der malischen Bevölkerung in Wahlen, die Demokratie und ihre Vertreter. Oxfams Partner STOP-SAHEL will das Vertrauen der malischen Bevölkerung in die Demokratie wieder stärken.

Nach der Wahl des neuen Präsidenten wurde in Mali Ende 2013 das Parlament gewählt, die Kommunalwahlen sind nach mehrfacher Verschiebung inzwischen für Oktober 2015 vorgesehen. Bei der immer noch verunsicherten Bevölkerung machte sich im Vorfeld der Wahlen Politikverdrossenheit breit: Zu oft sorgten Volksvertreter/innen, die sich, einmal gewählt, nicht mehr um die Belange der Bürgerinnen und Bürger kümmerten, für Enttäuschung. Zunehmende Korruption und folgenlose Veruntreuung öffentlicher Gelder ließen das Vertrauen in das demokratische System weiter schwinden.

Seither arbeiten zahlreiche zivilgesellschaftliche Gruppen für eine Wiederherstellung der Demokratie in Mali. Auch Oxfams lokale Partnerorganisation STOP-SAHEL nimmt die Wahlen zum Anlass, die Verständigung zwischen Bürger/innen und politischen Vertreter/innen zu verbessern und damit das Vertrauen der Bevölkerung in demokratische Organe zu stärken.

Dialoge fördern

STOP-SAHEL unterstützt junge Frauen und Männer in lokalen zivilgesellschaftlichen Organisationen dabei, aktiv Einfluss auf das politische und öffentliche Leben zu nehmen. Menschen aus 76 Gemeinden, darunter Mitglieder zivilgesellschaftlicher Gruppen, lokale Autoritäten, gewählte Volksvertreter/innen, Journalist/innen der Lokalradios und Führungspersönlichkeiten aus Frauen- und Jugendorganisationen, nehmen an dem Projekt teil. Sie alle haben engen Kontakt zu zahlreichen Bürgerinnen und Bürgern – dadurch erreicht das Vorhaben eine große Anzahl von Menschen.

In jedem Landkreis finden dialogfördernde Maßnahmen statt: In moderierten Treffen werden wichtige Themen zur Demokratieförderung diskutiert. Vor allem aber lernen die Teilnehmenden unterschiedliche Positionen kennen und kommen miteinander ins Gespräch. Die Treffen sind jedoch nicht nur zur Wahlvorbereitung gedacht: Die Beteiligten sollen sich künftig regelmäßig zu Diskussionen treffen. Damit wird ein wichtiger Grundstein für stabile Strukturen zwischen Bürger/innen und Politiker/innen gelegt.

Politischen Nachwuchs ausbilden

Informationskampagnen in allen Dörfern klären die ländliche Bevölkerung über ihre Rechte bei Wahlen auf. Damit ein möglichst großer Teil der Bevölkerung an Informationen kommt, strahlen die lokalen Radiosender Expertengespräche über Wahlrecht, Wahlverfahren und die bedeutende Rolle der Frauen im Demokratisierungsprozess aus .

Zur Festigung der Demokratie gehört auch, politischen Nachwuchs zu finden und rechtzeitig auszubilden. STOP-SAHEL unterstützt deshalb Mitglieder von Basisorganisationen, die über breite Akzeptanz in der Bevölkerung und gute Kommunikationsfähigkeiten verfügen. Durch Schulungsworkshops und Sensibilisierungstreffen werden vor allem auch Frauen ermutigt, politische Ämter zu ergreifen und so ihren Beitrag zu mehr Demokratie zu leisten.  

Netzwerke aufbauen

Bereits seit Mitte der 1990er Jahre kooperiert STOP-SAHEL mit professionellen Ausbilder/innen, um die Menschen im südwestlichen Mali bei Dezentralisierungsprozessen zu begleiten. Das Durchführen von Schulungen und der Aufbau von Netzwerken sind eine langfristige und notwendige Arbeit, die die Grundlage für eine funktionierende Kooperation mit allen Beteiligten darstellt.

Oxfam Deutschland und STOP-SAHEL arbeiten seit 2009 in unterschiedlichen Projekten zur Verbesserung der Lebensbedingungen der ländlichen Bevölkerung zusammen.

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