Mali: Überzeugungsarbeit gegen weibliche Beschneidung (Projekt abgeschlossen)

Weibliche Beschneidung (FGM) ist in den meisten Regionen Malis immer noch an der Tagesordnung. Unsere beiden lokalen Partnerorganisationen, Tagnè und APSEF, leisten Überzeugungsarbeit gegen diese tief verwurzelte Tradition. Denn die Folgen für die Gesundheit und das psychische Wohlergehen der betroffenen Frauen sind gravierend. Dem großen Engagement unserer Partnerorganisationen ist es zu verdanken, dass die Aktivitäten im Einsatz gegen weibliche Genitalverstümmelung auch in stark traditionellen Gesellschaften Erfolge zeigen.

In der ländlichen Gemeinde Nyamina, die im Westen Malis nahe der Hauptstadt Bamako gelegen ist, klärt unsere lokale Partnerorganisation APSEF über die Konsequenzen weiblicher Beschneidung auf. APSEF setzt sich schon seit den 1990er Jahren für die Rechte von Frauen und Kindern in der Region ein, weibliche Beschneidung war dabei immer ein zentrales Thema.

Überzeugungsarbeit mithilfe von Theater und Radio

Aus Erfahrung wissen die Mitarbeiterinnen von APSEF, dass es vor allem darauf ankommt, langfristige Überzeugungsarbeit zu leisten. Nur so lassen sich Mitstreiterinnen und Mitstreiter gewinnen, die eine Veränderung in den Dörfern anstoßen und langfristig dafür sorgen, dass die Menschen die Beschneidung von Frauen aufgeben.

Überzeugungsarbeit hat bei APSEF viele Seiten: Theaterstücke, Radiosendungen und öffentliche Diskussionsveranstaltungen stellen den alten Brauch der weiblichen Beschneidung in Frage. Ziel ist es, ganze Dörfer zum Umdenken zu bewegen. Wenn zusätzlich noch einige Beschneiderinnen ihrem Handwerk abschwören, ist viel gewonnen.

Gesellschaftlicher Wandel braucht Zeit

Zentral ist hierfür auch die Einbindung wichtiger Entscheidungsträger, religiöser Führer und Lehrer. APSEF informiert sie über die gesundheitlichen und seelischen Folgen der Beschneidung und entwickelt mit ihnen gemeinsam Strategien, wie sie sich an den Projektaktivitäten beteiligen können. Als Respektspersonen geben sie ihr Wissen in ihrem Umfeld weiter und leisten einen wichtigen Beitrag für die langsame Durchsetzung gesellschaftlicher Veränderungen.

Gerade bei einer kulturell so tief verankerten Praxis wie der Beschneidung ist das von großer Bedeutung. Und weil ein echtes Umdenken in jeder Gesellschaft viel Zeit braucht, bleibt APSEF mit Oxfams Unterstützung am Ball.

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