Menschenwürdige Arbeitsbedingungen für die Arbeiter/innen auf Bananenplantagen in Ecuador

Bananen gehören durch ihren hohen Nährwert und niedrigen Preis zu den weltweit am häufigsten konsumierten Früchten. Ecuador ist einer der größten Bananenproduzenten weltweit und größter Lieferant für Deutschland. In der Bananen-Wertschöpfungskette arbeiten rund 2,5 Millionen der 7,6 Millionen erwerbstätigen Ecuadorianer/innen.

Prekäre Lohn- und Arbeitsbedingungen

Doch im Bananensektor ist es um Arbeits- und Menschenrechte nicht gut bestellt: Über die Hälfte der Arbeiter/innen im Sektor sind informell beschäftigt. Mangels Arbeitsverträgen verfügen sie über keine soziale Absicherung und arbeiten unter prekären Lohn- und Arbeitsbedingungen. Der Internationale Gewerkschaftsbund (ITUC) beklagt weitreichende rechtliche und faktische Einschränkungen der Gewerkschaftsfreiheit: Nicht einmal 10 Prozent der Arbeiter/innen sind gewerkschaftlich organisiert, Gewerkschaftsmitglieder werden häufig bedroht oder entlassen. Arbeitsrechte werden vom Staat nur mangelhaft umgesetzt, hohe Korruptionsanfälligkeit behindert die Aufklärung von Arbeitsrechtsverletzungen.

Darüber hinaus verursacht der exzessive Einsatz von Schädlingsbekämpfungsmitteln auf den Plantagen bei den unzureichend geschützten Arbeiter/innen gesundheitliche Probleme und Behinderungen und bedroht die fragilen Ökosysteme des Landes. Alters- und geschlechtsspezifische Diskriminierungen sind auf den Plantagen alltäglich, Frauen werden geringer entlohnt und erfahren sexualisierte Gewalt und Belästigung.

Förderung von Gewerkschaften und politischer Bildung

Oxfams Partnerorganisation ASTAC (Asociación Sindical de Trabajadores Agrícolas, Campesinos y Bananeros) setzt sich in Ecuadors Provinzen Los Ríos, Guayas und El Oro für die Rechte der Bananenarbeiter/innen und Kleinbäuer/innen auf menschenwürdige Arbeitsbedingungen ein. Das Projekt leistet einen Beitrag, um im landwirtschaftlichen Sektor  ein geschlechtergerechtes, sicheres und nicht gesundheitsgefährdendes Arbeitsumfeld zu schaffen. Dafür ist es zentral, dass informell Beschäftigte Arbeitsverträge erhalten, die ihnen Arbeitsrechte, existenzsichernden Lohn und soziale Absicherung garantieren. Zudem müssen die Arbeitsrechte vom Staat effektiv überwacht und garantiert werden.

Zu diesem Ziel fördert das Projekt den Zusammenschluss der Arbeiter/innen in Gewerkschaften und ihre politische Bildung zu Arbeits- und Menschenrechten, Gewerkschafts- und Umweltrechten sowie Geschlechtergerechtigkeit in sogenannten „Gewerkschafts-Schulen“. Erweitert wird das Angebot durch Rechtsberatung durch spezialisierte Arbeitsrechtanwälte und gezielte Fortbildungen für Frauen.

Für die erfolgreiche Vertretung der Interessen der Arbeiter/innen auf politischer Ebene werden nationale und internationale Bündnisse mit sozialen Organisationen und Verbänden gestärkt und die Kräfte in einer Aktionsplattform gegen Menschenrechtsverletzungen gebündelt. So können etwa gegenüber der Regierung Ecuadors gemeinsam Gesetzesentwürfe erarbeitet und die aktive Durchsetzung von Grundrechten und ILO-Arbeitsrechtsstandards eingefordert werden. Forschungsaufträge für Studien zu Arbeitsbedingungen, Gesundheit, Geschlechter- und Generationenverhältnissen im landwirtschaftlichen Sektor Ecuadors bilden das wissenschaftliche Fundament aller Aktivitäten.

Von den Projektaktivitäten profitieren 50.000 Menschen im Bananensektor direkt, darunter 60 Prozent Frauen und Mädchen. Das Projekt wird finanziert mit Mitteln von Oxfam Deutschland und der belgischen Regierung. Das Projekt wird von Januar 2017 bis Dezember 2019 umgesetzt.

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