Nothilfe in Simbabwe (Projekt abgeschlossen)

Eine vom Klimaphänomen El Niño ausgelöste Dürre hat dazu geführt, dass in Simbabwe rund 4,1 Millionen Menschen unmittelbar von einer schweren Ernährungsunsicherheit bedroht sind. Anschließende Überschwemmungen haben zusätzliche Probleme verursacht.
Junge in Simbabwe, Masvingo Provinz
Oxfam versorgt Menschen in Simbabwe mit sauberem Wasser, wie hier in der Provinz Masvingo

Nach einer der trockensten Regenzeiten seit 35 Jahren war die Wassersituation im Süden Simbabwes besonders kritisch. Die meisten Flüsse, Dämme, Brunnen und sogar einige Bohrlöcher waren ausgetrocknet. Die Grundwasserspiegel gingen schnell zurück – auf den niedrigsten Stand seit 10 Jahren. Die simbabwische Wirtschaft basiert auf der Landwirtschaft, mehr als 70% der Bevölkerung sind auf ihre eigene Nahrungsmittelproduktion angewiesen. In der Saison 2015-16 konnten im nationalen Durchschnitt nur ein Viertel der normalen Anbauflächen bewirtschaftet werden, und dann verbrannten 80% der Pflanzen bei extrem hohen Temperaturen. Dies trieb die Bevölkerung in erneute Verzweiflung.

Viele Familien konnten nur alle zwei Tage eine Mahlzeit zu sich nehmen, und da arme Haushalte weiterhin ihre Vorräte verbrauchen, mussten sie auf anderem Wege an Essen kommen. Dafür prostituierten sich Menschen oder sie verkauften Vermögenswerte wie Ziegen, Hühner und Haushaltsutensilien, was wiederum die wirtschaftliche Eigenständigkeit verschlechterte.

Erneute Probleme durch extreme Wetterbedingungen

Als dann Anfang 2017 der ersehnte Regen kam, waren die Regenfälle allerdings viel zu stark; sie führten zu Überschwemmungen und damit zu neuen Problemen: Brücken und Straßen waren unpassierbar, Häuser sind eingestürzt und gerade erst wachsende Pflanzen wurden einfach weggespült.

Vielen Familien fehlt es noch immer an Nahrungsmitteln, sauberem Wasser und Einkommen. Immer mehr Kinder können nicht mehr zur Schule gehen. Sie müssen wegen Hunger zu Hause bleiben – oder sie werden von der Schule weggeschickt, weil ihre Familien das Schulgeld nicht bezahlen können, geschweige denn Schuluniformen, Schulbücher oder Stifte.

Hinzu kommt eine sehr hohe Verbreitung von HIV und AIDS. Schätzungen zufolge leben in Simbabwe 13,5% der Erwachsenen zwischen 15 und 49 Jahren mit HIV. Dies erhöht die Komplexität der Probleme, mit denen sich die Gemeinschaft konfrontiert sieht. Der Weg zu den Kliniken, in denen sie behandelt werden können, ist meist lang und beschwerlich. Und selbst wenn sie es schaffen, können sie ihre Medikamente oft nicht einnehmen. Sie dürfen nicht auf nüchternen Magen eingenommen werden. Gegessen haben viele den ganzen Tag noch nicht.

Oxfams Arbeit

Oxfam Simbabwe reagiert derzeit auf die Wetterextreme mit Nahrungsmittelhilfe und Unterstützung für den Lebensunterhalt für einige der am stärksten betroffenen Bevölkerungsgruppen, mit Schwerpunkt auf von Frauen geführten Haushalten. Außerdem werden Wasserquellen saniert, um eine sichere und angemessene Wasserversorgung in einigen der am stärksten betroffenen Gebiete sicherzustellen.

Im Bereich Wasser, Sanitärversorgung und Hygiene (WASH) verbessert Oxfam in der Provinz Masvingo den Zugang zu sauberem Wasser durch integrierte Wasserversorgungs- und Hygieneförderungsmaßnahmen: Wir verbinden die Instandsetzung von Brunnen und die Wiederbelebung lokaler Komitees, die sich gemeinsam um die Wasserentnahmestellen kümmern, mit Initiativen zum Aufbau von Kapazitäten bei den Gemeinschaften und dem staatlichen Unterstützungssystem. Die Hygieneberatung wird von den Gemeinschaften geleitet und durch WASH-Komitees und Freiwillige durchgeführt.

Zur Unterstützung der Lebensgrundlagen erhalten besonders Bedürftige von Oxfam Geldzuwendungen. Dies geschieht in Form einer Nachricht an ihr Mobiltelefon – die Empfänger können diese auf Märkten und in Läden als Zahlungsmittel für einfache Lebensmittel einlösen, wie z.B. Mealie-meal, ein simbabwisches Grundnahrungsmittel aus Mais. Es handelt sich um eine recht innovative Methode der Zustellung, denn sie bedeutet, dass nach der ersten Einschätzung und der Ausstattung des Empfängers mit einem Telefon auch die entlegensten Empfänger/innen nicht ohne Unterstützung bleiben. Ein weiterer Vorteil ist, dass wegen der aktuellen Bargeldkrise im Land nur wenige Banknoten im Umlauf sind. So kann man bei den Banken täglich maximal 50 US-Dollar abheben. Bevor die Banken öffnen, stehen die Menschen oft stundenlang an, in der Hoffnung, etwas Bargeld zu erhalten – da verringert es zusätzlichen Stress, wenn man bargeldlos einkaufen kann.

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