Pakistan: Integrierte ländliche Entwicklung und Geschlechtergerechtigkeit

Konventionelle Landwirtschaft stößt in den Bergdörfern Mansehras an ihre Grenzen: Die klimatischen Bedingungen werden zunehmend unwägbar, das Vieh ist durch Unterernährung und Krankheiten nicht leistungsfähig und den Kleinbauernfamilien fehlt es an Wissen zu nachhaltigen Anbaumethoden. Zusammen mit drastisch gestiegenen Saatgutpreisen und fehlenden Einkommensquellen außerhalb der Landwirtschaft entwickelt sich daraus für die Menschen eine Nahrungsmittelkrise.
Vier Frauen sitzenumd einen Stickrahmen und bearbeiten zu zweit ein zu bestickendes Tuch
Frauen können durch den Verkauf ihrer Stickarbeiten einen Beitrag zum Familieneinkommen leisten.

Dies trifft Frauen und Mädchen besonders hart, weil traditionell die männlichen Familienmitglieder bei der Essensverteilung Vorrang haben. Aufgrund mangelnder Bildung und eingeschränkter Bewegungsfreiheit können Frauen häufig nicht zur Steigerung des Familieneinkommens beitragen.

Dieses Projekt zielt deshalb auf die gleichberechtigte Beteiligung von Frauen und Männern an der nachhaltigen Verbesserung ihrer Lebensgrundlagen in 16 besonders stark von Ernährungsunsicherheit betroffenen Dörfern Mansehras ab. Der Ansatz fußt auf drei Säulen:

1. Die Kleinbauernfamilien verbessern ihre Ernährungssicherheit durch angepasste Land- und Viehwirtschaftspraktiken
Um dieses Ziel zu erreichen, wird auf nachhaltigen Anbau verschiedenster Gemüsesorten und die Zucht leistungsfähiger Nutztiere umgestellt. Zudem wird die dörfliche Infrastruktur verbessert (Wasserstellen für Vieh, Maßnahmen zum Erosionsschutz und Ausbau innerdörflicher Verbindungswege).

2. Stärkung von Frauen in Familie und Dorfgemeinschaft
Die Erfahrung zeigt, dass Ansehen und Mitbestimmungsmöglichkeiten der Frauen in Familie und Dorfgemeinschaft steigen, wenn die Frauen ein eigenes Einkommen erzielen. Das Projekt stärkt daher mit Alphabetisierungskursen und alternativen Einkommensquellen außerhalb der Landwirtschaft die Position der Frauen in den Bergdörfern.

In Schulungen, die sich an ihren Interessen und der lokalen Nachfrage orientieren, erwerben die Frauen berufspraktische Fähigkeiten etwa in Stickarbeit, Näh-, Web- und Schneiderarbeiten. Zudem erhalten sie die entsprechende Ausrüstung wie Näh- und Stickmaschinen, um qualitativ hochwertige Produkte herstellen zu können. Auf diesem Wege erschließen sich die Frauen einen Zugang zu den lokalen Märkten und tragen zum Familieneinkommen bei. Bereits geschulte Frauen werden mit städtischen Verkaufszentren und Boutiquen vernetzt, um mit modernen Techniken, Designs und möglichen Verkaufsstellen vertraut zu werden.

Die Weiterbildung von Geburtshelferinnen trägt dazu bei, die Mutter-Kind-Gesundheit zu verbessern. Schulungen für Frauen und Männer zu Themen wie Familienplanung, familieninterner Essensverteilung und Mitspracherecht bei den Familienausgaben schaffen ein Bewusstsein für die Rechte von Frauen.

3. Aufbau durchsetzungsfähiger Dorfentwicklungskomitees
Die zuständigen staatlichen Stellen kommen ihren Pflichten gegenüber den Menschen in abgelegenen Regionen nur unzureichend nach. Um die Dorfbevölkerung zu befähigen, ihre Rechte, Interessen und Forderungen bei der Verwaltung einfordern und vertreten zu können, werden Dorfentwicklungskomitees gestärkt und mit den zuständigen Behörden vernetzt. Dies ermöglicht der Bevölkerung, ihr Leben selbst in die Hände zu nehmen und ihre Zukunft aktiv mitzugestalten.

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