Sri Lanka: Aufbau biologischer Hausgärten (Projekt abgeschlossen)

Monokulturen, geschädigte Ökosysteme, Klimawandel und die Folgen des Bürgerkrieges bedrohen die Lebensgrundlage vieler Kleinbauern im Norden Sri Lankas. Mit einer Kombination aus Bio-Hausgärten, verantwortlichem Umgang mit natürlichen Ressourcen und neuen Vermarktungswegen unterstützen Oxfam und die lokale Partnerorganisation Organisation Rainforest Rescue International 500 kleinbäuerliche Familien in der nördlichen Provinz Vavuniya dabei, nachhaltige Existenzgrundlagen aufzubauen.

Ein großer Teil der Bevölkerung Sri Lankas lebt von der Landwirtschaft. Aber massive Abholzungen und Monokulturen haben zu Bodenverarmung und einem stetigen Rückgang der landwirtschaftlichen Erträge geführt.

Familie Arulraj Thevi aus Mamadu
Familie Arulraj Thevi aus Mamadu
Gerade die Trockenzonen im Norden des Landes sind besonders anfällig für Klimaveränderungen und negative Folgen des Monokulturanbaus. Hinzu kommt, dass in Sri Lanka der Pestizideinsatz in der Landwirtschaft im weltweiten Vergleich sehr hoch ist. Kleinbauern sind hiervon die ersten Leidtragenden, viele von ihnen haben Nierenkrankheiten. Vertreibungen und Umsiedlungen während des 26 Jahre andauernden Bürgerkrieges (von 1983 bis 2009) haben außerdem dazu geführt, dass viele Felder verlassen und nicht mehr bewirtschaftet wurden.

Lebensgrundlagen wiederherstellen und Ressourcen schützen

Früher haben wir viel Geld für Dünger und Pestizidmittel ausgegeben. Nun bauen wir biologisch an und haben für unsere Kinder Gemüse aus dem eigenen Garten.
Familie Arulraj Thevi aus Mamadu , Sri Lanka

Genau hier setzt Oxfams lokale Partnerorganisation Rainforest Rescue International mit dem vorliegenden Projekt an: 500 als arm eingestufte und vom Bürgerkrieg betroffene Kleinbauernfamilien aus sieben Dörfern des Distrikts Vavuniya in Sri Lankas Nordprovinz schaffen gemeinsam mit der NGO nachhaltige Existenzgrundlagen und stärken ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber Folgen des Klimawandels. Das Projekt wird mit Unterstützung des BMZ (Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) zwischen November 2013 und Juli 2016 durchgeführt. Es baut auf einem EU-geförderten Vorgängerprojekt mit 2.500 Bauernfamilien in den Provinzen Vavuniya und Polonnaruwa auf.

Das Projekt verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz von Ressourcenschutz und nachhaltiger biologischer Landwirtschaft und sucht nach geeigneten Absatzmöglichkeiten für die Überschussproduktion der Kleinbauernfamilien. Die Kernelemente des Projekts sind folgende:

    • Anlegen von biologischen Hausgärten
    • Schulungen in biologischen Anbaumethoden
    • Anbau verschiedenster Obst- und Gemüsesorten (Diversifizierung) zur Sicherstellung einer ausgewogenen Ernährung
    • Vernetzung mit einer lokal verwalteten Saatgutbank
    • Bildung und Stärkung von bäuerlichen Kooperativen
    • Aufbau gemeinschaftlich verwalteter Lagerhallen zur Verarbeitung, Lagerung und Vermarktung der landwirtschaftlichen Erzeugnisse
    • Sanierung natürlicher Wasserrückhaltebecken und Brunnen zur Sicherstellung der Hausgartenbewässerung für die am stärksten von Wasserknappheit betroffenen Familien
    • Anpflanzung von schnell nachwachsenden Baumarten zur Deckung des Brennholzbedarfs und zur Verhinderung weiterer Abholzung

      Durch diese Maßnahmen sparen die Kleinbauernfamilien bares Geld, denn durch den eigenverantwortlichen Bioanbau fallen weniger bis keine Investitionskosten für Dünger, Saatgut und Pestizide mehr an. In Kombination mit besseren Vermarktungsmethoden für die Erzeugnisse wird die Existenzgrundlage der kleinbäuerlichen Bevölkerung in den vom Bürgerkrieg betroffenen Dörfern im Norden Sri Lankas so langfristig gesichert.

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