Sri Lanka: Klimaschutz und nachhaltige Existenzgrundlagen für Kleinbauernfamilien

Kleinbäuerin im Gespräch über ihre Lebenssituation.
Kleinbäuerin im Gespräch über ihre Lebenssituation.

Sri Lanka gehört zu den Regionen unserer Erde, die auf knappem Raum eine immense Biodiversität aufweisen. Der Sinharaja-Regenwald in der Südprovinz, seit 1988 UNESCO-Weltnaturerbe, ist die größte zusammenhängende Regenwaldfläche der Insel. Er beherbergt eine beeindruckende Vielfalt von einzigartigen Pflanzen und Tieren.

Die Kleinbauernfamilien in der Umgebung des Sinharaja-Regenwaldes profitieren nicht von dem wirtschaftlichen Aufschwung Sri Lankas seit dem Ende des Bürgerkrieges. Sie leben vor allem vom konventionellen Tee-Anbau. Diese Monokulturen sind anfällig für Dürren und Ernteausfälle. Ein großflächiger Einsatz von Agrarchemikalien birgt nicht nur gesundheitliche und finanzielle Risiken für die Kleinbauern und -bäuerinnen, sondern verunreinigt auch Böden und Gewässer der gesamten Region. Zudem sind die Anbauflächen zu klein, um ein existenzsicherndes Einkommen erwirtschaften zu können. Viele Familien roden deshalb illegal den angrenzenden Regenwald, um ihren Brennholzbedarf zu decken und ihre Anbauflächen zu vergrößern. Diese Abholzung bedroht die biologische Vielfalt der Region und trägt zur Erosion und Verschlechterung der Böden bei.

Oxfams lokale Partnerorganisation Rainforest Rescue International unterstützt 750 Kleinbauernfamilien in den Pufferzonen des Sinharaja-Schutzgebiets dabei, den Tee-Anbau auf umweltschonende biologische Anbaumethoden umzustellen und nachhaltige Existenzgrundlagen aufzubauen. Konkret geht es um:

die Erhöhung der kleinbäuerlichen Produktivität und den Schutz der Biodiversität, durch:

  • den Anbau verschiedener Produkte,
  • die Festlegung von Standards für biologische Produktion durch die Kleinbauern/bäuerinnen und die gegenseitige Überprüfung der Einhaltung der vereinbarten Standards,
  • die Anbindung an den nationalen Absatzmarkt für Bioprodukte sowie an den freiwilligen Kohlenstoffmarkt.

die Rehabilitierung der Pufferzonen und Wassereinzugsgebiete, durch:

  • Wiederaufforstung mit 400.000 Bäumen,
  • Einrichtung von 21 Schutzzonen für gefährdete Arten,
  • Umweltbildungsmaßnahmen für 1.500  Schüler/innen im Projektgebiet.

die Zusammenarbeit mit der Kommunalverwaltung für ein nachhaltiges Management der unmittelbarer Umgebung des Sinharaja Regenwaldes, durch:

  • Verbesserung des Schutzes der Pufferzone zwischen dem Regenwald und den angrenzenden kleinbäuerlichen Teeanbauflächen,
  • Stärkung der Zusammenarbeit zwischen Kommunalverwaltung und lokaler Bevölkerung,
  • Einrichtung von gemeindebasierten Pilotprogrammen, zum besseren Schutz der Artenvielfalt,
  • Sensibilisierung einer breiten Öffentlichkeit über Radiosendungen.

Das Projekt hilft den Familien, sich besser an den Klimawandel anzupassen. Gleichzeitig  erhöhen sie ihre Produktivität und verbessern dadurch ihr Haushaltseinkommen. Darüber hinaus leistet das Projekt einen signifikanten Beitrag zum Schutz der biologischen Vielfalt und zur Rehabilitierung des fragilen Ökosystems. Davon profitieren alle 45.000 Bewohner/innen der südlichen Pufferzone des Sinharaja-Schutzgebiets.

Das Projekt wird mit Unterstützung des BMZ (Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) zwischen Januar 2016 und Dezember 2018 durchgeführt.