Südafrika: Abbau von Diskriminierung und die Legalisierung von Sexarbeit

Frauen setzten sich mit Transparenten vor einem Gericht für die Legalisierung von Sexarbeit ein
Direkt vor dem Gericht: Sexarbeiterinnen demonstrieren für ihre Rechte!

In Südafrika ist Prostitution illegal. Die Kriminalisierung von Sexarbeit hat jedoch negative Folgen: Sexarbeiter/innen erfahren Stigmatisierung und Diskriminierung seitens der Dienstleistungsanbieter im Justiz-, Sozial- und Gesundheitswesen und der Gesellschaft.

Die rund 182.000 Sexarbeiter/innen in Südafrika sind zudem überproportional physischer und sexualisierter Gewalt ausgesetzt, bringen diese Übergriffe aber selten zur Anzeige, da ihre kriminalisierte Tätigkeit sie schweigen lässt. Auch ist es kaum hilfreich, Notaufnahmen aufzusuchen, da ihnen dort häufig die medizinische Hilfe verweigert wird. Ausstiegsmöglichkeiten aus der Sexarbeit werden bei hoher Arbeitslosigkeit in anderen Betätigungsfeldern und geringer Basisqualifikation selten in Betracht gezogen. Obwohl der Staat diese Option rechtlich vorsieht, gibt es noch keinerlei Konzepte und dokumentierte Erfahrungen, welche Ausstiegsszenarien tatsächlich greifen.

Landesweite Lobby- und Kampagnen-Arbeit

Mit unserer Partnerorganisation SWEAT (Sex Workers Education and Advocacy Taskforce) und dem Sisonke Sexworker Movement, einem Zusammenschluss von Sexarbeiter/innen, leisten wir landesweit Lobby- und Kampagnen-Arbeit, um ein gesellschaftliches Klima zu schaffen, in dem der Abbau von Diskriminierung und die Legalisierung von Sexarbeit möglich sind.

Maskierte Frauen erinnern mit Tranpsarenten an ermoderte Sexarbeiter/innen.
Die „Say-her-Name“-Kampagne erinnert an ermordete Sexarbeiter/innen.

Dabei zielen SWEAT und Sisonke unter anderem auf Änderungen in der gesellschaftlichen und staatlichen Wahrnehmung der Menschenrechtsverletzungen an Sexarbeiter/innen. So zum Beispiel mit der „Say-her-Name“-Kampagne gegen das Vergessen von ermordeten Sexarbeiter/innen.

Das Projekt schützt und wahrt die Menschenrechte von Sexarbeiter/innen, inklusive des verfassungsrechtlichen Zugangs zu Gesundheitsversorgung, Schutz vor Gewalt und Missbrauch, Zugang zur Rechtsprechung und Schutz der Arbeitsrechte. Diese Aktivitäten erfolgen vor allem in Metropolen mit einem hohen Anteil an Sexarbeiter/innen.

Das Projekt wird anteilig vom Bundesministerium für wirtschaftliche und Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) gefördert. Es wird von Oktober 2016 bis Dezember 2019 durchgeführt.