Tschad: Ernährung sichern (Projekt abgeschlossen)

In der Sahelregion des Tschad sind die Auswirkungen des Klimawandels deutlich spürbar. Seit Jahren nehmen verlängerte Trockenperioden, Überschwemmungen und Sandstürme zu. Diese Entwicklung beeinträchtigt die lokale Landwirtschaft stark. Die Menschen der Region kämpfen zunehmend mit Ernteausfällen, zu wenig Nahrungsmitteln und Mangelernährung. Die traditionellen Lebensgrundlagen werden durch die sich verändernden klimatischen Bedingungen zunehmend in Frage gestellt.
Ein Bauer melkt eine Kuh. Der Großteil der Bevölkerung im Tschad lebt von Landwirtschaft und Viehzucht.
Ein Bauer melkt eine Kuh. Der Großteil der Bevölkerung im Tschad lebt von Landwirtschaft und Viehzucht.

Ernährungssicherung in der Region Guera, Republik Tschad

In der Region Guera, im Departement Mangalmé, unterstützt Oxfam die Bevölkerung dabei, ihre Ernährung zu sichern. Der Großteil der Bevölkerung lebt von Landwirtschaft und Viehzucht. Sehr arme Familien besitzen meist nur wenige eigene Produktionsgüter, sodass die erwirtschaftete Ernte selbst während der fruchtbaren Monate oft nicht ausreicht, um die Familien zu ernähren. Dementsprechend begrenzt sind die Möglichkeiten dieser Familien, Reserven für die Zeit nach der Ernte anzulegen.

Die Ernteerträge sinken weiter

Die extremen Wetterlagen der vergangenen Jahre haben die Ernteerträge zusätzlich deutlich sinken lassen. Auch die Einkommen aus saisonaler Arbeitsmigration, die häufig in Libyen oder Nigeria erwirtschaftet werden, sind durch die schlechte Sicherheitslage in den beiden Nachbarstaaten um die Hälfte zurückgegangen. Durch das fehlende Einkommen ist es armen Familien nicht möglich, sich in der Zeit nach der Ernte auf den lokalen Märkten mit Lebensmitteln zu versorgen. Zumal die Nahrungsmittelpreise aufgrund der schlechten Ernten erheblich gestiegen sind.

Einkommen erwirtschaften

Oxfam stellt für besonders bedürftige Familien Bargeld sowie ‚Cash for Work‘-Maßnahmen bereit. ‚Cash for Work‘-Maßnahmen bieten den Menschen die Möglichkeit, durch gemeinnützige Arbeit ein Einkommen zu erwirtschaften. Mit diesem Einkommen können die Familien ihrem individuellen Bedarf entsprechend auf den lokalen Märkten einkaufen. Dies stärkt die lokalen Märkte und lässt den Menschen die Freiheit, sich nach ihren individuellen Präferenzen versorgen zu können.

Mangelernährung bekämpfen

Neben ausreichender Ernährung sind der Zugang zu sauberem Wasser und Sanitäreinrichtungen sowie angepasste Hygiene- und Ernährungsgewohnheiten wichtige Faktoren, um Mangelernährung zu vermeiden.

Im Rahmen unserer Arbeit bieten wir sogenannte Mangelernährungs-Screenings gekoppelt mit Aufklärungsarbeit in 40 Gemeinden an. Mütter aus 20 unterstützten Müttervereinen werden von Oxfam und seiner Partnerorganisation Association Tchadienne des Volontaires du Progrés (ATVP) angeleitet, diese Screenings bei allen Kindern unter fünf Jahren durchzuführen, um erste Anzeichen von Mangelernährung zu erkennen. Alle Kinder, die Anzeichen für eine akute Mangelernährung aufweisen, erhalten einen Überweisungsschein, mit dem sie sich im nächstgelegenen Ernährungszentrum vorstellen können. Dort wird von ausgebildetem Personal eine umfassende Untersuchung der Kinder vorgenommen, um die Diagnose zu überprüfen und die Kinder gegebenenfalls in therapeutische Behandlungsprogramme aufzunehmen.

Schließlich werden durch das Projekt die Existenzgrundlagen der Menschen gestärkt, indem ihnen Saatgut, leichtes landwirtschaftliches Gerät und Kleinvieh zur Verfügung gestellt werden. Fortbildungen zu verbesserten Produktionstechniken und Impfkampagnen für das Nutzvieh sollen die Menschen zudem besser für zukünftige klimatische Krisen wappnen. 

Dieses Projekt lief von März 2016 bis Februar 2018.

Länder und Regionen

Eine junge Mutter und ein Oxfam-Mitarbeiter bei der Nahrungsmittelausgabe

Tschad

Oxfam leistet Nothilfe für Flüchtlinge im Tschad. Wir statten Flüchtlingscamps und aufnehmende Gemeinden unter anderem mit notwendigen Wasser- und Sanitäranlagen aus. Zudem helfen wir den Menschen, Versorgungsengpässe in den Nachernteperioden zu überstehen und ihre Existenzgrundlagen zu stärken.

Themen

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Wasserknappheit

Viele Regionen, die schon jetzt unter Wasserknappheit leiden, werden durch den Klimawandel noch trockener werden. Bereits heute haben 1,3 Milliarden Menschen keinen ausreichenden Zugang zu sauberem Wasser, vor allem in Afrika, Südasien und Lateinamerika. Bis zum Jahr 2080 könnte diese Zahl auf...

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