Vanuatu: Jugendbildung (Projekt abgeschlossen)

Junge Pazifikbewohner/innen simulieren die kommende Pariser UN-Klimakonferenz. Oxfam unterstützt dieses innovative Lernformat zur Jugendbildung im Rahmen seines Klimawandel-Programms auf Vanuatu.
Teilnehmer der Simulation der UN-Klimakonferenz

Am 30. November wird die Weltgemeinschaft auf der UN-Klimakonferenz in Paris zusammenkommen, um eine neue internationale Klimaschutz-Vereinbarung zu verabschieden. Die Erwartungen an die dort versammelten Staatenvertreter/innen sind hoch, da entschieden gehandelt werden muss, wenn die globale Erwärmung noch auf weniger als 2 Grad Celsius begrenzt und geeignete Maßnahmen zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels beschlossen werden sollen.

Folgen, die schon heute besonders Menschen in armen Ländern treffen, die selbst am wenigsten zum Klimawandel beigetragen haben. Pazifikstaaten wie Vanuatu sind durch den steigenden Meeresspiegel und zunehmende extreme Wetterereignisse in ihrer Existenz bedroht. Der Zyklon Pam, einer der stärksten je gemessenen Wirbelstürme, zerstörte im März 2015 weite Teile des Inselstaates, vernichtete einen Großteil der Lebensmittelvorräte, beschädigte die Wasserversorgung und offenbarte damit die hohe Verwundbarkeit Vanuatus. Seither unterstützt Oxfam Deutschland den Inselstaat mit Nothilfe bei der Wasser-, und Sanitärversorgung und Hygiene sowie der Ernährungs- und Einkommenssicherung.

Die Hauptlast des Klimawandels aber wird die heutige Jugend Vanuatus tragen müssen. Um ihr Bewusstsein für den Klimawandel und seine Folgen zu fördern, unterstützt Oxfam das Klima-Netzwerk 350.org bei der Umsetzung von innovativen Lernformaten wie der Jugend-Klimakonferenz, der ersten Verhandlungssimulation ihrer Art im Pazifikraum. Am 13. August 2015 schlüpften in der Hauptstadt Port Vila 350 junge Bürger/innen des Inselstaates in die Rollen der Regierungsvertreter/innen aus Industrie-, Schwellen- und Entwicklungsländern.

Ihr machtvollen Industriestaaten sorgt euch um euer Geld und eure Industrie – aber wir in Vanuatu fürchten um unsere Existenzgrundlagen, unsere Nahrungssicherheit und die Zukunft unserer Kinder. Wir müssen alle zusammenarbeiten, um zu einer Einigung zu kommen; für die Menschheit steht zu viel auf dem Spiel.
Shirley Laban

Akribisch hatten die jungen Teilnehmer/innen die Haltung "ihres" Landes recherchiert und wägten, ganz wie ihre Rollenvorbilder, in leidenschaftlichen Debatten das globale Wohl gegen ihre kurzfristigen nationalen Interessen ab, um zu Klimaschutz-Zusagen und einer gemeinsamen Vereinbarung zu kommen.

Die Dynamiken vergangener realer Klimagipfel spiegelte die Simulation dabei recht präzise wider: Trotz ausgehandelter Deals reichten die Verpflichtungen in der ersten Verhandlungsrunde für das Klimaziel von weniger als zwei Grad Celsius bei der globalen Erwärmung nicht aus. Erst die zähe zweite Verhandlungsrunde brachte eine Einigung, in der die Vertreter/innen gemeinsam Verantwortung für die Zukunft unseres Planeten übernahmen und die Emissionen ausreichend begrenzen konnten, um das Klimaziel zu erreichen.

Zumindest in der Simulation ist die Staatengemeinschaft damit ihrer planetaren Verantwortung gerecht geworden, die Vanuatus Verhandlungsführer für die UN-Klimakonferenz, Shirley Laban, auch für Paris einfordert.

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