Verbesserung der landwirtschaftlichen Produktion und der Ernährungssicherheit für Kleinbäuerinnen und -bauern in Ruanda

Im dichtbesiedelten Ruanda lebt ein Großteil der Bevölkerung  von der Landwirtschaft. Doch die  Anbauflächen sind durchschnittlich nur  knapp 0,5 Hektar klein; über 40 Prozent der Böden sind bereits durch Erosion und Versauerung nachhaltig verarmt. Die landwirtschaftliche Produktion Ruandas ist kaum diversifiziert; es mangelt an Wissen zu verbesserten Anbaumaßnahmen, um die überstrapazierten Naturressourcen zu schonen und die lokale Ernährungssicherheit zu stärken.

Durch den Klimawandel wird der traditionelle Regenfeldanbau der kleinbäuerlichen Haushalte zusätzlich erschwert: Dürren und periodische Überflutungen gefährden die Ernten und damit die Ernährung. Trotz gesetzlicher Gleichstellung werden Frauen bei Nutzung, Zugang und Besitz von Land, beim Zugang zu Krediten und Produktionsmitteln wie Saatgut, Dünger und Futtermittel benachteiligt. Von Frauen geführte Haushalte sind daher von Armut und Nahrungsmangel besonders stark betroffen.

Mit seinem Projektpartner Duterimbere unterstützt Oxfam die kleinbäuerliche Bevölkerung in den Distrikten Nyagatare, Nyamagabe und Muhanga, ihre Ernährungsgrundlage nachhaltig zu sichern. Das Projekt kommt insgesamt 720 kleinbäuerlichen Haushalten mit rund 3.600 Personen zugute. Davon sind mindestens 70 Prozent Frauen, die laut „Rwanda Poverty Classification Index“ in der untersten Armutskategorie leben und über weniger als 0,5 Hektar Land verfügen. Frauengeführte Haushalte stehen dabei im besonderen Fokus des Projekts. Der Projektansatz fußt auf drei Säulen:

Nachhaltige Steigerung der Gemüseproduktion: Praktische Schulungen in sechs Demonstrationsgärten vermitteln den Kleinbäuerinnen und -bauern Wissen zu verbesserten, klimaresilienten Anbaumethoden, zu Gartenbau und Erosionsminderung sowie zu ausgewogener Ernährung. Insbesondere Frauen, die eigenverantwortlich  einen Haushalt führen, werden fortgebildet und in selbsttragende lokale Kooperativen und Spargruppen eingebunden. Zusätzlich erhalten die Teilnehmer/innen landwirtschaftliche Produktionsmittel wie biologischen Pflanzenschutz und organische Düngemittel. Dieses Maßnahmenbündel trägt dazu bei, die Ernten und Ernährung der kleinbäuerlichen Haushalte nachhaltig zu verbessern und zu diversifizieren.

Lokale Anpassung an die Folgen des Klimawandels: Der nachhaltige landwirtschaftliche Ansatz zielt darauf, die natürlichen Ressourcen zu schonen und die Widerstandsfähigkeit der kleinbäuerlichen Haushalte gegenüber klimatischen Veränderungen zu stärken. In den Gemeinden werden Klimakomitees gegründet, um lokale Klimaanpassungspläne zu erarbeiten und nachhaltige Maßnahmen zur Klimaresilienz umzusetzen. Hierfür werden Kleinbäuerinnen und –bauern geschult und können sich in Foren über ihre praktischen Erfahrungen austauschen. Ein besonderer Schwerpunkt besteht darin, die Bewässerungstechniken zu verbessern. So stellt der Bau von sechs Wasserauffangbecken und 60 Wassertanks auch langfristig unter veränderten klimatischen Bedingungen sicher, dass die Haushalte ausreichend mit Wasser versorgt werden. Die Bewässerung macht es den kleinbäuerlichen Produzent/innen möglich, auch in der Trockenzeit von Juni bis September erfolgreich Obst und Gemüse anzubauen.

Nachhaltige wirtschaftliche Stärkung der kleinbäuerlichen Haushalte: Als dritten Schwerpunkt fördert das Projekt die Gründung und Stärkung von kleinbäuerlichen Strukturen wie Kooperativen, Spargruppen und Käufer-Verkäufer-Netzwerken. Unternehmerische Schulungen und Organisationsberatung regen kleinunternehmerische Aktivitäten an und stärken die Kapazitäten der kleinbäuerlichen Strukturen, sodass sie nach Projektende eigenständig bestehen können.  In Spargruppen legen Kleinbäuerinnen und -bauern Geld zusammen an, um höhere Renditen zu erzielen und gemeinsame investieren zu können. Zudem werden die lokalen Kooperativen unterstützt, sich mit Händler/innen und Mikrofinanzinstituten zu vernetzen, um Zugang zu Krediten zu erhalten und ihre Produkte erfolgreich zu vermarkten.

Geschlechtergerechtigkeit begreift Duterimbere als Querschnittsaufgabe: Die Schulungen im Projekt sensibilisieren Männer und Frauen für eine gleichberechtigte Entscheidungsmacht auf Haushalts- und Gemeinde-Ebene.

Das Projekt wird von August 2016 bis Dezember 2019 umgesetzt. Oxfam unterstützt die Arbeit von Duterimbere mit Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ).

Länder und Regionen

Ruanda

In Ruanda hatten Genozid und Bürgerkrieg eine verheerende Auswirkung auf das soziale und ökonomische Gefüge. Etwa die Hälfte der Bevölkerung lebt unterhalb der Armutsgrenze.

Themen

Wasserknappheit

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