Westafrika: Ebola-Krise

Im Frühjahr 2014 meldete die Weltgesundheitsorganisation einen massiven Ausbruch des hochansteckenden Ebola-Fiebers in Westafrika. Von Guinea aus griff die Krankheit schnell auf die Nachbarländer Liberia und Sierra Leone über und führte zur größten Ebola-Epidemie seit der Entdeckung des Virus in den 1970er Jahren. Insgesamt sind seit Beginn der Epidemie über 11.000 Menschen an Ebola gestorben; mehr als 24.000 haben sich mit dem Virus infiziert.
Oxfam-Helfer/innen informieren, wie man sich vor Ebola schützt

Krankheitsprävention und Gesundheitsaufklärung

Die Eindämmung der Epidemie erforderte nicht nur umfangreiche medizinische Nothilfe, sondern auch erhebliche Anstrengungen zur Krankheitsprävention. So musste die Grundversorgung in den Krankenstationen durch Bereitstellung geeigneter Wassersysteme und Sanitäreinrichtungen verbessert werden. Genauso wichtig war es, die Bevölkerung über die Krankheit aufzuklären. Insgesamt sind seit Beginn der Epidemie über 11.000 Menschen an Ebola gestorben; mehr als 24.000 haben sich mit dem Virus infiziert.

Liberia wurde bereits dreimal für Ebola-frei erklärt, nachdem jeweils 42 Tage lang keine Neuinfektion mehr aufgetreten war. Zweimal ist die Krankheit jedoch erneut ausgebrochen, zuletzt Ende November, als ein 15-jähriger Junge an Ebola starb. Guinea wurde am 29. Dezember 2015 von der Weltgesundheitsorganisation für Ebola-frei erklärt. Nachdem in Sierra Leone am 7. November 2015 offiziell das Ende der Epidemie ausgerufen worden war, wurde dort im Januar 2016 erneut ein Todesfall aufgrund von Ebola und eine weitere Infektion gemeldet.

Wasser-, Sanitärversorgung und Hygiene

Oxfam brachte bei der Ebola-Hilfe vor allem seine Expertise im Bereich Wasser-, Sanitärversorgung und Hygiene (WASH) ein, einem unserer Schwerpunkte in der humanitären Hilfe. Darüber hinaus führten wir Projekte zur Früherkennung durch und suchten gezielt nach Menschen mit Krankheitsverdacht oder hohem Ansteckungsrisiko, die aus Angst vor möglichen Folgen – vor allem soziale Ausgrenzung und Quarantäne – zögerten, sich an die medizinischen Anlaufstellen zu wenden.

Nächste Schritte

Fest steht, dass alle betroffenen Länder die Nachwirkungen der Epidemie noch lange spüren werden. Schon der Schaden für die Wirtschaft ist immens: Laut Schätzungen der Weltbank wird der wirtschaftliche Verlust in Guinea, Liberia und Sierra Leone in diesem Jahr mindestens 2,2 Milliarden US-Dollar betragen. Oxfam wird künftig verstärkt die Schaffung neuer Einkommen unterstützen, z.B. für Kleinbäuerinnen und -bauern, die ihre traditionellen Einnahmequellen wieder nutzen und sich darüber hinaus neue Erwerbsgrundlagen erschließen wollen.

Unterstützen Sie unsere Arbeit in Westafrika! Jetzt spenden!

Oxfams Arbeit zu Ebola wurde anteilig durch das Auswärtige Amt unterstützt.

Hintergründe

Oxfam arbeitet seit 1991 in der Region und weitete nach dem Ebola-Ausbruch seine Nothilfekapazitäten schnellstmöglich aus. Insgesamt haben wir bislang über 1,3 Millionen Menschen in Liberia, Sierra Leone und weiteren Ländern der Region unterstützt, u.a. mit folgenden Aktivitäten:

  • Installation bzw. Instandsetzung von Wasser-und Sanitärsystemen in Krankenstationen und Behandlungszentren, die von lokalen Gesundheitsdiensten oder medizinischen Partnerorganisationen betrieben wurden; dadurch verbesserte sich die Qualität der medizinischen Grundversorgung in den Einrichtungen deutlich;
  • Bereitstellung von Schutzkleidung und Hygieneausrüstung für Gesundheitspersonal in direktem Kontakt mit erkrankten Menschen (z.B. Handschuhe, Schutzmasken und -anzüge, Seife, Desinfektionsmittel);
  • Schulung und Weiterbildung von Gesundheitspersonal und anderen Mitarbeiter/innen örtlicher Behörden zur Reduzierung von Gesundheitsrisiken und zum Kapazitätsaufbau im Bereich der öffentlichen Gesundheit;
  • Gesundheitsaufklärung und Verbreitung von Informationen mittels Radiosendungen, Aushängen und Textnachrichten , um die Menschen darüber zu informieren, wie sie sich vor Ansteckung schützen können.

Länder und Regionen

Frauen werden über Folgen weiblicher Beschneidung aufgeklärt

Mali

Oxfam arbeitet in Mali zu den Themen Geschlechtergerechtigkeit, Vorsorge gegenüber Krisen und Naturkatastrophen, gute Regierungsführung sowie Prävention von Ebola-Infektionen.

Themen

Nothilfe

Wenn irgendwo auf der Welt Naturkatastrophen, Krisen und Konflikte stattfinden, ist Oxfam zur Stelle, um Nothilfe zu leisten. Oxfams Schwerpunkt liegt dabei auf der Wasser- und Hygieneversorgung.