• 21. März 2012

Armut macht krank

„Armut und HIV gehören hier zusammen“

„Unser Fluss war früher tief, aber jetzt ist er ganz flach. Damals brauchte man einen sehr langen Bambusstab, um das Kanu vorwärts zu treiben, heute reicht ein kurzes Paddel. Wir befürchten, dass er während der Dürrezeit ganz austrocknen könnte. Nichtsdestotrotz haben wir seit 2002 jedes Jahr Hochwasser. Dann steigt das Wasser über die Ufer und es kommen sogar Krokodile auf unsere Felder, sodass wir uns nicht mehr frei bewegen können“, berichtet Caroline Malema, Kleinbäuerin und HIV-Aktivistin in Karonga, im Norden von Malawi.

Der Klimawandel schadet besonders Frauen in ländlichen Gebieten in Afrika. Sie sind diejenigen, die mit der Landwirtschaft den Lebensunterhalt für ihre Familien bestreiten. Wenn Unwetterkatastrophen zunehmen und ihre Felder zerstören, können sie ihre Familien nicht mehr ernähren und das Schulgeld für ihre Kinder nicht mehr zahlen.

Für manche bleibt als einzige Möglichkeit die Flucht in die Prostitution. „Bakala liegt an einer großen Ferntransport-Route zwischen Beira und Zomba“, erklärt Caroline Malema, Vorsitzende des Frauenforums Karonga. „Viele Frauen werden durch Hunger dazu getrieben, den Truckfahrern sexuelle Dienste anzubieten. Armut und HIV gehören hier zusammen. Die meisten Frauen haben nichts anderes zu verkaufen, also verkaufen sie ihren Körper. Im Frauenforum suchen wir gemeinsam nach Wegen aus der Armut. Denn keine von uns soll auf Prostitution angewiesen sein.“