• 19. April 2012

Gärten der Hoffnung und neuer Mais

Der neue Mais braucht bis zur Erntereife nur noch 70 Tage

Energisch bearbeitet Djeneba Souko Bassidougou mit der kurzen Hacke den Boden ihres drei mal fünf Meter großen Gartenbeetes. „Mein Mann sorgt nur für Getreide, sonst für nichts“, schnaubt die Mutter von vier Kindern. Die restliche Nahrung muss sie beschaffen. Und da hat sie nun mit dem kleinen Gartenbeet, das ihr gehört, bessere Chancen. Zusammen mit über 700 anderen Frauen baut sie Zwiebeln, Okra-Schoten, Möhren und Erbsen in einem der Gemeinschaftsgärten an. Was die Familie nicht selbst verbraucht, verkauft sie auf dem Markt. Oxfam fördert die Gärten der Frauen finanziell, die malische Partnerorganisation Stop Sahel koordiniert die Projekte vor Ort.  

Neue Nutzpflanzen: schnell reif mit weniger Wasser

In N’Tronkina betreut Stop Sahel die Aussaat einer neuen konventionellen Maissorte. Die Kleinbauern Adama Fofana und sein Vater Seydou halten Jan Urhahn von Oxfam Deutschland stolz die ersten hellgelben Maiskolben entgegen. Der Mais braucht bis zur Erntereife nur noch 70 Tage, nicht 100, wie die alten Sorten. Das ist wichtig in einer Region, die in Folge des Klimawandels mit immer kürzeren Regenzeiten auskommen muss. Es ist November, und in Mali regnet es nun erst wieder im nächsten Sommer.

Radio-Informationen zur klimawandel-tauglichen Landwirtschaft
 
Da in Mali viele Menschen weder lesen noch schreiben können, werden die Informationen über neue Anbaumethoden, die dem Klimawandel angepasst sind, über das Radio verbreitet. Der Journalist Barou Diabeté leitet eine kleine Radio-Station in der Kreisstadt Kita. „Wir informieren über neue Methoden der Landwirtschaft und versuchen so, die Leute dazu zu bringen, etwas Neues auszuprobieren, damit sie bis zur nächsten Regenzeit genug zu essen haben“, so Barou. Täglich von 18.00 bis 20.30 Uhr strahlt der Sender aus dem staubigen blauen Büro mit der teils improvisierten Technik das Programm in den ländlichen Raum.

Anpassung hat ihre Grenzen
 
Länder wie Mali sind hart vom Klimawandel betroffen. Da 80 Prozent der Menschen von der Landwirtschaft abhängen, sind sie Veränderungen der Saat- und Erntezeiten wehrlos ausgeliefert. Vor der Regenzeit wird gesät. Keimt die Saat, aber verspätet sich der Regen, ist die Saat verloren. Sät man später und fällt der Regen als Unwetter, wird alles weggespült.  Daher sind Nutzgärten und neue Sorten ein Weg der Anpassung an den Klimawandel. Doch das wird nicht reichen.