Regen bleibt aus

„Unser Schicksal hängt vom Regen ab"

„Einige von uns glauben, dass der Regen ausbleibt, weil wir so viele Bäume gefällt haben. Aber die Menschen fällen Bäume, weil sie hungern. Sie fällen Bäume, um Holzkohle herzustellen und sie zu verkaufen“, berichtet Lourien Lokwareng vom Ältestenrat der Gemeinde Nasapir im Nordosten Ugandas. Hier in seiner Heimatregion Karamoja hat es seit vier Jahren kaum geregnet. Die Folgen sind offensichtlich: Flüsse sind ausgetrocknet, die Ernten sind verdorrt. In vielen Familien herrscht Mangelernährung.

„... Andere gehen in die Stadt und suchen sich Jobs, zum Beispiel als Gepäckträger.“

Die über mehrere Jahre ausgefallenen Ernten haben einschneidende Veränderungen bewirkt. „Früher lebten wir in Frieden, es gab genug Regen, die Ernten waren reichlich und es gab viele Tiere“, erzählt Anna Logwee. „Es herrschte nicht diese Unsicherheit. Das Leben war einfach. Wir hatten gute Kontakte zu den umliegenden Dörfern. Aber jetzt? Du versuchst etwas anzubauen und die Ernte bleibt aus. Du versuchst Rinder zu halten und sie werden gestohlen. Einige versuchen nun Holzkohle herzustellen. Andere gehen in die Stadt und suchen sich Jobs, zum Beispiel als Gepäckträger. Das hat die kulturellen und wirtschaftlichen Traditionen der Karamoja-Region sehr verändert.“

Lourien Lokwareng blickt bange in die Zukunft: „Unser Schicksal hängt vom Regen ab. Regen ist die Quelle von allem: Die Quelle der Nahrung, die Quelle für das Vieh und den Menschen.”