• 21. März 2012

Überschwemmungen werden häufiger

„Vor acht Monaten lebte ich dort, wo jetzt der Fluss ist“

„Auf den Inseln im Fluss zu leben war immer schon mit Unsicherheiten verbunden, aber die Situation verschlimmert sich zusehends. Die Wirbelstürme kommen häufiger und sie sind stärker als zuvor“, erzählt Hasina Begum aus Bangladesch, die mit ihren vier Kindern immer wieder umziehen musste, weil der Fluss Padma das Land davonspült.

„In den letzten fünf Jahren mussten wir jedes Jahr weiterziehen."

„Dort, wo ich vor acht Monaten wohnte, ist jetzt der Fluss. Das ist nicht ungewöhnlich. Seit meiner Heirat musste ich sechsmal umziehen und immer neue Häuser bauen, weil die Flussufer wegbrachen und die Inseln sich verlagerten. Aber mittlerweile geschieht das immer häufiger. Früher konnten wir drei oder vier Jahre an einem Ort bleiben. In den letzten fünf Jahren mussten wir jedes Jahr weiterziehen.“

Die Bewohner/innen der Inseln Char Atra und Uttar Tarabunia, die im Fluss Padma in Bangladesch liegen, berichten, dass Überflutungen, Wirbelstürme und Erosion der Flussufer immer häufiger und stärker auftreten. Auch die Jahreszeiten würden sich verändern, so falle der Regen beispielsweise zur „falschen Zeit“, die Sommer seien zu kalt und die Winter zu warm.

Klimawissenschaft erwartet noch stärkere Veränderungen der Jahreszeiten

Klimawissenschaftler/innen sagen voraus, dass es durch den fortschreitenden Klimawandel zu noch stärkeren Veränderungen der Jahreszeiten und häufigeren und heftigeren Stürmen und Überschwemmungen kommen wird. Aber schon die jetzigen Veränderungen führen in Char Atra vermehrt zu Ernteausfällen und Einkommensverlusten. Die Menschen haben kaum mehr die Möglichkeit, sich selbst zu versorgen.

„Ich hoffe, für dieses Jahr sind wir hier sicher,“ sagt Hasina Begum. „Aber wir können nicht voraussehen, wie der Fluss und das Land nach der nächsten Überschwemmung aussehen werden.“