“Up in Smoke” – Hoffnung für eine nachhaltige Landwirtschaft

Von Ulrike Langer
© Adam Wakeling

In Oxfams Kampagne „Mahlzeit! – Ein Planet. 9 Milliarden. Alle satt.“ geht es um Lösungsansätze für eine nachhaltige Zukunft innerhalb der ökologischen Grenzen der Erde, in der alle Menschen genug zu essen haben. Oxfam hat deshalb die Produktion einer Reihe von Kurzfilmen über eine innovative landwirtschaftliche Technik unterstützt. Dabei handelt es sich um ein so genanntes Agroforst-System, das es Kleinbäuerinnen und Kleinbauern ermöglicht, landwirtschaftlichen Anbau ohne Brandrodung des Regenwaldes zu betreiben. Wie die Methode genau funktioniert, wird in den Kurzfilmen erklärt. Neue Anbauflächen durch Brandrodung zu erschließen, ist eine gängige Praxis für Kleinbauern. Das ist nicht direkt schädlich, allerdings ist Land als natürliche Ressource nur begrenzt verfügbar und muss deswegen geschützt/geschont werden.

An dieser Stelle berichtet Filmemacher Adam Wakeling über die Arbeit in Honduras:

Schlechte Nachrichten verkaufen sich gut und es ist leicht, beim Gedanken an den Zustand der Umwelt den Mut zu verlieren. Doch es gibt eine inspirierende Lösung für eine nachhaltige Landwirtschaft und mir war klar, wie wichtig es ist, gerade diese Geschichte zum Leben zu erwecken und einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Nach vier Jahren Produktionszeit und 15 Reisen nach Honduras entstand der vielfach ausgezeichnete Dokumentarfilm „Up in Smoke“. Im Gegensatz zu vielen Umweltfilmen, die gravierende Probleme an die Öffentlichkeit bringen, ist die Botschaft dieses Films eine Antwort und soll Hoffnung machen.

Die fünf Kurzfilme zeigen die Stärke und Einfachheit einer neuen Anbaumethode, die der britische Wissenschaftler, Mike Hands, entwickelt hat. Die Dokumentationen führen den Zuschauer in die Lebenswelt von verschiedenen Kleinbauern, die die Methode getestet haben, um aus der Brandrodung auszusteigen. Eine Reise nach Honduras, fast zweieinhalb Jahre nach Abschluss der Dreharbeiten, hat bewiesen, dass die Methode für Kleinbauern funktioniert und sich darüber hinaus schnell verbreitet.

Aladino Cabrera, einer der Helden dieser Filme, hat herausgefunden, dass die neue Methode nicht nur die Umwelt schont, sondern ihm auch hilft Geld, Arbeit und Ressourcen zu sparen. Statt Anbauflächen immer weiter weg vom eigenen Haus zu erschließen, auf Böden die durch wiederholte Brandrodung unfruchtbar gemacht wurden, pflanzt und erntet er nun gerade zehn Minuten zu Fuß von seiner Haustür entfernt. Das neue Agro-Forstsystem begrenzt Erosion, erhöht auf natürlich Weise die Bodenfruchtbarkeit und stärkt die natürliche Abwehr. Sie hat dazu beigetragen, dass Flüsse wieder mehr Wasser führen und dass der Einsatz von Pestiziden quasi auf null heruntergefahren wurde. Nun werden ökologische Feldfrüchte für den Eigenbedarf und für Verkauf produziert.

Diese bahnbrechende Methode ist real und sie funktioniert. Wenn ich eines während der Entstehung des Films gelernt habe, dann Folgendes: Teilnahmelosigkeit ist keine Option, wenn es um Umwelt und Ökologie geht. Hätte Mike Hands bei der ersten oder einer der vielen nachfolgenden Hürden aufgegeben, dann hätten Aladino und andere Kleinbauern ihr Leben nicht auf diese Weise verbessern können. In Anbetracht der Resultate gibt es keinen Grund, warum sich die wachsende Erfolgsgeschichte aus Honduras nicht weiter in Lateinamerika und darüber hinaus wiederholen sollte.

Mehr Infos zu „Up in Smoke“ und zu Mike Hands Arbeit

Im Rahmen der „Global Soil Week“ in Berlin wird die Kinoversion von „Up in Smoke“ am 21. November, im Kino Arsenal, zu sehen sein. Hier geht’s zum Programm.

 

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