CEOs gewinnen, Beschäftigte verlieren
Die neue Oxfam-Analyse „Working for the Rich: The Growing Divide Between Workers and Fat Cats“ macht deutlich, wie sich die Einkommensschere seit der Corona-Pandemie weltweit immer weiter geöffnet hat: Während die Spitzengehälter seit 2019 um 54 % in die Höhe geschnellt sind, verzeichnen die Reallöhne von Beschäftigen einen Rückgang um 12 %.
Entwicklung von CEO-Gehältern und Reallöhnen von Beschäftigten weltweit 2019–2025
Spitzengehälter explodieren, Reallöhne von Beschäftigten sinken
Die Gehälter von CEOs weltweit sind zwischen 2019 und 2025 inflationsbereinigt um 54 % gestiegen – von durchschnittlich 5,5 Millionen US-Dollar auf 8,4 Millionen US-Dollar. Ein*e Beschäftigte*r im weltweiten Durchschnitt müsste dafür 490 Jahre arbeiten. Die Reallöhne von Beschäftigten sind dagegen weltweit um 12 % gefallen.
Dieser Trend lässt sich auch in Deutschland beobachten: 25 CEOs aus den Dax-40-Unternehmen verzeichnen einen exorbitanten Gehaltsanstieg von 56 Prozent im Vergleich zu 2019. Ihre Gehälter stiegen im Durchschnitt von 4,5 Millionen Euro auf fast 7 Millionen Euro. Die inflationsbereinigten Gehälter von Beschäftigen in Deutschland liegen hingegen immer noch leicht unter dem Niveau von vor der Corona-Pandemie (2019).
Diese immer extremere Ungleichheit ist eine Gefahr für unsere Demokratie.
Während die Kaufkraft von Beschäftigten in Deutschland im Schnitt immer noch schwächer ist als 2019 und der aktuelle Inflationsschub viele Haushalte belastet, explodieren die Gehälter von Spitzenmanager*innen. Sie entkoppeln sich immer weiter von der Realität vieler Menschen, die sich ohnehin schon täglich fragen müssen, wie sie die Energiepreise, Mieten und Lebensmittel noch bezahlen sollen.
Milliardär*innen machen Milliarden mit Dividenden
Die Analyse zeigt außerdem, dass Superreiche weltweit riesige Ausschüttungen von Unternehmen erhalten. Fast 1.000 Milliardär*innen, deren Investitionsportfolios untersucht wurden, erhielten 2025 insgesamt 79 Milliarden US-Dollar an Dividenden. Ein*e durchschnittliche*r Milliardär*in verdiente in weniger als zwei Stunden mehr an Dividenden als ein*e Beschäftigte*r im weltweiten Durchschnitt pro Jahr.
Milliardär*innen ernten die Früchte der Arbeit, zahlen aber oft geringere Steuersätze als Arbeiter*innen.
Das ist nicht nur per se ungerecht, auch mangelt es Regierungen dadurch an Geld für dringend benötigte Investitionen in soziale Gerechtigkeit und Klimaschutz.
Oxfams Forderungen an die Bundesregierung
- Treiben Sie die Besteuerung Superreicher sowohl auf nationaler als auch auf globaler Ebene weiter voran.
- Führen Sie die im Rahmen der G20 diskutierte Milliardärssteuer in Deutschland ein und unterstützen Sie ihre Umsetzung auf internationaler Ebene.
- Führen Sie höhere Spitzensteuersätze auf Einkommen ein, um maßlosen CEO-Gehältern entgegenzuwirken.
- Legen Sie einen Mindestlohn von mindestens 15 € pro Stunde fest, um einem weiteren Anstieg der sozialen Ungleichheit entgegenzuwirken.