Die Eskalation der Gewalt im Gaza-Streifen und in Israel führt zu immer mehr Todesopfern, Not und Schrecken unter der dortigen Zivilbevölkerung. Oxfam ruft zu einem sofortigen Ende aller Kampfhandlungen auf und verurteilt gleichermaßen den gegen unschuldige Israelis gerichteten palästinensischen Raketenbeschuss wie die israelischen Militärschläge gegen Palästinenser/innen in Gaza.

Oxfam arbeitet im Gaza-Streifen mit lokalen Partnern unter anderem bei der Trinkwasserversorgung, bei der Gesundheitsfürsorge und bei der Versorgung mit Nahrungsmitteln zusammen. Diese Arbeit mussten die Mitarbeiter/innen aus Sicherheitsgründen teilweise einstellen.

Trinkwasser und Hygiene

Arme Familien mit Kindern leiden besonders stark unter dem Krieg. Durch Luftangriffe wurden Wasserleitungen und Brunnen zerstört, 100.000 Menschen sind von der Trinkwasserversorgung abgeschnitten. Darüber hinaus besteht die Gefahr, dass in wenigen Tagen Klärwerke wegen Treibstoffmangels ausfallen könnten. Luftangriffe haben bereits dazu geführt, dass 25 Millionen Liter ungeklärtes Abwasser ins Meer geflossen sind. Dies vergrößert die Gefahr, dass sich Seuchen und Krankheiten ausbreiten.

Gesundheitsfürsorge

Dieselmangel bedroht zudem eine von Oxfam unterstützte Klinik, die über 50 durch Luftangriffe verletzte Menschen behandelt hat und die womöglich schon bald keine lebensrettenden Operationen mehr durchführen kann. Ahmed Manna, Chefarzt der Klinik, berichtet, dass 40 Prozent der zuletzt dort behandelten Patienten Kinder sind. Dazu kommen zahlreiche schwangere Frauen. Das Klinikpersonal arbeitet rund um die Uhr, da es für sie ohnehin zu gefährlich wäre, nach Hause zu gehen. Wird nicht sehr bald neuer Treibstoff geliefert, muss das Krankenhaus, das 360.000 Menschen in Gaza versorgt, teilweise schließen. Betroffen wäre unter anderem die einzige Geburtshilfestation in ganz Nord-Gaza.

Auch ein auf Geburtsvorsorge und Nachsorge spezialisiertes Gesundheitszentrum in Beit Hanoun wurde schwer beschädigt und musste bereits schließen. Eine von Oxfam unterstützte mobile Klinik, die mehrere tausend Menschen in Gaza mit Basis-Gesundheitsdiensten versorgt, musste ihre Tätigkeit ebenfalls einstellen, da die Fahrten wegen der Kämpfe zu gefährlich geworden sind.

Schulen und Wohnhäuser

UNO-Angaben zufolge wurden in Gaza außerdem 66 Schulen durch Luftangriffe beschädigt, 37 davon werden von UN-Organisationen unterstützt. Hinzu kommen enorme Schäden an Wohnhäusern und ziviler Infrastruktur.

Bildergalerie: Zerstörungen in Gaza