4 Hungerkrisen, die sich gerade abseits der Medien­aufmerksamkeit abspielen

Während sich die Schlagzeilen mit dem politischen Aschermittwoch oder Trump-Tweets beschäftigen, spielen sich gerade vier Hungerkrisen gleichzeitig ab, von denen kaum jemand Notiz nimmt. Wir müssen jetzt dringend handeln, um die Menschen zu unterstützen, deren Leben von den aktuellen Hungerkrisen bedroht ist.
Eine Frau mit einem Kind auf dem Arm und einem zweiten an der Hand geht an einer Hauswand vorbei.
Die Gemeinde Jakana in Nigeria hat in der Vergangenheit unter den Angriffen der Boko Haram gelitten; jetzt ist sie selbst Zufluchtsort für Tausende Menschen geworden, die aus ihren Dörfern geflohen sind. Der Konflikt hat zu einer schweren Hungerkrise im Norden Nigerias sowie in Niger, Tschad und Kamerun geführt.
  1. In Teilen des Südsudans haben die Vereinten Nationen letzte Woche eine Hungersnot erklärt: 100.000 Menschen sehen aktuell dem Verhungern entgegen. Zusätzlich stehen eine Million Menschen an der Schwelle zur Hungersnot. Die Krise ist Folge eines bewaffneten Konflikts, der Ende 2013 ausgebrochen ist.
  2. In Nigeria sind ca. 5 Millionen Menschen von einer Hungerkrise betroffen. In Gebieten, die wegen des bewaffneten Konflikts mit Boko Haram von humanitärer Hilfe abgeschnittenen sind, ist die Lage besonders schlimm.
  3. Im Jemen sind nach zwei Jahren Krieg über 7 Millionen Menschen nur einen Schritt von einer Hungersnot entfernt. 10 Millionen weitere haben nicht genug zu essen. Die Vereinten Nationen berichten, dass die Weizenvorräte des Landes im April aufgebraucht sein werden.
  4. In Somalia hat eine Dürre zu einer Hungerkrise geführt, von der 2,9 Millionen Menschen betroffen sind. Die Krise könnte sich noch weiter verschärfen, wenn zwischen April und Juni der Regen ausbleibt oder sich verspätet, sich die Menschen weniger Essen kaufen können und sie keine humanitäre Unterstützung erhalten.
Eine Hungersnot taucht nicht plötzlich oder unerwartet auf. Sie kommt nach Monaten des Aufschiebens und ignorierter Warnungen. Es ist ein langsamer und qualvoller Prozess, der von hartherziger nationaler Politik und internationaler Gleichgültigkeit getrieben ist. Es ist ein Verrat an unserer gemeinsamen Menschlichkeit.
Nigel Timmins, Oxfams Nothilfe-Direktor

Oxfam ist vor Ort

Oxfam unterstützt bereits über eine Million Menschen im Jemen, mehr als 600.000 Menschen im Südsudan und mehr als 200.000 Menschen in Nigeria. Im nördlichen Somalia planen wir einen Einsatz zur Bewältigung der Dürre.

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Zwei Frauen lachen; eine von ihnen transportiert einen Oxfam-Wasserkanister auf dem Kopf.
Das Vertriebenen-Camp Muna Garage im Umland von Maiduguri, Nigeria, beherbergt 35.000 Menschen. In Nigeria, Niger und Tschad unterstützt Oxfam Geflüchtete und aufnehmende Gemeinschaften mit Nahrungsmitteln, Trinkwasser und Hygieneberatung.

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Die Sicherheitslage im Norden Nigerias hat sich seit 2011 aufgrund von Angriffen der radikal-islamischen Gruppe Boko Haram im Nordosten des Landes dramatisch verschlechtert. Rund 2,2 Millionen Menschen sind auf der Flucht. Oxfam versorgt die betroffene Bevölkerung mit Nahrung und Trinkwasser.

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In Somalia sind die Folgen des Klimawandels deutlich spürbar: Temperaturen steigen, Regenfälle nehmen ab, Dürren breiten sich aus. Im Jahr 2011 sind während einer Dürreperiode in Somalia mehr als 250.000 Menschen gestorben. Sechs Jahre später droht sich eine solche Katastrophe zu wiederholen. Das Land am Horn von Afrika steckt erneut in einer verheerenden Hungerkrise.

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Seit Ende 2013 haben kriegerische Auseinandersetzungen im Südsudan über 2 Millionen Kinder, Frauen und Männer vertrieben. Hunderttausende sind in angrenzende Staaten geflohen. Oxfam unterstützt die Menschen mit Nothilfe.

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Niger hat bislang die größte Zahl an Menschen aufgenommen, die vor der Gewalt von Boko Haram aus Nigeria geflohen sind. Oxfam hilft im Grenzgebiet bei der Wasser- und Sanitärversorgung der Flüchtlinge und verteilt Gutscheine für Nahrungsmittel.

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Seit über 30 Jahren unterstützt Oxfam die Menschen im Jemen mit Wasser und Hygienemaßnahmen und bei der Sicherung ihrer Existenzgrundlagen. Nun haben schwere Kämpfe zwischen Regierungstruppen, ihren ausländischen Verbündeten und bewaffneten Oppositionsgruppen zu einer humanitären Krise geführt.

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Oxfam leistet Nothilfe bei Krisen und Katastrophen. Auf politischer Ebene setzen wir uns dafür ein, die Zivilbevölkerung zu schützen und die Ursachen von Konflikten zu beseitigen.

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