Deutsche Bank spekuliert mit Grundnahrungsmitteln

Der Handel mit Rohstofffonds an den Börsen treibt die Preise für Grundnahrungsmittel in die Höhe. Eine Recherche von Oxfam, Misereor und WEED hat ergeben, dass die Deutsche Bank massiv am Handel mit Nahrungsmitteln an den Börsen beteiligt ist. Die Deutsche Bank verwaltet den größten Fonds für börsengehandelte Agrarrohstoffe weltweit, der fast 5 Milliarden US-Dollar umfasst.
© Diana Hernandez Cordero/Oxfam

Durch den Handel mit Agrarrohstoffen an den Börsen orientiert sich der Marktwert für Nahrungsmittel nicht länger allein an Lagerbeständen oder Angebot und Nachfrage, sondern wird zunehmend von Finanzspekulanten und Anlegern bestimmt. Sie setzen auf steigende Preise und verteuern damit die Nahrungsmittel auf dem Weltmarkt. Die Folge: 100 Millionen Menschen konnten sich 2007/2008 aufgrund der Preisexplosion nicht mehr ausreichend Nahrungsmittel leisten und mussten hungern.

Die Spekulation mit Öl und anderen fossilen Energieträgern verstärkt diese Entwicklung. Die globalen Nahrungsmittelpreise sind an den Ölpreis gekoppelt. Vor allem für die Herstellung von Düngemitteln wird sehr viel Energie benötigt. Die Deutsche Bank engagiert sich auch in diesem Geschäftszweig. Oxfams Untersuchung zeigt, dass sie öl- und energiebezogene Fonds im Wert von 3,6 Milliarden US-Dollar hält.

Die Finanzialisierung der Rohstoffmärkte hat gravierende Folgen. Besonders arme Menschen leiden massiv unter steigenden Preisen für Nahrungsmittel. Oxfam fordert deshalb im Rahmen der Kampagne Mahlzeit! die Nahrungsmittelspekulation einzudämmen.

Factsheet: Die Deutsche Bank – weltweit führend im Rohstoffgeschäft

Themenseite: Spekulation mit Nahrungsmitteln

Foodwatch hat die Deutsche Bank aufgefordert den Handel mit Nahrungsmitteln an den Börsen einzustellen.Mehr zur Petition und den Reaktionen der Deutschen Bank.

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Nahrungsmittelspekulation

Maßlose Spekulationen mit Agrarrohstoffen sind für die starken Preissprünge der letzten Jahre mitverantwortlich und tragen so zu globalen Nahrungsmittelkrisen bei.

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