• 22. März 2012

Dämme halten nicht mehr stand

Salzwasser auf den Feldern

Die Reisfelder im Küstengebiet Satkhira in Bangladesch wurden von Meerwasser überschwemmt. Der steigende Meeresspiegel und Unwetter haben die schützenden Dämme geschwächt bis sie schließlich nachgaben. Jetzt sind die Böden versalzen. Viele Familien haben dadurch ihr Land verloren und sehen keine andere Möglichkeit, als in die Städte abzuwandern.

„Mein Ehemann war Reisbauer, bis das Meerwasser den Boden unbrauchbar machte.“

Aber Fahima Begun, eine 28-jährige Witwe mit zwei Kindern, weiß nicht, wohin sie gehen soll. „Mein Ehemann war Reisbauer, bis das Meerwasser den Boden unbrauchbar machte. Danach wurden dort Becken zur Garnelenzucht angelegt“, erzählt sie. „Mein Mann verlor seine Arbeit, weil auf den Farmen nur wenige Leute gebraucht werden. Er begann in den Mangrovenwäldern an der Küste Honig zu sammeln. Doch eines Tages vor drei Jahren verunglückte er tödlich. Er war gerade einmal 30 Jahre alt.“

„Meine Situation ist ausweglos. Es fällt mir sehr schwer, meine Familie zu versorgen, geschweige denn meine Kinder zur Schule zu schicken. Es gibt weder Fische im Fluss, noch Arbeit im Dorf. Außerdem leiden wir sehr darunter, dass wir kein sauberes Wasser haben. Als der Deich brach, gelangte salziges Meerwasser ins Grundwasser. Jetzt müssen wir über einen  Kilometer laufen, um uns Wasser zu holen, aber die Qualität ist sehr schlecht. Meine beiden Kinder leiden an Durchfall. Dass sie hungern, ist schlimm genug, aber das Wasser macht alles noch schlimmer.“

„Manchmal möchte ich einfach aufgeben und mir das Leben nehmen“, sagt Fahima. „Ich habe meinen Mann und meine Eltern sehr jung verloren. Jetzt gibt es für mich niemanden mehr auf dieser Welt. Die Aussichten sind sehr düster. Die meisten Leute haben die Gegend verlassen. Vielleicht sollte ich das auch tun. Wenn ich daran denke, dass ich meine Kinder nicht ernähren kann, scheint es mir der richtige Weg zu sein. Aber ich weiß nicht, wohin ich gehen soll, denn ich war noch nie auf der anderen Seite des Flusses. Wie kann ich von hier weggehen, wenn ich keinen Ort kenne, zu dem ich gehen könnte?“