Recht auf Bildung

Lehrerin an der Tafel
Mathematik-Unterricht an der Grundschule in Rutenderi, Burundi

In Kürze

Das Recht auf Bildung wurde bereits in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte von 1948 festgehalten. Aber Bildung ist nicht nur ein Recht, das auch Menschen in armen Ländern zusteht, sondern zugleich ein wichtiger Motor für Entwicklung.

Oft sind die Bildungssysteme in armen Ländern unzureichend, es fehlen Schulen, ausgebildetes Lehrpersonal und Unterrichtsmaterialien. Bildungschancen sind ungleich verteilt: Geschlecht, Einkommen, Herkunft, Sprache, ethnisch-kulturelle Zugehörigkeit, Behinderung oder Wohnort spielen oft eine entscheidende Rolle. Die reichen Länder stehen in der Pflicht, die armen Länder beim Ausbau der Bildungssysteme zu unterstützen und mehr und wirksame Hilfe zu leisten.

Obwohl sich 164 Regierungen im Jahr 2000 mit den sechs „Bildung für alle“-Zielen eigene Vorgaben bei der Bekämpfung der Bildungsarmut gegeben haben, gehen heute immer noch 126 Millionen Kinder und Jugendliche weltweit nicht in die Schule – Tendenz steigend.

Als Gründungsmitglied der Globalen Bildungskampagne, legt Oxfam den Finger in die Wunde, zeigt politisches Versagen auf und fordert von der internationalen Gemeinschaft, ihre Bildungsversprechen einzuhalten.

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Hintergründe

Bildung: Menschenrecht und Motor für Entwicklung

Bildung ist ein grundlegendes Menschenrecht. Bildung schafft Perspektiven und ist ein entscheidender Faktor bei der Bekämpfung von Armut und sozialer Ungerechtigkeit, bei der Verbesserung der Gesundheit von Müttern und Kindern sowie bei der Verankerung von Demokratie. Vielen Menschen wird dieses Recht jedoch vorenthalten, und damit die Chance, der Armut zu entkommen.

Bildungschancen sind ungleich verteilt 

Weltweit können 72 Millionen Kinder im Grundschulalter nicht zur Schule gehen, 55% davon sind Mädchen. Bildungschancen sind ungleich verteilt. Für Kinder aus armen Familien, ländlichen Gegenden oder Slums ist es besonders schwer, Zugang zu guter Bildung zu erhalten. Die weltweit 776 Millionen Analphabeten haben kaum eine Chance, eine Ausbildung und eine gutbezahlte Arbeit zu finden. Das Ziel "Bildung für alle" ist noch lange nicht erreicht. Besonders in Subsahara-Afrika sind die Herausforderungen groß.

Doch warum haben so viele Menschen keinen Zugang zu Bildung? Weil die Bildungssysteme in armen Ländern häufig absolut unzureichend sind. Es fehlen Gelder für den Bau von Schulen, ausgebildete Lehrer und Unterrichtsmaterialien. Weltweit werden bis zum Jahr 2015 mindestens 18 Millionen zusätzliche Lehrer gebraucht, um allen Menschen eine grundlegende Bildung zu ermöglichen. Und gerade gut ausgebildete Lehrer sind wichtig, um auch die Qualität der Bildung zu verbessern.

Arme Länder brauchen Unterstützung 

Die Regierungen vieler armer Länder bemühen sich, die Situation zu verbessern. Sie haben in den vergangenen Jahren viel in den Aufbau ihrer Bildungssysteme investiert. Es gab auch bemerkenswerte Fortschritte beim Zugang zu Bildung. Dank gemeinsamer Anstrengungen armer und reicher Länder können weltweit 40 Millionen Kinder mehr zur Schule gehen. Aber die Herausforderungen sind groß.

Arme Länder brauchen Unterstützung, um die Probleme zu bewältigen. Sie benötigen mehr und bessere Entwicklungshilfe, um allen ihren Bürger/innen Bildung garantieren zu können. Die reichen Länder haben sich in internationalen Vereinbarungen wie der Erklärung über die Millenniumsziele verpflichtet, die armen Länder bei der Umsetzung des Ziels "Bildung für alle" zu unterstützen. Die Versprechen müssen gehalten werden!

Die Bildungsziele 

Auf dem Weltbildungsforum in Dakar/Senegal im April 2000 kamen Vertreter/innen aus 164 Staaten zusammen. Sie einigten sich auf den Aktionsplan "Bildung für alle" (Education for all, EFA), dessen Ziele bis 2015 erreicht werden sollen.

 
Zwei der Ziele (Ziel 1 und 2) sind auch in die Millennium-Entwicklungsziele eingegangen:

Ziel 1: Frühkindliche Förderung und Erziehung sollen ausgebaut und verbessert werden, insbesondere für benachteiligte Kinder.

Ziel 2: Bis 2015 sollen alle Kinder - insbesondere Mädchen, Kinder in schwierigen Lebensumständen und Kinder, die zu ethnischen Minderheiten gehören - Zugang zu unentgeltlicher, obligatorischer und qualitativ hochwertiger Grundschulbildung erhalten und diese auch abschließen.

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