Recht auf Gesundheit

In Kürze

Das Recht einer/eines jeden auf das für sie/ihn erreichbare Höchstmaß an körperlicher und geistiger Gesundheit ist ein Menschenrecht. Ebenso das Recht auf einen Lebensstandard, der Gesundheit und Wohl gewährleistet. Aber weltweit haben 400 Millionen Menschen keinen Zugang zu medizinischen Grundleistungen und jedes Jahr treiben private Ausgaben für Gesundheitsdienstleistungen 100 Millionen Menschen in die Armut.

Ein wesentlicher Grund: Die Gesundheitssysteme in armen Ländern sind häufig von völlig unzureichender Qualität und schlecht finanziert. Als Folge wandern unzählige gut ausgebildete Ärzte und Pflegekräfte auf der Suche nach Beschäftigungsmöglichkeiten in die reichen Länder ab. Die Regierungen im Süden wie im Norden stehen in der Pflicht, mehr Mittel für den Gesundheitsbereich aufzubringen und diese effizienter einzusetzen.

Doch auch bei guter Gesundheitsfürsorge sind die Chancen auf ein gesundes und langes Leben ungleich verteilt. Die großen Unterschiede in der gesunden Lebenserwartung – ob nun weltweit oder auch innerhalb eines Landes wie beispielsweise auch Deutschland – erklären sich weitgehend aus sozialer Ungleichheit. Noch vor dem Zugang zu Gesundheitssystemen bestimmt die Ungleichverteilung gesellschaftlicher Ressourcen (Einkommen, Vermögen, Teilhabe, Bildung) auch die Ungleichverteilung von gesundem und langem Leben.

Oxfam setzt sich weltweit ebenso für den Aufbau von funktionierenden öffentlichen Gesundheitssystemen ein wie für das Schließen der Schere zwischen Arm und Reich.

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Hintergründe

Jeder Mensch hat das Recht auf ein gesundes und langes Leben und auf Zugang zu Gesundheitsfürsorge. In den meisten Entwicklungs- und Schwellenländern sind viele Menschen jedoch weit von der Realisierung dieses Rechts entfernt.

  • Jedes Jahr sterben in ärmeren Ländern immer noch rund 300.000 Frauen an Folgen von Schwangerschaft oder Geburt Rund 2,7 Millionen Neugeborene sterben in ihrem ersten Lebensmonat, 5,9 Millionen Kinder erlebten 2015 ihren fünften Geburtstag nicht.

  • Allein in den unterversorgten Ländern fehlen mehr als sieben Millionen Ärztinnen, Ärzte, Krankenpflegekräfte und Hebammen. Und die WHO schätzt, dass dieser Fachkräftemangel in den nächsten Jahrzehnten auf fast 13 Millionen steigen wird. Und es sind diese Länder, die den Großteil der weltweiten Krankheitslast zu tragen haben. Die WHO sieht in 83 Ländern – das ist nahezu die Hälfte aller Länder weltweit – die Bevölkerung durch einen krisenhaften Fachkräftemangel im Gesundheitsbereich gefährdet. Ein krisenhafter Mangel besteht bei weniger als 228 Ärztinnen und Ärzte, Pflegekräften und Hebammen auf 100.000 Einwohner/-innen. Zum Vergleich: In Deutschland sind es 1.500.

  • Liberia, Sierra Leone und Guinea gehören zu den Ländern mit den schlechtesten Gesundheitssystemen der ganzen Welt. Liberia hat mit nicht einmal einem Arzt/einer Ärztin auf 100.000 Menschen die geringste Ärztedichte weltweit und Sierra Leone liegt auf dem drittletzten Platz der WHO-Statistik. Seit Anfang 2014 breitet sich in diesen Ländern das Ebolavirus nahezu ungebremst aus. Wer hätte es auch daran hindern sollen?

  • Nach Berechnungen von Oxfam beträgt die jährliche Finanzierungslücke zur Erreichung von Universal Health Coverage – sprich einer allgemeinen Gesundheitsabsicherung – 419 Millionen USD für Sierra Leone, 279 Millionen USD für Liberia, 882 Millionen USD für Guinea und 132 Millionen USD für Guinea Bissau. Diese Länder brauchen zudem 420 Millionen USD um rund 42.000 Ärzte, Krankenschwestern und Hebammen auszubilden. Danach wären jährlich 297 Millionen USD erforderlich, um ihre Gehälter für 10 Jahre zu bezahlen.

Das Recht auf Gesundheit muss für jeden Menschen auf der Welt durchgesetzt werden. Dazu müssen die sozialen Ungleichheiten in den Ländern sowie die politischen Ungleichheiten in und zwischen den Ländern abgebaut werden. Die Gesundheitssysteme der Länder des Südens müssen umfassend und langfristig gestärkt werden. Hier stehen die Regierungen der reichen und armen Länder in der Pflicht, ihre finanziellen Mittel massiv zu erhöhen und effizienter einzusetzen. Nur so kann das Menschenrecht auf das erreichbare Höchstmaß an körperlicher und geistiger Gesundheit für alle Menschen gewährleistet werden.

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