Deutschland ist Europameister – im Bananenessen. Über eine Million Tonnen essen wir jedes Jahr. Ein Drittel des gesamten EU-Bananenimports landet in unseren Obstregalen. Doch die tropische Frucht ist nicht nur lecker, sondern auch sagenhaft günstig. Obwohl Bananen einen weiten Weg – aus Lateinamerika, Afrika oder der Karibik – hinter sich haben, sind sie billiger als regionale Äpfel. Absurd und mit fatalen Folgen!

„Unfaire Preise bedrohen unsere Existenzgrundlage, das Wohlergehen meiner Kinder und das Überleben unserer Gemeinde“. Dieser Satz stammt von Denniston Samuel, Bananenbauer auf den Windward Islands in der Karibik. Und mit dieser Einschätzung steht er nicht allein da. Anton Bowmann baut ebenfalls Bananen auf den Windward Inseln an und pflichtet ihm bei: “Wir arbeiten immer härter, um immer mehr Bananen anzubauen und dabei die Umwelt zu schützen. Während unsere Pflanzen gedeihen und die Gewinne der Supermärkte wachsen, scheinen die Einkaufspreise für Bananen immer kleiner zu werden. Ein würdiger Lebensstandard ist so unmöglich.“

Doch nicht nur Kleinbäuerinnen und -bauern leiden unter den niedrigen Einkaufspreisen für tropische Früchte. Auch Arbeiterinnen wie die 30-jährige Tchafac Bridget und die 34-jährige Nfor Lilian beklagen ihre viel zu niedrigen Löhne und schlechte Arbeits- und Lebensbedingungen. Beide schuften auf Bananenplantagen im zentralafrikanischen Kamerun.

Doch wer ist eigentlich verantwortlich für die Dumping-Preise von Banane, Mango & Co.?

Die großen Supermarktketten wie Aldi, Lidl, Rewe und Edeka missbrauchen ihre Marktmacht, um die Preise für tropische Früchte massiv zu drücken. Zulieferern und Produzenten aus aller Welt bleibt häufig nichts anderes übrig, als in den sauren Apfel zu beißen: Sie müssen die unfairen Forderungen der Einkäufer akzeptieren. Darunter leiden dann vor allem die Menschen am Anfang der Lieferkette: Kleinbäuerinnen und -bauern sowie die Arbeiter/innen auf den Plantagen. Sie haben kein sicheres Einkommen, leisten unbezahlte Überstunden, arbeiten zu Hungerlöhnen und sind während der Plantagenarbeit giftigen Chemikalien ausgesetzt.

Und wie lässt sich diese Ungerechtigkeit stoppen?

Mit verbindlichen Regelungen, also Gesetzen, an die sich alle, also auch Supermärkte und Unternehmen, halten müssen. Anfang 2016 entscheidet die EU-Kommissarin für den Binnenmarkt, Elżbieta Bieńkowska, ob es zukünftig strengere Regeln geben wird, um unfaire Handelspraktiken zu stoppen. Deswegen müssen wir JETZT Druck machen.

Im Rahmen der internationalen Kampagne „Make Fruit Fair!“ macht sich Oxfam gemeinsam mit 18 internationalen Partnern für verbindliche Vorgaben stark, um die Einhaltung der Menschenrechte, faire Preise und den Schutz der Umwelt zu garantieren.

Unterzeichnen Sie jetzt unsere Petition, damit Menschen wie Denniston Samuel und Nfor Lilian endlich die Chance bekommen, sich und ihren Familien ein gutes Leben zu ermöglichen.

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