Weltwassertag

Innovative Lösungen gegen die Wasserkrise – Oxfam setzt auf aufblasbare Betontanks

Millionen Menschen in Ostafrika von Dürre betroffen

Anlässlich des Weltwassertages am 22. März warnt die internationale Nothilfe- und Entwicklungsorganisation Oxfam vor der dramatischen Wasserknappheit in vielen Regionen der Welt. In Ostafrika treiben ausgebliebene Regenfälle Millionen Menschen in eine akute Hunger- und Wasserkrise. Oxfam zeigt mit innovativen Lösungen, wie Menschen auch unter extremen Bedingungen zuverlässig mit sauberem Wasser versorgt werden können.

Die ausgebliebenen Regenfälle zwischen Oktober und Dezember haben in Somalia, Kenia und Äthiopien nahezu 26 Millionen Menschen in extreme Hungernot getrieben. Insgesamt 58 Millionen Menschen in der Region haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Ausgetrocknete Brunnen, steigende Wasserpreise, Ernteausfälle und das Sterben von Nutztieren treiben viele Gemeinschaften an den Rand des Zusammenbruchs.

Unter der akuten Nahrungs- und Wasserkrise leiden Millionen Menschen, die sich noch immer von der längsten und schwersten jemals verzeichneten Dürre zwischen 2020 und 2023 erholen. In diesen Jahren fielen fünf Regenzeiten in Folge aus. Millionen Nutztiere sind verendet, da Weideflächen und Wasserquellen verschwunden sind. 

Ludwig Gloger, Referent für humanitäre Hilfe bei Oxfam Deutschland:

Wasser ist ein Menschenrecht – doch für Millionen Menschen weltweit ist es ein knappes Gut. Gerade in Regionen, die besonders stark unter der Klimakrise leiden, entscheidet der Zugang zu sauberem Wasser über Gesundheit, Ernährung und letztlich über Leben und Tod. Deshalb ist es entscheidend, dass humanitäre Organisationen nicht nur kurzfristig helfen, sondern langfristige und innovative Lösungen entwickeln.

Oxfam gehört weltweit zu den führenden Organisationen im Bereich Wasser, Sanitärversorgung und Hygiene (WASH). Seit vielen Jahren entwickelt die Organisation allein oder gemeinsam mit Unternehmen technische Lösungen in diesem Bereich, um Menschen in Krisensituationen zu versorgen – von Entsalzungsanlagen über Latrinen bis zu Handwaschstationen. 

Erstmals im Einsatz: Aufblasbarer Betontank in Kenia

Ein besonders innovatives Beispiel ist ein aufblasbarer Betontank, den Oxfam als erste Nichtregierungsorganisation in Afrika einsetzt. Die Tanks wurden im Sommer 2025 im dürregeplagten Bezirk Turkana im Nordwesten Kenias installiert. Jeder Tank fasst rund 14.000 Liter Wasser, kann vergleichsweise platzsparend transportiert und innerhalb von 48 Stunden aufgebaut werden. Die Außenhülle aus einem speziellen Textil mit zementhaltigem Material härtet nach dem Aufblasen und Besprühen mit Wasser aus. Im Inneren sorgt eine wasserdichte Membran dafür, dass das Wasser sicher gespeichert wird.

„Gerade in entlegenen und von Dürren betroffenen Regionen brauchen wir Lösungen, die schnell aufgebaut werden können und gleichzeitig langlebig sind“, erklärt Gloger. „Der aufblasbare Betontank zeigt, wie innovative Technik helfen kann, Menschen auch unter schwierigsten Bedingungen zuverlässig mit Wasser zu versorgen.“

Humanitäre Hilfe massiv unterfinanziert

Die sich verschärfende Wasserkrise in Ostafrika trifft auf eine dramatische Finanzierungslücke in der humanitären Hilfe. Während der Bedarf steigt, gehen die verfügbaren Mittel deutlich zurück. 2021 benötigten Somalia, Kenia und Äthiopien zusammen 2,65 Milliarden US-Dollar an humanitärer Hilfe, von denen nur knapp 61 Prozent finanziert wurden. 2025 wurde weniger als ein Drittel des Gesamtbedarfs gedeckt.

  • Mitarbeiter im Presseteam: Sebastian Danz.

    Sebastian Danz

    Pressereferent Soziale Ungleichheit, Steuern, humanitäre Krisen, Oxfam Shops