Wie der One-Health-Ansatz Gemeinschaften in der Demokratischen Republik Kongo stärkt
Laufzeit: 01.01.2026 – 30.05.2029
Projekttitel: Integriertes One-Health-Projekt zur Stärkung der Resilienz vulnerabler Gemeinden im Süd-Kivu, Demokratische Republik Kongo
Finanziert durch: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), Oxfam Deutschland (10 % Eigenanteil)
Projektregionen: Territorien Mwenga, Kabare und Walungu (Süd-Kivu)
Lokale Partnerorganisationen: APDIK (Association Paysanne pour le Developpement Integre au Sud-Kivu) und JSD (Jeunesse pour la Solidarité et le Développement dans les pays de Grands lacs)
Themen: Nachhaltige Welternährung, Trinkwasser, Sanitärversorgung, Hygiene (WASH), Kleinbäuerliche Landwirtschaft, Geschlechtergerechtigkeit
Die Situation vor Ort
Die Schutzanalyse von Oxfam (März 2025) bestätigt eine Zunahme der Übergriffe, die durch Angriffe auf Zivilist*innen, Plünderungen und eine Zunahme sexualisierter Gewalt gekennzeichnet sind.
Nur etwa 40 % der Menschen in Süd-Kivu haben Zugang zu sauberem Trinkwasser. Durch Fluchtbewegungen wächst die Bevölkerung der Region. Das führt zu einer steigenden Wasserknappheit und zur Nutzung von unsicheren Quellen wie dem Kivu-See oder beschädigten Brunnen.
Die Abholzung von Wäldern und die Jagd auf Wild in Schutzgebieten (besonders rund um den Kahuzi-Biega-Park) verschärfen die Umwelt- und Gesundheitsrisiken im Süd-Kivu. Krankheiten wie Masern, Cholera und Malaria und Zoonosen wie Mpox und Ebola verbreiten sich leichter.
Unser Ziel
Beitrag zur nachhaltigen Stärkung der Resilienz der am stärksten gefährdeten Bevölkerungsgruppen (Vertriebene und Aufnahmegemeinden, insbesondere Frauen und Mädchen) gegenüber Gesundheits-, Ernährungs- und Schutzrisiken in den Gebieten Mwenga, Walungu und Kabare in der Provinz Süd-Kivu, Demokratischen Republik Kongo (DRK) im Rahmen eines integrierten One-Health-Ansatzes.
Unser Fokus liegt dabei auf Vertriebenen und ihren Aufnahmegemeinden, besonders Frauen und Mädchen.
Unser Projekt schließt direkt an das Projekt Verbesserte Landwirtschaft und sichere Lebensgrundlagen für die Menschen in Süd-Kivu an und baut auf die Grundlagen auf, die wir dort gemeinsam mit unseren Partnerorganisationen gelegt haben: Die bereits bestehenden Wasser- und Bewässerungssysteme, Felder und Frauenkomitees können wir nun erweitern, um die gestiegene Anzahl an Vertriebenen und ihre Aufnahmegemeinden zu unterstützen.
Was bedeutet One Health?
Der One-Health-Ansatz definiert Gesundheit als ganzheitliches Zusammenspiel von Mensch, Tier und Umwelt. Er betont, dass die Gesundheit der Menschen untrennbar mit der Gesundheit von Tieren und der Gesundheit der Umwelt und Ökosysteme verbunden ist.
Ziel des One-Health-Ansatzes ist, durch fachübergreifende Zusammenarbeit Zoonosen (Infektionskrankheiten, die von Tieren auf Menschen und von Menschen auf Tiere übertragen werden können), Antibiotikaresistenzen und Umweltkrisen vorzubeugen, um globale Gesundheitsrisiken zu reduzieren, die Folgen des Klimawandels auf die Gesundheit abzumildern und eine nachhaltige Entwicklung zu fördern.
So erreichen wir unser Ziel:
1. Wir verbessern den Zugang zu Wasser für die Bewässerung von Feldern, den Verbrauch und die persönliche Hygiene für gefährdete Bevölkerungsgruppen in den Territorien Mwenga und Walungu.
- Bau und Sanierung von Wasserversorgungsanlagen (Mwenga und Walungu)
- Installation von Brunnen und Bewässerungssystemen
- Bau von Latrinen, eines Sanitärblocks sowie einer umweltgerechten Mülldeponie (Gesundheitszenrum Lorhala, Walungu)
- Einrichtung von Wasserkomitees und Sensibilisierungskampagnen zum Thema Hygiene
2. Wir stärken die Ernährungssicherheit sowie die wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit in Mwenga und Walungu. Dazu steigern wir die Nahrungsmittelproduktion und fördern ausgewogene Ernährungsgewohnheiten.
- Verteilung von landwirtschaftlichen Betriebsmitteln (Saatgut, Werkzeuge)
- Einrichtung von Feldern
- Aufbau von Kapazitäten für die Verwaltung und Lagerung von Lebensmitteln
- Technische Schulungen und Einrichtung von Feldern zu Schulungszwecken
- Bargeldhilfen als Starthilfe für eigene Verdienstmöglichkeiten wie Kleinviehzucht
- Schaffung von Frauenkomitees
- Verbesserung der Kenntnisse und guten Praktiken im Bereich Ernährung und Tierhaltung im Rahmen des One-Health-Ansatzes für eine ausgewogene und sicherere Ernährung
„Bevor ich einmal sterbe, will ich auch anderen von der Landwirtschaft und vom Aufbau eines Unternehmens erzählen, damit sie nicht hungern müssen. Ich werde ihnen beibringen, wie wir die Schweine aufziehen, die Oxfam uns gegeben hat, und auch meinen eigenen Kindern alles darüber erzählen.“ Marie Nsimire, Viehzüchterin, Landwirtin und Teilnehmerin des Vorgängerprojekts, im neu errichteten Lager für Kartoffel- und Maissaatgut in Lurhala.
3. Durch den Einsatz bewährter One-Health-Praktiken beugen wir in den Territorien Mwenga, Walungu und Kabare Epidemien und zoonotischen Krankheiten (Mpox) vor und dämmen ihre Auswirkungen ein.
- Stärkung der Kapazitäten von Landwirt*innen, Tiergesundheitsbeauftragten und lokalen Tierärzt*innen im Bereich One-Health-Praktiken
- Gründung von Tiergesundheitsgenossenschaften und Ausstattung von veterinären mobilen Teams
- Einrichtung von Gemeinschaftsbaumschulen, Aufforstungskampagnen, Gründung von „Naturfreundevereinen“, auch in Schulen
- Verbreitung verbesserter Kochherde
- Einrichtung von Frühwarnsystemen und multidisziplinären Komitees für eine schnelle Erkennung von Gesundheitsgefahren
4. Wir fördern Überweisungssysteme, die Überlebenden geschlechtsspezifischer Gewalt einen besseren Zugang zu Gesundheitsdienstleistungen bieten. Wir stärken das Wissen neuer Behörden in Mwenga, Walungu und Kabare über die Rechte von Frauen.
- Aufbau von lokalen Schutzstrukturen
- Ausbildung von Teams und Mediator*innen,
- Ausarbeitung von Schutzplänen und Organisation von Sensibilisierungskampagnen
- Austauschgespräche Behörden tragen dazu bei, dass die Rechte von Frauen in der lokalen und territorialen Regierungsführung besser berücksichtigt werden.
- Geldtransfers für den Zugang zu Gesundheitsversorgung für Überlebende geschlechtsspezifischer Gewalt