Auf einer flachen, grünen Landschaft sind die Überreste einer zerstörten Latrinenanlage von Oxfam zu sehen. An der Stelle der Latrinen ist nur noch eine tiefe Steingrube übrig. Eine Person, die für Oxfam arbeitet, steht rechts neben der verwüsteten Stelle und sammelt Überreste auf.

Demokratische Republik Kongo

Die aktuelle Lage im Land

Die Demokratische Republik Kongo (DR Kongo) ist reich an Rohstoffen, verfügt über große Süßwasserreserven und riesige tropische Regenwälder. Dennoch ist die soziale, wirtschaftliche und humanitäre Situation aufgrund der Folgen von Kolonialherrschaft, Diktatur und Bürgerkrieg katastrophal.

Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo

Die Demokratische Republik Kongo ist derzeit mit einem Ebola-Ausbruch konfrontiert, der sich rasch ausbreitet. Gegen die Variante Bundibugyo, die den aktuellen Ausbruch verursacht, gibt es keine zugelassene Impfung.

Was diese Epidemie zusätzlich gefährlich macht, ist der Kontext, in dem sie ausbricht: Die derzeit betroffene Region Ituri liegt direkt an der Grenze zu Uganda und Südsudan. Die Region Ituri leidet unter einer der weltweit größten humanitären Krisen, die durch Vertreibung, extremen Hunger und geschlechterspezifische Gewalt geprägt ist.

Im Jahr 2025 wurden nur 24 % des humanitären Bedarfs gedeckt, für 2026 sind 34 % abgedeckt. Durch den permanenten Mangel an Ressourcen waren die Gesundheitssysteme nicht in der Lage, das Virus rechtzeitig zu erkennen und einzudämmen. Es besteht die Gefahr, dass die Epidemie die Grenzen in weitere Länder überschreitet.

Der Ebola-Ausbruch wurde von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zu einer gesundheitlichen Notlage von internationaler Tragweite erklärt, was seine Schwere und seine globalen Auswirkungen unterstreicht. Um das Risiko einer weiteren Ausbreitung einzudämmen, müssen schnell Maßnahmen auf den Weg gebracht werden.

Millionen von Menschen wurden vertrieben

Die humanitäre Lage ist vor allem im Osten des Landes prekär. Mehr als 7,3 Millionen Menschen wurden durch bewaffnete Konflikte aus ihren Heimatregionen vertrieben. Im Dezember 2024 sind die Kämpfe in der Stadt Goma wieder aufgeflammt, wodurch inzwischen mehr als die Hälfte der zwei Millionen Einwohner*innen keinen Zugang zu einfacher Grundversorgung hat.  

Mehrere Einrichtungen für Vertriebene sind zerstört worden und die Situation wird nach der Übernahme von Bukavu durch die bewaffnete Gruppe M23 immer bedrohlicher.  

Dabei wird auch geschlechtsbasierte sowie sexualisierte Gewalt systematisch als Kriegswaffe eingesetzt. Seit Januar 2025 haben Hilfsorganisationen keinen Zugang mehr zu den besonders unsicheren Gebieten.

Akute Ernährungsunsicherheit

Dazu kommen Naturkatastrophen wie Überschwemmungen und Dürre, die sowohl Ernten als auch die Infrastruktur zerstören.  

Laut einem Bericht der IPC (Integrated Food Security Phase Classification) zur globalen Ernährungssicherheit befinden sich etwa 25,6 Millionen Menschen (22 % der Bevölkerung) in der DR Kongo in einer Ernährungskrise oder schlimmeren Lage. Vor allem in den Konfliktregionen mit vielen im eigenen Land Vertriebenen in Nord- und Süd-Kivu, Ituri und Tanganyika herrscht eine akute Notlage. 

Ausbreitung von hochansteckenden Infektionskrankheiten

Fast die Hälfte der Bevölkerung hat keinen Zugang zu sauberem Wasser. Zudem breiten sich Krankheiten wie Cholera, Masern, Malaria und Mpox in besonders schlecht versorgten Gebieten aus. Auch der Zugang zu Lebensmitteln ist durch hohe Inflation, steigende Lebensmittelpreise und die Abwertung der Landeswährung erschwert. 

Es bleibt damit zu rechnen, dass die fortlaufende Gewalt zu weiteren Vertreibungen führen wird. Auch die Küstenregionen stellen sich auf neue Überschwemmungen ein, die Ernten vernichten können

Eine Mutter von fünf Kindern berichtet von den Auswirkungen der Vertreibung, die sie mit ihrer Familie aufgrund der bewaffneten Konflikte erlebt hat.

„Hunger ist weit verbreitet, und wir haben keine Einkommensquelle“, erzählt Kahindo Tantine. Seit ihre Familie mit fünf Kindern wie viele andere Menschen in der DR Kongo vertrieben wurde, hat sie keine wirtschaftliche Lebensgrundlage mehr.

Oxfams Arbeit vor Ort

Um das Leid der Zivilbevölkerung zu lindern und Lebensgrundlagen wiederaufzubauen, unterstützt Oxfam in der DR Kongo Projekte zu:

Unser Appell für eine umfassende, humanitäre Unterstützung

Die Kürzungen der finanziellen Unterstützung durch USAID, des Büros für humanitäre Hilfe (BHA) und weiterer internationaler Stellen hat verheerende Folgen für die Menschen in Not. Ohne verstärkte internationale Hilfe wird sich die Ernährungssituation weiter verschärfen und die humanitäre Krise größere Ausmaße annehmen.  

Die aktuelle Lage in der Demokratischen Republik Kongo erfordert daher: 

  • Lebensmittelunterstützung für die große Zahl im eigenen Land Vertriebener
  • Zugang zu sauberem Wasser sowie mehr Latrinen
  • Verhinderung eines epidemischen Ausbruchs der bisherigen Cholera-Fälle
  • Wiederaufbau und Herstellung von Notunterkünften für Vertriebene

Unterstützen Sie unsere Arbeit, damit wir auf Krisen wie diese rechtzeitig reagieren können.

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