Den Krisen trotzen: Resilienz und Geschlechtergerechtigkeit stärken
Laufzeit: 01.01.2026 – 31.12.2029
Projekttitel: Stärkung der Resilienz der von multiplen Krisen betroffenen Gemeinden in Lakes und Jonglei, Südsudan – Phase 2
Finanziert durch: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), Oxfam Deutschland (5 % Eigenanteil) und Oxfam im Südsudan (5 % Eigenanteil)
Projektregion: Jonglei State (County Akobo East) und Lakes State (Counties Rumbek Centre und Wulu)
Themen: Nachhaltige Welternährung, Trinkwasser, Sanitärversorgung, Hygiene (WASH), Humanitäre Hilfe, Geschlechtergerechtigkeit
Die Situation vor Ort
Trotz eines Friedensabkommens aus dem Jahr 2018 erleben die Menschen im Südsudan weiterhin unerbittliche bewaffnete Auseinandersetzungen.
Auch lokale Konflikte um Ressourcen sind verbreitet, da der Südsudan stark von klimabedingten Belastungen wie wiederkehrenden Überschwemmungen und Dürren betroffen ist. Die regelmäßigen Überschwemmungen vernichten Ackerflächen, Tierbestände und Häuser. Zudem verseuchen sie das Wasser.
Die Sanitär- und Wasserversorgung ist schlecht: Rund 75 % der Bevölkerung hat keinen oder nur unzureichenden Zugang zu sicherer Sanitärversorgung. Etwa 60 % verfügen nicht über einen sicheren Zugang zu sauberem Trinkwasser.
Im Jahr 2026 sind zwei Drittel der Bevölkerung (10 Millionen Menschen) auf humanitäre Hilfe angewiesen und rund 80 % der Bevölkerung leben in extremer Armut (von weniger als 1,90 Dollar pro Tag).
Im Südsudan herrscht eine hohe akute Ernährungsunsicherheit durch geringe Einkommen, die erwähnten wiederkehrenden Überschwemmungen, durch Konflikte, geringe landwirtschaftliche Produktion und fehlenden Zugang zu Betriebsmitteln. Die Regionen Jonglei (Akobo East) und Lakes (Rumbek/Wulu) werden regelmäßig in die IPC-Phasen 3 (Krise) bis 4 (Notstand) eingestuft.
Die geschlechtsspezifische Ungleichheit ist im Südsudan sehr hoch und geschlechtsspezifische Gewalt ist weit verbreitet.
Unser Ziel
Stärkung der Resilienz krisenbetroffener Gemeinden durch die Verbesserung geschlechtergerechter und Konflikt-sensibler Lebensgrundlagen, den Ausbau nachhaltiger und Klima-sensitiver Basisinfrastruktur sowie die Förderung funktionierender lokaler Strukturen für Krisenbewältigung, Gleichstellung und friedliches Zusammenleben
Dabei haben wir besonders Frauen, Jugendliche und benachteiligte Gruppen im Fokus.
So erreichen wir unser Ziel:
1. Die Einkommens- und Lebensunterhaltsmöglichkeiten wird durch geschlechtergerechte und Konflikt-sensible Maßnahmen (Saatgut und landwirtschaftliche Betriebsmittel u. Ausrüstung, Schulungen) zur Verbreitung Klima-sensitiver Anbaupraktiken verbessert
- Verteilung von Saatgut, Werkzeugen, Fischfang- und Verarbeitungsgeräten, Werkzeugen für die Honigernte und Obstbaumsetzlingen
- Schulungen zu guter landwirtschaftlicher Praxis, zu Flut- und Dürre-angepassten Kulturen und zu Klima-sensitiven Anbaupraktiken, teils in Zusammenarbeit mit dem Landwirtschaftsministerium
- Einkommensschaffende Maßnahmen einschließlich Schulungen und finanzieller Unterstützung zum Aufbau von Geschäftstätigkeiten außerhalb der Landwirtschaft
- Verteilung von Kleinvieh und Geflügel
- Installation von solarbetriebenen, hochwasserresistenten Bewässerungssystemen
2. Der Zugang zu klima- und geschlechtersensiblen Wasser-, Sanitär- und Hygienedienstleistungen wird nachhaltig verbessert
- Bau von (Solar-)Wassersystemen und Umstellung von Wassersystemen auf Solarenergie
- Reparatur von Bohrlöchern und Handpumpen
- Stärkung von Wasserkomitees und Mechaniker*innen durch Schulungen, Werkzeuge etc. für Betrieb und Reparatur der Wasserinfrastruktur
- Bau von öffentlichen Sanitäranlagen, vor allem an Marktplätzen
- Hygienekampagnen mit Haustür-Besuchen und Radioshows
3. Die lokalen Kapazitäten und Mechanismen zur Bewältigung von Risiken und lokalen Konflikten werden gestärkt
Aufbau Katastrophenmanagement:
- Einrichtung und Schulung von Komitees zur Katastrophenvorsorge, die Aufklärungsarbeit leisten, mit Behörden koordinieren, Katastrophenschutzpläne in ihren Gemeinschaften erstellen etc.
- Einrichtung von traditionellen Frühwarnsystemen (z. B. zu Risikobewertungen, Vorhersagen, Warnungen) auf Gemeindeebene
- Erstellung und Umsetzung von Aktionsplänen zur Katastrophenvorsorge, beispielsweise Bau von Deichen, Pflanzung von Bäumen, Kauf von Erste-Hilfe-Sets
- Erstellung von Plänen zur Katastrophenvorsorge auf County-Ebene und Schulungen der Behördenmitarbeitenden
Stärkung von guter Regierungsführung, Friedensförderung und sozialem Zusammenhalt
- Einrichtung und Stärkung von Friedenskomitees in den Gemeinschaften, sowie Schulungen und Material zu Friedensförderung und Konfliktlösung
- Technische, logistische und finanzielle Unterstützung zur Umsetzung von Friedensaktionsplänen und Friedensprojekten in den Gemeinschaften
- Schulungen zur Konfliktlösung für Mitarbeitende in lokalen Verwaltungen
- Konferenzen mit Frauen- und Jugendgruppen, Behörden und Zivilgesellschaft und gemeinschaftsbasierte Dialogformate
4. Die lokalen Kapazitäten und Strukturen zur Förderung von Geschlechtergerechtigkeit werden gestärkt
- Kampagnen zu Geschlechtergerechtigkeit, positiver Männlichkeit und Schutz, beispielsweise über Theater, Radio und Community-Events
- Schulungen für Frauen zu ökonomischem Empowerment und Finanzkompetenz sowie Mentoring und Coaching
- Einrichtung und Schulung von Multiplikator*innen für Geschlechtergerechtigkeit und gemeinschaftsbasierten Schutzkomitees
- Entwicklung und Überarbeitung von Schutz-Aktionsplänen und Mechanismen, die Überlebende geschlechtsbasierter Gewalt schützen, unterstützen und ihnen die Möglichkeit erleichtern, rechtliche Schritte einzuleiten. Alles in enger Abstimmung mit staatlichen und zivilgesellschaftlichen Schutzstrukturen
Aktueller Notfall im County Akobo East
Im County Akobo East ist die Lage momentan besonders dramatisch: Hier sind die Leben der Menschen direkt durch bewaffnete Auseinandersetzungen, Überflutungen und klimabedingte Schocks bedroht. Besonders Frauen, Mädchen, Jugendliche und Menschen mit Behinderungen tragen ein großes Risiko.
Daher leistet unsere lokale Partnerorganisation CIDO (Community Initiative Development Organization) hier zusätzlich Nothilfe:
- Sofortiger, sicherer und gerechter Zugang zu lebensrettenden WASH-Leistungen (Trinkwasser, Sanitärversorgung und Hygiene)
- Sofortiger Zugang zu lebensrettender Nahrungsmittelhilfe
- Schutzmaßnahmen wegen steigender Risiken für sexualisierte geschlechtsbasierte Gewalt im Kontext von Vertreibung