Hierzulande sind Gewerkschaften gefestigte Institutionen, die Angestellte und Arbeiter/innen vertreten. In Lateinamerika ist es dagegen sehr gefährlich, sich in einer Gewerkschaft zu engagieren: Bananen-Arbeiter/innen in der Provinz El Guabo in Ecuador sind derzeit massiven Repressalien bis hin zu Todesdrohungen durch den Plantagen-Besitzer ausgesetzt. Aus einem Grund: Weil sie eine Gewerkschaft gegründet haben.

Um endlich in der staatlichen Sozialversicherung IESS angemeldet zu werden, haben im Februar insgesamt 35 Bananen-Arbeiter/innen von den Plantagen “Belitama”, “Chiquisagua” und “Cucalón” der Firma VIESFRUT S.A. die Gewerkschaft “Sindicato General Único de Trabajadores de la compañía VIESFRUT S. A.” gegründet. Die Anmeldung im ecuadorianischen Sozialsystem ist rechtmäßig vorgeschrieben.

Nachdem der Plantagenbesitzer von der Gründung der Gewerkschaft erfuhr, entließ er zehn der Arbeiter/innen, darunter auch der Generalsekretär der neuen Gewerkschaft. Die Arbeiter/innen wurden vom Plantagen-Verwalter von da an daran gehindert, die Plantagen zu betreten. Außerdem bedrohte der Verwalter die Familien einiger Arbeiter/innen und ließ das Dach eines Hauses abreißen, in dem sie wohnen.

Einen dramatischen Höhepunkt erreichten die Repressalien am 24. Februar: Die acht organisierten Arbeiter/innen der Plantage „Belitama“ wurden mit dem Tode bedroht. Als sie ihre Entlassungspapiere unterschreiben sollten, überraschte sie der Plantagen-Besitzer Rodrigo Viteri Astudillo mit einem Schlägertrupp. In seinem Auto hatte er sieben in Kapuzen verhüllte, bewaffnete Männer auf die Plantage gefahren und hetzte sie auf die Gewerkschafter. Diese rannten um ihr Leben, einige stürzten sich in Todesangst in den Chaguana-Fluss, andere flüchteten auf die Nachbar-Plantage.

Das ecuadorianische Arbeitsministerium hat bisher nicht auf die erschreckenden rechtswidrigen Vorfälle reagiert. Oxfam ruft zu Solidarität mit den bedrohten Arbeiter/innen auf und unterstützt ihre Anliegen. In einem Brief haben wir das Ministerium zu schnellem Handeln aufgefordert.

Wir werden weiter über die Entwicklungen in diesem Fall berichten.

 

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