Menschen im Klimawandel: Unterrichtssequenz

Gaicha und ihre Tochter Ramatou
Gaichas Tochter Ramatou ist krank, eine Folge von Mangelernährung. Die Familie hat aufgrund von Klimaveränderungen nicht genügend zu essen.

Die Unterrichtssequenz richtet sich an Schüler/innen der Sekundarstufe II. Ziel ist es, die Schüler/innen für die Folgen des Klimawandels für Menschen in armen Ländern zu sensibilisieren, indem sie lernen, wie der Klimawandel den Alltag der Menschen verändert und deren Lebensgrundlagen bedroht. Außerdem beschäftigen sich die Schüler/innen mit Fragen globaler Gerechtigkeit und Verantwortung für den Klimawandel sowie Maßnahmen zu seiner größtmöglichen Begrenzung.

Jedes Thema wird durch eine Hinführung eröffnet, über mehrere Aufgaben erarbeitet und durch eine Präsentation, Plenumsdiskussion oder auch eine Lesung abgeschlossen. Jedes Thema kann prinzipiell auch einzeln im Unterricht eingesetzt werden.

Aufbau der Unterrichtssequenz

Thema 1 gibt einen allgemeinen Überblick über die Folgen des Klimawandels für arme Länder. Thema 2 konzentriert sich auf die besondere Situation der Menschen in armen Ländern. Wie können sie angesichts geringer Ressourcen auf die Auswirkungen des Klimawandels reagieren und sich an die klimatischen Veränderungen anpassen?

Die Themen 3, 4, 5 und 6 gehen auf spezifische Folgen des Klimawandels ein: Welche Konsequenzen hat der Klimawandel für die Ernährungssicherheit der Menschen in armen Ländern? Wie wirkt sich der Klimawandel auf die Verfügbarkeit von sauberem Wasser aus? Inwiefern hat der Klimawandel Auswirkungen auf die Gesundheit? Was bedeuten häufigere und heftigere Unwetterkatastrophen und der steigende Meeresspiegel für die Menschen?

Thema 7 behandelt verschiedene Möglichkeiten, auf individueller, nationaler und internationaler Ebene dem Klimawandel und seinen Folgen aktiv zu begegnen.

Die Zielsetzungen der sieben Themen:

Thema 1: Folgen des Klimawandels

Die Schüler/innen erkennen, dass die Folgen des Klimawandels bereits heute spürbar sind. Sie beschäftigen sich mit den Fragen, wer den Anstieg der weltweiten Durchschnittstemperatur verursacht und wo die Verursacher-Länder geografisch liegen. Danach skizzieren die Schüler/innen die Folgen des Klimawandels in armen Ländern.
Die Visualisierung von Daten soll ihnen dabei helfen, die komplexen globalen Zusammenhänge und Folgen des Klimawandels zu erschließen.

Thema 2: Der Klimawandel trifft insbesondere arme Länder

Die Schüler/innen erfahren, dass schon jetzt besonders die armen Länder die Folgen des Klimawandels zu tragen haben. Ausgehend von der Verteilung der Weltbevölkerung und des weltweiten Reichtums beschäftigen sie sich damit, welche Ressourcen in einzelnen Weltregionen zur Verfügung stehen, um auf den Klimawandel zu reagieren.
Dabei erkennen sie die Wechselwirkungen zwischen Klimawandel und globaler und gesellschaftlicher Ungerechtigkeit. Klimawandel soll als ein Konfliktfeld wahrgenommen werden, das sowohl eine soziale und ökonomische als auch eine ökologische Dimension hat.

Thema 3: Hunger und Ernährungssicherheit

Die Schüler/innen lernen die Millennium-Entwicklungsziele [Millennium Development Goals – MDGs] kennen. Sie erarbeiten sich den Zusammenhang zwischen den Folgen des Klimawandels und den MDGs, insbesondere dem Ziel „Bekämpfung von extremer Armut und des Hungers“. Sie übernehmen fremde Perspektiven und argumentieren aus diesen Sichtweisen heraus. Dabei reflektieren sie die unterschiedlichen Handlungsräume der einzelnen Akteure bei der Bekämpfung von Hunger auf der Welt im Kontext des Klimawandels.

Thema 4: Zu viel oder zu wenig Wasser

Die Schüler/innen werden sich ihrer eigenen privilegierten Position bezüglich der Verfügbarkeit von sauberem Wasser bewusst und lernen das Konzept des „virtuellen Wassers“ kennen. Anschließend übernehmen sie die Lebensperspektiven von Menschen, die entweder mit einem „Zuviel“ oder „Zuwenig“ an Wasser konfrontiert sind. Daraus leiten sie wahrscheinliche Konsequenzen und Handlungsmöglichkeiten für Menschen ab, um mit Wasserüberschuss oder Wassermangel umzugehen.

Thema 5: Auswirkungen des Klimawandels auf die menschliche Gesundheit

Die Schüler/innen reflektieren über ihre eigene Einschätzung der gesundheitlichen Gefahren des Klimawandels und erweitern ihr Wissen durch das Kennenlernen anderer Perspektiven. Sie sind dazu in der Lage, aus konkreten Informationen zu abstrahieren und zu systematisieren.

Thema 6: Unwetterkatastrophen und steigender Meeresspiegel

Die Schüler/innen sind in der Lage, die Ausmaße menschlicher Schicksale im Klimawandel zu verstehen und sowohl unter ethischen als auch sozialen Gesichtspunkten über ihre eigene Lebenswelt zu reflektieren. Zur Kontextualisierung dienen Unwetterkatastrophen, die aufgrund des Klimawandels an Intensität gewinnen, und der durch den Klimawandel verursachte Anstieg des Meeresspiegels. Im Zusammenhang damit beziehen die Schüler/innen Stellung zu den Themen „globale Verantwortung“ und „globale Gerechtigkeit“ und setzen sich damit intensiv schriftlich auseinander.

Thema 7: Dem Klimawandel aktiv begegnen

Die Schüler/innen erkennen die Handlungsnotwendigkeiten und -möglichkeiten auf der persönlichen, der nationalen (d.h. deutschen) und der globalen Ebene. Dabei geht es sowohl um den Umgang mit den Folgen des Klimawandels und die klimatischen Veränderungen, wie auch die Frage, wie der Klimawandel und damit letztlich auch seine negativen Folgen begrenzt werden können.

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