Sri Lanka: Grüner Tee zu fairen Arbeitsbedingungen (Projekt abgeschlossen seit 05/2013)

In Sri Lanka ist Tee grünes Gold, für das sich weltweit Abnehmer finden. Doch die Arbeitsbedingungen auf den Teeplantagen lassen immer noch zu wünschen übrig. Gerade Frauen sind die Leidtragenden der Branche, denn sie müssen für wenig Geld schwer arbeiten und sind dabei oft auch noch sexuellen Übergriffen ausgesetzt.

In Sri Lanka ist Tee grünes Gold, für das sich weltweit Abnehmer finden. Doch die Arbeitsbedingungen auf den Teeplantagen lassen immer noch zu wünschen übrig. Gerade Frauen sind die Leidtragenden der Branche, denn sie müssen für wenig Geld schwer arbeiten und sind dabei oft auch noch sexuellen Übergriffen ausgesetzt.

Mehr als ein Fünftel des Tees auf dem Weltmarkt kommt aus Sri Lanka. Die Teeindustrie ist mit rund 1,5 Millionen Beschäftigten der größte Arbeitgeber im Land. 70 Prozent der Beschäftigten sind Frauen, von denen die meisten das körperlich sehr anstrengende Teepflücken auf den Plantagen übernehmen.

Ein Arbeitstag von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang

Kamaladashi S.
Der Lohn der Arbeiter/innen richtet sich nach dem Gewicht der Teeblätter, die sie am Ende des Tages abliefern. Dagegen erhalten Männer für ihre Tätigkeiten wie Roden und Pflanzen einen Stundenlohn. Eine Teepflückerin auf den Plantagen der Kahiwatta Company in Nuwara Eliya, einer der großen Plantagengesellschaften, erhält einen Tageslohn von 450 Rupien (ca. 3 Euro) für 18 Kilogramm Teeblätter – eine Menge, die nur mit viel Erfahrung und einem Arbeitstag von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang zu schaffen ist.

Frauen sind in den verschiedenen Gewerkschaften und in den Zusammenschlüssen der Kleinbauern nur ungenügend vertreten. All diese Interessenvertretungen sind stark männerdominiert und bekämpfen sich oft eher untereinander, als dass sie sich für die Rechte der Plantagenarbeiter/innen einsetzten.

Doch die Branche kommt der Nachfrage an grünen Blättern kaum nach. Immer mehr Arbeiter/innen verlassen die Plantagen aufgrund der unattraktiven Beschäftigungsbedingungen. Also setzen die Teefabriken auf die kleinbäuerliche Produktion. Auch hier sind insbesondere Frauen der Kräfte zehrenden Doppelbelastung als Teepflückerinnen und Hausfrauen ausgesetzt.

Fairer Handel und faire Arbeitsbedingungen

Aber weil auf den Plantagen mittlerweile Arbeitskräftemangel herrscht, sind die Unternehmen gezwungen, ein Stück weit auf die Bedürfnisse der Beschäftigten einzugehen. Hier setzt die Arbeit von Oxfam an:

Die Mitarbeiter/innen unseres Projekts bieten verschiedene Fortbildungen an. Themen sind Frauen-, Arbeits- und Bürgerrechte, Management von Haushaltsgeld, aber auch Verhandlungsführung. Für Frauen gibt es Trainings zu alternativen Einkommensmöglichkeiten und zu Schutz vor Gewalt. Die Teilnehmerinnen der Kurse sind begeistert. Sie erzählen, dass sie sich sexuelle Belästigung und Gewalt nun nicht mehr gefallen lassen.

Ich verdiene jetzt viel mehr und kann meine eigenen Entscheidungen treffen.

Sie wissen, wie sie anderen Frauen und Mädchen helfen können und beginnen, ihre Interessen  auf Treffen zwischen Management und Delegierten der Arbeiter/innen zu vertreten. „Mein Mann unterstützt mich nun besser. Er hilft bei der Hausarbeit und holt die Kinder von der Krippe ab“, berichtet die Pflückerin Kamaladashi S.*

Auch effizientere Pflücktechniken werden gelehrt: „Ich verdiene jetzt viel mehr und kann meine eigenen Entscheidungen treffen“, sagt Jaychintra N. Noch gibt es auf den Plantagen keine Frauen in Führungspositionen, aber die Pflückerin Chandikra B. ist selbstbewusst: „Ich träume davon, dass wir eines Tages die Managerinnen dieser Plantage sein werden.“

* Alle Namen von der Redaktion geändert.

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