Folgen des Klimawandels

In Kürze

Unsere interaktive Karte erzählt mit anschaulichen Berichten, Photos und Videos von den konkreten Folgen des Klimawandels, die zunehmend die Lebengsrundlagen der Menschen beeinträchtigen.

Wir stecken mittendrin, im Klimawandel. Polkappen und Gletscher schmelzen, der Meeresspiegel steigt, Überschwemmungen oder Stürme zerstören Hab und Gut der Menschen, steigende Temperaturen begünstigen die Ausbreitung von Krankheiten wie Malaria, langanhaltende Dürren oder sintflutartige Regenfälle verringern und vernichten die Ernten. Die Folgen des Klimawandels treffen die in Armut lebenden Men­schen in den Entwicklungsländern am stärksten, obwohl sie kaum zu der Krise beigetragen haben.

Oxfam informiert über die Folgen des Klimawandels in den armen Ländern. Diese Folgen sollten ein zentrales Argument für den Klimaschutz auch in Deutschland werden, zumal sich die Erkenntnis, dass Klimaschutz für Deutschlands Entwicklung unterm Strich erhebliche Vorteile mit sich bringt, nur langsam durchsetzt und allzu oft an der Kurzsichtigkeit der Politik hängenbleibt. Die schlimmsten Szenarien des Klimawandels werden dann nicht zu verhindern sein und die hehren Ziele der Weltgemeinschaft, bis 2015 die Zahl der Hungernden und der in Armut lebenden Menschen zu halbieren, unerreichbar werden.

Oxfam setzt sich aber auch für die Unterstützung der Menschen in den armen Ländern beim Umgang mit den Folgen des Klimawandels ein. Zusammen mit unseren Partnern vor Ort helfen wir bei der Anpassung an die klimatischen Veränderungen etwa in der kleinbäuerlichen Landwirtschaft. Wir beobachten zudem genau, wie etwa Deutschland seine internationalen Zusagen bei der Klimafinanzierung erfüllt, also der finanziellen Unterstützung für die armen Länder bei der Bewältigung des Klimawandels.

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Hintergründe

Klimawandel bedeutet Hunger

Die Auswirkungen des Klimawandels beeinträchtigen die Ernährungssicherheit in vielen Teilen der Welt immer stärker. Vor allem Dürren und Überschwemmungen sorgen für Hunger und Mangelernährung. 

Als die internationale Staatengemeinschaft im Jahr 2000 die Millenniums-Entwicklungsziele verabschiedete, waren weltweit mehr als 840 Millionen Menschen von Hunger und Unterernährung betroffen. 2009 überschritt die Zahl der Hungernden die Marke von einer Milliarde Menschen.

Über die nächsten Jahrzehnte könnte sich der Klimawandel zur katastrophalen Bedrohung für die Ernährungssicherheit von Hunderten Millionen Menschen entwickeln. Experten sagen für Afrika und Teile Asiens einen Rückgang der Ernteerträge wichtiger Grundnahrungsmittel wie Mais, Reis und Weizen voraus. Das ist besonders für die überwiegende Mehrheit von Kleinbäuerinnen und Kleinbauern katastrophal, da es für sie immer schwerer wird, ihren Eigenbedarf an Nahrungsmitteln zu decken.

Experten zufolge könnten die Folgen des Klimawandels die Weltmarktpreise für Weizen auf das vierfache ansteigen lassen. Da die meisten armen Länder mehr Grundnahrungsmittel importieren als verkaufen, profitieren sie nicht von höheren Weltmarktpreisen. Steigen die Preise, stehen gerade in Armut lebende Menschen schnell vor unüberwindlichen Problemen, weil sie oft 50 bis 80 Prozent ihres Einkommens für Nahrungsmittel ausgeben.

Klimawandel macht krank

Je stärker die Temperaturen ansteigen, und je weniger die Gesellschaften auf wetterbedingte Naturkatastrophen und veränderte Niederschlagsmuster vorbereitet sind, desto stärker wird sich der Klimawandel auf die Gesundheit der Menschen auswirken. Und auch hier gilt: gerade die Menschen in armen Ländern, die kaum Zugang zu Gesundheitsfürsorge haben und schon jetzt unter schwierigsten Bedingungen leben, werden die Folgen des Klimawandels am eigenen Körper am stärksten zu spüren bekommen.

Wird es wärmer, entstehen für Überträger von Krankheiten wie Malaria oder Dengue-Fieber bessere Lebensbedingungen. Stechmücken breiten sich in Gebieten aus, die vormals als zu kalt dafür galten, wie die Anden oder die Hochplateaus im Osten Afrikas.

Höhere Temperaturen führen auch zu einer Ausbreitung von Durchfallerkrankungen. In der peruanischen Hauptstadt Lima erkranken in warmen Monaten mehr Menschen als in kühleren. Mit jedem Grad Celsius mehr steigt die Zahl der Durchfallerkrankungen um acht Prozent. Durchfallerkrankungen, die bei uns kein Problem darstellen, treten in armen Ländern nicht nur weitaus häufiger auf, sondern sind für Menschen, die unterernährt sind, oder kaum Zugang zu sauberem Trinkwasser haben, lebensgefährlich.

Infolge des Klimawandels (z.B. durch Dürren oder Überschwemmungen) wird sich in vielen Regionen für die Menschen der Zugang zu sauberem Trinkwasser noch verschlechtern. Verunreinigtes Wasser ist eine Hauptinfektionsquelle für viele Krankheiten und stellt ein großes Risiko für die öffentliche Gesundheit dar.

Unwetterkatastrophen - die neue Normalität

Tropische Stürme, sintflutartige Überschwemmungen und andere Unwetterkatastrophen nehmen nach den Beobachtungen der letzten drei Jahrzehnte und den Modellen der Klimaforscher an Heftigkeit deutlich zu. Nach Untersuchungen von Oxfam droht die Zahl der jährlich von klimabedingten Katastrophen betroffenen Menschen bis 2015 um mehr als 50 Prozent auf etwa 375 Millionen Menschen anzusteigen.

Wissenschaftler gehen davon aus, dass in den nächsten Jahrzehnten viele Inseln in den Fluten verschwinden werden, darunter ganze Inselstaaten. Häufig dürften die Inseln unbewohnbar werden, noch bevor sie komplett in den Fluten verschwinden, weil Überschwemmungen immer wieder die Felder und Frischwasservorkommen versalzen.

Ende des 21. Jahrhunderts erwarten Klimaforscher zudem einen Anstieg des Meeresspiegels zwischen einem und zwei Metern. Schon ein halber Meter würde auf den Philippinen 500.000 Menschen obdachlos machen. Bei einem Meter verlöre Bangladesch etwa 17 Prozent seiner Fläche – die Heimat von vielen Millionen Menschen. Ähnliches droht auch in anderen tief gelegenen Küstenregionen, z. B. an der ostindischen Küste, den dicht besiedelten, breiten Küstenflächen Chinas oder in Westafrika. Wenn die globale Erwärmung auf über 3°C ansteigt, könnten weltweit mehr als 300 Millionen Menschen gezwungen sein, ihre Heimat dauerhaft zu verlassen.

Wasserversorgung in Gefahr

Viele Regionen, die schon jetzt unter Wasserknappheit leiden, werden durch den Klimawandel noch trockener werden. Bereits heute haben 1,3 Milliarden Menschen keinen ausreichenden Zugang zu sauberem Wasser, vor allem in Afrika, Südasien und Lateinamerika. Bis zum Jahr 2080 könnte diese Zahl auf über drei Milliarden ansteigen.

In einigen Regionen verschieben sich die Regenzeiten, bleiben aus oder werden unberechenbar. Die Regenmenge eines ganzen Jahres fällt innerhalb kürzester Zeit, überschwemmt das Land und zerstört die Felder, während im restlichen Jahr Trockenheit herrscht. Zu viel oder zu wenig Regen schadet dem Boden dauerhaft: fruchtbare Böden werden fortgespült oder das Land versteppt. Als Ergebnis sinken die Ernten.

Für den Nahen und Mittleren Osten erwarten Klimaforscher bis Ende des Jahrhunderts deutlich verringerte Wassermengen in wichtigen Flüssen wie dem Euphrat und dem Jordan. Die schrumpfenden Gletscher im Himalaya dürften in einigen Jahrzehnten nicht mehr in der Lage sein, die umliegenden Flüsse ausreichend mit Wasser zu versorgen. Das gefährdet nicht nur die Landwirtschaft ganzer Regionen, sondern auch die Trinkwasserversorgung von Millionenstädten.

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