• 21. März 2012

Der Sommer ist jetzt der Winter

Im Nordosten von Nicaragua kommt der Regen jetzt in der Trockenzeit

„Der Sommer ist jetzt der Winter”, sagt Howard Fernández. Er ist Bauer im entlegenen Dorf San Andrés de Bocay im Nordosten von Nicaragua. „Der April lag immer in der Trockenzeit, aber jetzt regnet es den ganzen Monat. Im Mai – eigentlich ein Regenmonat – regnet es gar nicht. Wir achten auf den Donner und halten Ausschau nach den Blitzen, die den Regen ankündigen sollten, aber der Regen kommt nicht. Wir leiden unter dem Klimawandel und dem Rückgang unserer Ernteerträge.“

Der Klimawandel hat verheerende Auswirkungen auf die Bäuerinnen und Bauern der Region, die von der Landwirtschaft und der Jagd leben. Sie gehören ohnehin schon zu den ärmsten und am stärksten marginalisierten Menschen des Landes und jetzt bringen die Folgen des Klimawandels zusätzliche Probleme. In den letzten Jahren konnten die Menschen den Beginn der Regen- und Trockenzeiten immer weniger abschätzen und so oft auch nicht den richtigen Zeitpunkt zum Pflanzen der Setzlinge. Die sonst verlässlichen Zeichen der Natur – weiße Kraniche, Avocado-Blüte, Blitze – kündigen den Regen nicht mehr an.

Der Río Bocay ist der wichtigste Transport- und Verkehrsweg für die Menschen, die in den Dörfern entlang des Flusses wohnen. Wenn er kein Wasser führt, können die lebensnotwendigen Dinge nicht mehr transportiert werden.